Nach Kritik und Kürzung im Budget legt der Frauenfelder Stadtrat dem Parlament erneut einen Kredit für die Weihnachtsbeleuchtung vor

Gebündeltes Geschenk für mehr Glanz: Der Frauenfelder Stadtrat legt dem Gemeinderat trotz zuletzt kritischen Stimmen und einer Budgetstreichung den Ausbau der Weihnachtsbeleuchtung nahe.

Samuel Koch
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Eröffnung der neuen, mit 1200 LED-Lämpli animierten Baumbeleuchtung bei der Promenade.

Eröffnung der neuen, mit 1200 LED-Lämpli animierten Baumbeleuchtung bei der Promenade.

(Bild: Reto Martin,
23. November 2018)

Kaum sind die Weihnachtstage um die Ecke, kommen sie wieder aufs politische Parkett. Dabei missgönnte eine Mehrheit des Gemeinderates dem Stadtrat exakt zwei Wochen vor Weihnachten ein vorweihnachtliches Geschenk, indem er den im Budget 2020 enthaltenen Ausbau der Weihnachtsbeleuchtung mit einem Betrag von 55'000 auf 25'000 Franken zusammen strich (20 Ja, 14 Nein, bei fünf Enthaltungen). Die Kürzung überhaupt erst zu Stande gebracht hatte ein Rückkommens­antrag der SVP/EDU-Fraktion.

Nun also – etwas mehr als einen Monat nach Weihnachten – nimmt der Stadtrat einen neuen Anlauf und unterbreitet dem Gemeinderat die Botschaft «Kredit zum Ausbau und zum Betrieb der Weihnachtsbeleuchtung». Sie soll laut Stadtrat eine Gesamtübersicht vermitteln, nachdem der Gemeinderat den Betrag, «ohne den konkreten Inhalt zu kennen», gekürzt hat. In der Botschaft enthalten sind drei separate Anträge:

  • Ein einmaliger Objektkredit von 150'000 Franken für den Ausbau der Weihnachtsbeleuchtung
  • Jährlich 89'000 Franken für deren Betrieb
  • Ebenso wiederkehrende 10'000 Franken für Beleuchtungssubventionen für die Quartiere

Bedürfnis nach einheitlich abgestimmtem Konzept

Überhaupt erst wegen «zunehmend heterogenen, teilweise nicht mehr zeitgemässen Erscheinungsbildes und des Bedürfnisses nach einem einheitlich abgestimmten Gestaltungs- und Beleuchtungskonzept» hat die Stadt nach dem Lebensende der alten Weihnachtsbeleuchtung 2014 die Realisierung der heutigen an die Hand genommen.

Derzeit besteht die Ausrüstung aus 40 Standbildern für die Projektion an 30 Standorten, aus 39 Überhängungen mit goldfarbenen Metall-Silhouetten, 17 Lichterketten an Vorstadtgebäuden und 24 animierten Baumbeleuchtungen bei der Promenade. Letztere mit 1200 LED-Lämpli, die dank Bewegungssensoren automatisch heller und dunkler werden, hat die Stadt im Dezember 2018 feierlich eingeweiht.

Sofern der Gemeinderat dem ersten Antrag zustimmt, steht für die Weihnachtszeit 2020 folgender Ausbau bevor:

  • Lichtbilder für Einbezug des Gebiets bis zum Kreuzplatz und Vervollständigung im Bereich Rheinstrasse und Promenade,
  • Baumbeleuchtung ohne Lichtanimation an Rheinstrasse, Oberstadtstrasse, am Kreuzplatz, beim Soldatendenkmal und beim Weihnachtsbaum beim Schloss.

Im gleichen Atemzug sollen die gemäss Stadtrat defektanfälligen, alten Baumbeleuchtungen an Rheinstrasse und Oberstadtstrasse ersetzt werden, (noch) nicht jedoch jene im unterirdischen Kreisel oder rund um den Bahnhofsplatz. Neun neue Lichtbilder, 27 beleuchtete Bäume sowie Konzept, Gestaltung und Planung kosten die Stadt einmalig 150'000 Franken.

Budgetbatzen für Quartiervereine vorgesehen

Die wiederkehrenden Kosten von 89'000 Franken setzen sich grosso modo aus Installation mit Aufwand von Werken und Werkhof sowie aus zusätzlichem Marketing zusammen. «Mit der Botschaft werden erstmals die gesamten, ämterübergreifenden Kosten für die Weihnachtsbeleuchtung sichtbar», schreibt der Stadtrat auf die mehrmals lautgewordene Kritik im Gemeinderat und dem Ruf nach fehlender Kostenübersicht.

Obwohl sich die Stadt zuletzt zurückhaltend zeigte, will sie sich auf Wunsch mehrerer Quartiervereine mit einem jährlichen Budgetbatzen von 10'000 Franken an neuen und ähnlich gestaltenden Weihnachtsbeleuchtungen wie in der Innenstadt beteiligen.

«Der Beitrag kann als Beteiligung am Unterhalt oder als einmaliger Betrag zur Beschaffung erfolgen.»

So seien im Kurzdorf oder bei der IG Gewerbe Ost auf die nächste Adventszeit bereits Neuerungen geplant. Sofern die Quartiere den Betrag nicht beanspruchen, erfahre der Fonds keine Äufnung.

Die wiederkehrenden Kosten von 99'000 Franken addiert mit Abschreibungen für die 150'000-Franken-Investitionen würde in der Erfolgsrechnung in den nächsten acht Jahren eine jährliche Belastung von 117'750 Franken ergeben.

Einzigartige Beleuchtung soll nach aussen strahlen

Generell bezeichnet der Stadtrat Ausbau und Betrieb der Beleuchtung als lohnenswert.

«Mit der aufgezeigten Ausrichtung wird eine einzigartige Weihnachtsbeleuchtung betrieben, welche aufeinander abgestimmt neben dem Schwerpunkt Innenstadt auf die Quartiere ausstrahlen kann.»

Mit dem Auftritt durch das Lichtspiel «Geschichtenlichter» habe sich die Stadt im wahrsten Sinne in ein positives Licht rücken und eine gewünschte Einzigartigkeit Frauenfelds gestalten können. Das untermale «die Identität und das Image der Kantonshauptstadt als politisch-gesellschaftliches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Region und des Kantons».

Schliesslich ziehe die Weihnachtsbeleuchtung als Massnahme für Standortförderung etwa mit unterschiedlichsten Events Besucher aus der ganzen Schweiz an. «Diese geniessen die besondere Stimmung», meint der Stadtrat, «sie nehmen an Anlässen im Advent teil, kaufen ein, nutzen das Angebot der Gastronomie und schliesslich auch die Logiermöglichkeiten.»

Nächtliches Treiben in der Frauenfelder Innenstadt

Zur Eröffnung der Weihnachtsbeleuchtung vom Freitag, 23. November, haben die Geschäfte der Frauenfelder Innenstadt bis 22 Uhr geöffnet. Zudem gibt es kulinarische Leckereien an Marktständen und besondere Angebote in Restaurants.