Nach Krise an der PH Thurgau soll der Dialog wieder Vertrauen schaffen

Die Verantwortlichen der Pädagogischen Hochschule Thurgau haben sich kritischen Fragen von Mitarbeitern gestellt.

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Hans Munz, Präsident des Hochschulrats der PHTG, und Rektorin Priska Sieber (rechts) an einer Sitzung des Grossen Rates.

Hans Munz, Präsident des Hochschulrats der PHTG, und Rektorin Priska Sieber (rechts) an einer Sitzung des Grossen Rates.

(Bild: Reto Martin)

(red) Die kritischen Stimmen haben eine Plattform erhalten. Am Dienstag haben der Hochschulrat und die Hochschulleitung der Pädagogischen Hochschule (PH) Thurgau zu noch offenen Fragen rund um die Freistellung von Prorektor Matthias Begemann Stellung genommen. Das ist einer Medienmitteilung der Hochschule zu entnehmen.

Nach der Veröffentlichung des Berichts der Geschäftsprüfungskommission, welche die Vorgänge um diese Freistellung untersuchte, haben Mitarbeitende den Wunsch geäussert, die aus ihrer Sicht noch offenen Fragen im Zusammenhang mit der Trennung vom ehemaligen Prorektor Lehre zu klären. Dem wurde nun nachgekommen.

Rund 60 der 280 Mitarbeitenden der PH nahmen an dem Anlass teil, heisst es in der Mitteilung:

«Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, aber dennoch respektvoll, wurden die kritischen Fragen diskutiert und Lösungsansätze für die künftige Zusammenarbeit erörtert.»

Ganze Hochschulleitung war von Konflikt betroffen

Die ersten Themen der Mitarbeitenden betrafen die Frage, warum es am Ende dazu gekommen war, sich von Vizerektor Matthias Begemann zu trennen und warum er sogar freigestellt wurde. Sie hätten wissen wollen, ob es nicht möglich gewesen wäre, diese Eskalation zu vermeiden, und woran am Ende auch die Mediation gescheitert sei. «Besonders wichtig war auch die Frage, auf welcher Basis es gelingen könnte, das angeschlagene Vertrauen in die Hochschulleitung und den Hochschulrat wiederherzustellen», schreibt die Institution.

Der Hochschulrat habe erläutert, welche Überlegungen zu den Entscheidungen geführt haben, aber auch, was er aus heutiger Sicht anders machen würde. Die der Trennung zugrunde liegenden Differenzen, die auch im GFK-Bericht als gravierend beschrieben werden, hätten sich als unüberbrückbar herausgestellt.

«Es wurde ebenfalls deutlich, dass es damals nicht ausschliesslich um einen Konflikt zwischen dem Prorektor und der Rektorin ging.»

Die übrigen Mitglieder der damaligen Hochschulleitung hätten bestätigt, dass sie ebenfalls von diesem Konflikt betroffen waren.

Der Dialog soll fortgesetzt werden

Es sei offensichtlich gewesen, dass verschiedene Verletzungen noch nicht verheilt seien und nach wie vor Ängste existierten. «Es wurde betont, dass es noch einige Anstrengungen braucht, um wieder zu einer guten Zusammenarbeitskultur in der gesamten Hochschule zu kommen.» Dass das schwierig sei angesichts der gleichzeitig umzusetzenden Einführung einer Matrixorganisation, die zu einer neuen Verteilung von Verantwortung und Kompetenzen führt, hätten allen Beteiligten eingeräumt.

«Wichtigstes Ergebnis ist die hohe Übereinstimmung in der Beurteilung, dass die Diskussion sehr wertvoll und nötig war und der Dialog zwischen allen Beteiligten in geeigneter Form fortgesetzt werden soll.» Konsens habe darin bestanden, dass man Konflikte oder divergierende Meinungen innerhalb und nicht ausserhalb der PH bearbeiten wolle, wofür jedoch eine offene und transparente hochschulinterne Diskussionskultur nötig sei. Insbesondere war man sich einig, dass es darum gehen wird, am Aufbau des gegenseitigen Vertrauens zu arbeiten und so dazu beizutragen, dass sich die PH Thurgau wieder mit ihren Stärken und Erfolgen intern und extern profilieren könne.

Die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG) in Kreuzlingen.

Die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG) in Kreuzlingen.

(Bild: Reto Martin)
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