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Nach Todesdrohungen: Aadorfer Sekschüler kritisieren Berichterstattung von «20 Minuten»

Wegen Todesdrohungen entstand an der Aadorfer Sekundarschule ein Medienrummel. Eine Klasse hat der Redaktion von «20 Minuten» nun einen offenen Brief geschrieben, weil sie sich an der Berichterstattung der Gratiszeitung stört.
Roman Scherrer
Weil mehrere Schüler Drohbriefe erhielten, stand die Aadorfer Sekundarschule im Fokus der Medien. (Bild: Reto Martin)

Weil mehrere Schüler Drohbriefe erhielten, stand die Aadorfer Sekundarschule im Fokus der Medien. (Bild: Reto Martin)

Keine Frage, es herrscht Ausnahmezustand an der Aadorfer Sekundarschule. Nachdem Schulleitung und Behörde darüber informierten, dass mehrere Schüler Briefe mit Todesdrohungen erhalten hatten, stand die Schulanlage Löhracker plötzlich im Fokus der Deutschschweizer Medien.

Von diesem Rummel sei die Schule selber überrascht gewesen, schreibt Schulpräsidentin Astrid Keller am Mittwoch in einer neuen Mitteilung. Am vergangenen Donnerstag musste sie noch Journalisten vom Schulgelände wegweisen. Sie sagt:

«Sie hätten sicher die Kinder ausgefragt, wenn wir das nicht getan hätten.»

Und trotzdem hat sie Verständnis für die Medienschaffenden. «Sie brauchen ja Bilder und Geschichten.»

Umgang mit Journalisten thematisiert

Astrid KellerSchulpräsidentin Aadorf

Astrid Keller
Schulpräsidentin Aadorf

Der Medienrummel hatte zur Folge, dass die Sekschüler für den Umgang mit Journalisten sensibilisiert wurden. «Man hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Aussagen in jede Richtung verwendet werden können», erklärt Keller. Die Schüler haben sich aber auch mit der Berichterstattung über die Drohbriefe auseinandergesetzt. Eine Klasse hat der Redaktion von «20 Minuten» gar eine Rückmeldung abgegeben. Astrid Keller sagt:

«Die Schüler fühlten sich falsch verstanden und haben sich gewehrt.»

Die Klasse bemängelt in ihrem Brief, dass im fraglichen Artikel der Umgang an der Sekundarschule als «ruppig und gemein» bezeichnet wurde. «Das stimmt so sicher nicht», schreiben die Schüler. Man sei höflich und hilfsbereit zueinander. Und die Behauptung, dass Drogenkonsum an der Schule weit verbreitet sei, empfinde man als «frech und übertrieben». Allgemein hält sich die Klasse in ihrem Brief mit Kritik nicht zurück:

«Ihre übertriebenen Formulierungen und aufgeblasenen Schlagzeilen helfen uns nicht. Wir bitten Sie, sachlicher zu berichten, da Sie sonst unser Umfeld verängstigen.»

Das Schreiben stehe laut Keller stellvertretend für die Gedanken, welche sich auch die weiteren Sekundarklassen gemacht hätten.

Schüler verhalten sich ruhig

Trotz der Wirren in den vergangenen Tagen hat Astrid Keller vom Schulleiter erfahren, dass sich die Klassen ruhig verhalten. «Die Schüler schauen jetzt noch mehr aufeinander», sagt sie. Im Drohbrief-Fall ermittelt die Polizei noch. «Es gibt zurzeit keine eindeutigen Hinweise auf Täter», schreibt die Schulpräsidentin. Von unkoordinierten Aktionen sei nun abzusehen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Während der Ermittlungen bleibt die Schule aktiv. Für Donnerstag hat sie kurzfristig eine Sitzung mit der Elternmitwirkung (EMSA) einberufen. Diese dient als Bindeglied zwischen der Schule und den Eltern. Für die Sitzung sind die Klassenvertretungen der EMSA eingeladen – rund 30 Personen. «Wir wollen die Eltern auch in die Pflicht nehmen und sie fragen, was jetzt aus ihrer Sicht noch zu tun ist», sagt Astrid Keller.

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