Frauenfeld
Das Frauenfelder Repair Café ist nach wie vor ein Renner

Das Repair Café im Quartiertreff am Talbachplatz bleibt beliebt.

Christof Lampart
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Ein Ferrari-Modell erhält Zuwendung.

Ein Ferrari-Modell erhält Zuwendung.

Bild: Christof Lampart

Dreimal jährlich findet dieser sinnvolle, öffentliche Reparaturanlass statt, an dem Freiwillige mit viel Geduld, Geschick und oft auch kollektiven Grübeleien versuchen, defekten Dingen ein neues Leben einzuhauchen.

Eine Garantie, dass etwas nach der Fehlersuche auch wieder funktioniert, gibt es aber nicht. Allerdings sind auch die Kosten äusserst gering. Wer zum Beispiel einen Staubsauger reparieren lassen möchte, zahlt gerade einmal die Ersatzteile.

Die aufgewendete Arbeitszeit ist zwar gratis; doch, dass das aufgestellte Spendenkässeli dennoch regelmässig einen Zustupf von der zufriedenen «Kundschaft» erhält, versteht sich von selbst.

Auch am Samstag lief es rund. «Wir dürften am Ende wieder rund 100 Gegenstände entgegengenommen und nach Möglichkeit repariert haben», mutmasst Mitorganisator Christian Rzesnik zu Mittagszeit, «was ungefähr dem langjährigen Durchschnitt entspricht». Die Menschen schätzen das Angebot, helfen, wo sie können, sogar mit oder schauen den Reparierenden beim Tun über die Schulter. «Ich konnte hier nicht nur schon einige Sachen vorbeibringen, sondern beim Zuschauen auch einiges lernen», erklärt ein Stammgast, der fasziniert davon ist, «mit wie viel Leidenschaft und Geduld die Leute hier an der Arbeit sind».

Für einmal ist die Nähmaschine selber die «Patientin».

Für einmal ist die Nähmaschine selber die «Patientin».

Bild: Christof Lampart

An Arbeit mangelte es den geschickten Händen nicht. Auf einem Tisch werden die vorbeigebrachten Dinge sauber nach Nummern abgelegt; die Reihenfolge ist also wie beim Zahnarzt festgelegt. Dieses Mal werden auffallend viele Bügeleisen vorbeigebracht. «Vielleicht ist ja im zweiten Lockdown einfach viel mehr gebügelt worden, weil einem langweilig war, und wir dürfen nun diesen Eifer ausbaden», mutmasst jemand scherzend, und stellt ein Bügeleisen resigniert zur Seite: «Da ist schon mal aufgemacht worden und hat jemand selbst zu reparieren versucht; da geht nichts mehr», erkennt der Experte.

Und ein älterer Herr, der soeben, mit viel Geschick, wieder eine Tischuhr erfolgreich zum Laufen gebracht hat, schüttelt immer noch den Kopf: «Ich habe gerade eine Uhr repariert, die von einem professionellen Uhrmacher falsch zusammengesetzt wurde.»