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Nach Unfällen auf der Summerslide-Rutsche in Steckborn: Klärungsbedarf bei der Sicherheit

Die Unglücksrutsche vom Untersee ist demontiert. Eine der schwerer verletzten Personen befindet sich noch im Spital. Für den nächsten Anlass in Horgen prüft der Veranstalter Änderungen am Sicherheitskonzept.
Dinah Hauser/Stefan Hilzinger
Forensiker der Kantonspolizei Thurgau nehmen die Rutschbahn unter die Lupe. (Bild: Reto Martin)

Forensiker der Kantonspolizei Thurgau nehmen die Rutschbahn unter die Lupe. (Bild: Reto Martin)

Die Unglücksrutsche aus Steckborn, auf der sich am Wochenenden 17 Personen teilweise schwer verletzt haben, ist abgebaut. Ob sie allerdings wie geplant Ende August in Horgen am Zürichsee wieder in Betrieb geht, ist noch offen: «Wir klären aktuell mit allen involvierten Parteien die Gegebenheiten in Horgen, um für die Veranstaltung Ende August eine passende Entscheidung treffen zu können», teilt Barbara Kallenberg, Mediensprecherin des Veranstalters Promotion Tools AG aus Zürich, auf Anfrage per Mail mit.

Getränkehersteller Rivella ist einer der Sponsoren des Rutsch-Happenings namens «Summerslide». Laut deren Pressesprecherin Monika Christener gewährleisteten die «nun zusätzlich vom Veranstalter geplanten Massnahmen die Sicherheit der Teilnehmer». «Wir kommunizieren zu gegebener Zeit zu diesem Punkten», sagt Promotion-Tools-Sprecherin Kallenbeger, ohne konkret zu werden.

80 Verletzte vor einem Jahr am Genfersee

Die Steckborner Unglücksserie an der Summerslide-Rutsche ist nicht die erste: Ende August 2017 verletzten sich an einem ähnlich gelagerten Anlass in Pully bei Lausanne nach Presseberichten bis zu 80 Personen. Ein 24-jähriger Waadtländer, der sich den Kiefer brach und zwei Zähne ausschlug, hat den Veranstalter wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeklagt (siehe Box).

Hängiges Verfahren in der Waadt

Ende August 2017 war der Veranstalter Promotion Tools mit seinem Summerslide-Spektakel in Pully bei Lausanne am Genfersee zu Gast. Auch damals verletzten sich zahlreiche Teilnehmer bei der Rutschpartie. Berichte auf «20minutes.ch» sprechend von letztlich 80 Verletzten.

Es sei selten, dass von einem Anlass allein so viele Patienten zu bekommen, wird ein Sprecher des Universitätsspital Lausanne zitiert. Die Rutscher haben sich Hirnerschütterungen sowie Platzwunden an Augenbrauen, Stirn und Kinn zugezogen. Jemand brach sich die Nase und andere klagten über Schmerzen an Rücken und Genick. Ein 24-jähriger Mann aus der Waadt brach sich gar den Kiefer und schlug sich zwei Zähne aus. Nachdem er sich laut «20minutes» vergeblich bemüht hatte, mit dem Veranstalter einen Deal auszuhandeln, verklagte der Mann den Veranstalter wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung.

«Das Verfahren ist noch hängig», sagt der Lausanner Anwalt des Mannes auf Anfrage dieser Zeitung. Es seien viele Parteien involviert, und es müssten noch Zeugen befragt werden. Er habe vom Unfall am Untersee gehört. Im Gegensatz zu Steckborn sei die Anlage in Lausanne nach den Unfällen eben nicht gesperrt worden, was er nicht verstehe. (hil)

Zu straf- und zivilrechtlichen Verfahren könnten es nun auch im hiesigen Fall kommen, denn die Staatsanwaltschaft Thurgau hat Ermittlungen aufgenommen, wie diese Zeitung berichtete. Eine Verletzte hat sich den Lendenwirbel gebrochen und befindet sich als letzte der vier schwerer verletzten noch im Spital, wie die Zeitung «Blick» am Donnerstag berichtet. Eine junge Frau aus Weinfelden zog sich Rippenbrüche und ein kleines Loch in der Lunge zu. Der Veranstalter «ist froh, dass drei der vier Verletzten das Spital schon am Wochenende verlassen konnten und alle auf dem Weg der Genesung sind.»

Anlage vom TÜV abgenommen

Die Ermittler beschäftigen sich auch mit der Frage, ob und wie die Anlage zwei Monate vor dem Anlass technisch abgenommen wurde. «Die Anlage wurde eigens dafür aufgestellt und anschliessend wieder abgebaut», sagt der Steckborner Stadtpräsident Roger Forrer. Die Stadt habe den Anlass bewilligt, «so wie wir etwa auch den Martini-Markt mit den Fahrgeschäften bewilligen».

Wie verlief das technische Abnahmeprozedere im konkreten Fall? «Die Anlage ist vom TÜV Thüringen nach den geltenden Normen abgenommen», sagt Mediensprecherin Kallenberg. Alle nötigen Bewilligungen lägen jeweils vor einer Veranstaltung vor. Nicht involviert ist der Unfallversicherer Suva. «Die Suva ist für Arbeitssicherheit zuständig. Sie nimmt keine Freizeitanlagen technisch ab», sagt Sprecherin Isabelle Fol.

Rivella hat Vertrauen

Rivella sponsert wie auch schon im vergangenen Jahr die Summerslide-Anlässe. Der Getränkehersteller ist überzeugt, dass mit den nun zusätzlich vom Veranstalter geplanten Massnahmen die Sicherheit der Teilnehmer gewährleistet ist, heisst es auf Anfrage. «Wir sind im engen Dialog mit dem Veranstalter der Eventserie», schreibt Mediensprecherin Monika Christener. (dh).

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