«Nach wie vor esse ich Fleisch für mein Leben gern»: Der Thurgauer Silvio Hugenschmidt arbeitet seit 40 Jahren als Metzger

Vor vier Jahrzehnten begann der gelernte Metzger Silvio Hugenschmidt im Coop Diessenhofen. Später arbeitete er auch in Kreuzlingen und Feuerthalen. Und sein Arbeitgeber ist bis heute der gleiche geblieben. Eine Seltenheit. Als Chefmetzger der Steckborner Coop-Filiale ist er mit vielen Kunden per Du und weiss, auf was für Fleisch sie stehen. Vegetarier zu werden, sei noch nie Thema gewesen, sagt der heute 58-Jährige.

Sophie Ade
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Silvio Hugenschmidt, seit 40 Jahren als Metzger bei Coop tätig.

Silvio Hugenschmidt, seit 40 Jahren als Metzger bei Coop tätig.

Bild: PD

40 Jahre im gleichen Beruf, das ist eine lange Zeit. Wollten Sie nie etwas Anderes machen?

Silvio Hugenschmidt: Den Wunsch, Metzger zu werden, hatte ich schon früh. Schuld daran war sicherlich mein Vater, der das Metzgerhandwerk mit Leib und Seele ausübte. Jetzt bin ich seit vier Jahrzehnten passionierter Metzger und hatte noch nie das Verlangen, etwas anderes zu machen.

In den vergangenen 40 Jahren hat sich bei Coop wohl einiges verändert?

Veränderungen gibt es in jedem Beruf – immer und überall. Veränderungen, sowohl grosse wie auch kleine, gehören zu einem 40-jährigen Arbeitsleben dazu.

Für mich war in all den Jahren immer am wichtigsten, meine Kundinnen und Kunden zufriedenzustellen, etwa mit einem guten Stück Fleisch.

Oder die Kundschaft einfach gut zu beraten.

Die Gefahr ist wohl klein, dass man nach 40 Jahren als Metzger noch zum Vegetarier wird?

Ich esse Fleisch nach wie vor für mein Leben gerne. Darum war es auch nie ein Thema, Vegetarier zu werden.

Wer steht bei Ihnen daheim am Herd, wenn es Fleisch gibt?

Zu Hause bin es meist ich, der sich um die Fleischzubereitung kümmert –, obwohl meine Frau auch ganz geschickt mit Fleisch umgehen kann.

Was bietet Coop, dass man dem Unternehmen so lange treu bleibt?

Coop ist bekannt für gute Anstellungsbedingungen. Diese äussern sich in Form von genug Ferien, guten Sozialleistungen und passenden Arbeitszeiten. Es gibt keinen Grund, mich davon zu verabschieden.

In welcher Filiale haben Sie bis jetzt am liebsten gearbeitet?

Eindeutig im Coop Steckborn, wo ich nun seit über acht Jahren als Chefmetzger tätig bin. Schuld daran sind meine tollen Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, deren Hilfsbereitschaft ich sehr schätze.

Worin bestehen für Sie als routinierten Metzger nach so vielen Berufsjahren die Herausforderungen?

Die Kundschaft ist beim Fleisch anspruchsvoll. Umso wichtiger ist eine gute Beratung. Dieser Anspruch an mich selber ist für mich die grösste Herausforderung meines Berufes.

Was macht für Sie den Kundenkontakt wertvoll?

Die Menschen, die bei mir einkaufen, verleihen meinem Beruf Farbe und machen meinen Arbeitsalltag lebendig.

Mittlerweile kenne ich meine Käufer und deren Fleischwünsche ganz genau.

Mit vielen bin ich auch per Du.

Was müsste passieren, dass Sie sich in Ihrem Alter noch beruflich neu orientieren würden?

Da ich bis anhin noch nie den Wunsch verspürt habe, mich beruflich umzuorientieren, ist es sehr unwahrscheinlich, dass mich jetzt noch etwas dazu bringen kann, eine andere Richtung einzuschlagen.