Nach Maskenärger Zugpersonal verklagt: Thurgauer SP distanziert sich von der eigenen Kantonsrätin Barbara Müller

Weil die Thurgauer SP-Kantonsrätin Barbara Müller partout keine Maske trägt im ÖV, hat sie regelmässig Ärger. Drei Zugbegleiterinnen hat sie deswegen schon angezeigt. Nun distanziert sich die Thurgauer SP von diesem Verhalten.

Silvan Meile
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Eine Gesichtsmaske ist nicht nur für die Passagiere im öffentlichen Verkehr Pflicht.

Eine Gesichtsmaske ist nicht nur für die Passagiere im öffentlichen Verkehr Pflicht.

Bild: Andrea Stalder

SP-Kantonsrätin Barbara Müller aus Ettenhausen sorgt für Unverständnis bei den Thurgauer Sozialdemokraten. Die Geologin und GA-Besitzerin weigert sich im öffentlichen Verkehr partout, sowohl eine Maske zu tragen, als auch dem Zugpersonal ein ärztliches Attest vorzuweisen, welches sie aus medizinischen Gründen von der Maskenpflicht befreit. Das beschwert der sehbehinderten Politikerin regelmässig Ärger im Zug. Schon drei Zugbegleiterinnen hat Müller deshalb gemäss «Blick» auf dem Aadorfer Polizeiposten wegen Nötigung zur Anzeige gebracht.

Nicht auf dem Rücken des Personals

Dieses Vorgehen missfällt der Thurgauer SP. Die Parteileitung verurteile Strafanzeigen gegen das Zugpersonal der SBB «und distanziert sich von anders lautenden Aktionen oder Verhalten», heisst es in einer Stellungnahme auf der Website der Partei. Der Diskurs über Massnahmen gegen die Verbreitung der Corona-Pandemie müsse offen geführt, dürfe aber nicht auf dem Rücken des Personals ausgetragen werden

Barbara Müller, Thurgauer SP-Kantonsrätin.

Barbara Müller, Thurgauer SP-Kantonsrätin.

Bild: Donato Caspari

Die SP Thurgau stelle sich hinter die angestellten SBB-Mitarbeitenden, das Gesundheitspersonal und alle, die in dieser Gesundheitskrise an der vordersten Front für die Gesellschaft arbeiten, schreibt die Partei. «Die Maskenpflicht stellt eine wichtige Massnahme gegen die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie und zur Verhinderung eines zweiten Lockdowns dar.»