Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Nach Unfällen auf der Riesenrutsche: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung

Auf der mobilen Wasserrutsche in Steckborn erlitten am Freitag vier Personen teils schwere Rückenverletzungen. Die Thurgauer Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung eröffnet. Eine Person ist noch immer im Spital.
Silvan Meile
Unfallexperten des forensischen Instituts Zürich nahmen am Samstag physikalische Berechnungen an der Rutschbahn vor. (Bild: Reto Martin)

Unfallexperten des forensischen Instituts Zürich nahmen am Samstag physikalische Berechnungen an der Rutschbahn vor. (Bild: Reto Martin)

Der Riesenrutschbahn in Steckborn wird ein Fall für die Staatsanwaltschaft. «Wir haben eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen unbekannt eröffnet», sagt Stefan Haffter, Generalstaatsanwalt des Kantons Thurgau. Am Montag machte das Gerücht die Runde, wonach sich eine Person auf der Rutschbahn so schwer am Rücken verletzte, dass sie eine Querschnittlähmung erlitt. Das dementiert der Veranstalter: «Ich kann Ihnen versichern, dass niemand querschnittgelähmt ist», sagt Barbara Kallenberg, Mediensprecherin von Summerslide, der grössten mobilen Wasserrutsche Europas. Welche Verletzungen sich die vier Rutscher, die hospitalisiert werden mussten, tatsächlich zugezogen haben, dürfe sie aus Persönlichkeitsschutz nicht sagen. Drei seien seit Samstag beziehungsweise Sonntag nicht mehr im Krankenhaus. Die vierte Person muss jedoch bis auf Weiteres im Spital bleiben. «Sie hat aber keine bleibenden Schäden erlitten», erklärt Kallenberg.

Ein Rettungsdienst-Sanitäter schlug Alarm

Die für das vergangene Wochenende in Steckborn aufgebaute Rutschbahn ist 29 Meter lang. Mit mehr als 45 km/h schleudert sie die Badenden in weitem Bogen in den Untersee. Dieser Adrenalinkick kann natürlich seinen Tribut fordern. «Blaue Flecken gehören dazu», schreibt jemand auf der Facebook-Seite von Summerslide. Doch in Steckborn traf es einige Rutscher schlimmer. So war es schliesslich ein Sanitäter des Rettungsdienstes, der Alarm schlug, weil mehrere Personen ins Spital gebracht werde mussten, erklärt Andy Theler, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Über die kantonale Notrufzentrale erfuhr auch die Kantonspolizei davon und ging vor Ort. Am Samstagmorgen habe sie sich zusammen mit der Stadt Steckborn und den Betreibern zu einer Absprache getroffen, woraufhin die Organisatoren der Rutschbahn von sich aus erklärt hätten, die Anlage zu sperren. «Sonst hätte die Kantonspolizei oder die Staatsanwaltschaft die Schliessung verfügt», sagt Theler. Die vier Verletzten, die ins Spital gebracht werden mussten, hätten vor allem über Schmerzen im Rücken geklagt. Zugezogen haben sie diese gemäss Polizeisprecher beim Aufprall aufs Wasser. Möglicherweise handelt es sich in einem Fall um den Bruch eines Lendenwirbels, in einem anderen um eine Stauchung der Halswirbelsäule.


Nebst der eingeleiteten Untersuchung bezüglich fahrlässiger Körperverletzung klärt die Staatsanwaltschaft Thurgau, ob weitere Straftatbestände zur Diskussion stehen könnten. Generalstaatsanwalt Haffter nennt als Beispiel eine «Verletzung der Regel der Baukunde». Bereits am Samstag waren Unfallexperten des forensischen Instituts Zürich in Steckborn, um physikalische Berechnungen an der Rutschbahn vorzunehmen. «Die Ergebnisse der verschiedenen Abklärungen sind noch ausstehend», sagt Haffter.

Rutscher unterschrieben einen Haftungsausschuss

Ein Problem ist augenfällig: Der Wasserspiegel des Sees ist aufgrund der aktuellen Trockenheit enorm tief. «Als die Bewilligung vor rund zwei Monaten erteilt wurde, war der Wasserstand 80 Zentimeter höher», weiss Theler. Deshalb dürfte am Freitag der Aufprall aufs Wasser weit heftiger ausgefallen sein, als ursprünglich geplant.
Doch wer rutschte, tat dies auf eigene Gefahr. Alle Teilnehmer mussten sich ausweisen und einen Haftungsausschluss unterschreiben, in dem sie die Teilnahme auf eigenes Risiko bestätigten. Ob das in einem Rechtsstreit tatsächlich standhält, bleibt für Theler offen: «Doch das ist eine juristische Frage.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.