Nach kontroversen Diskussionen an der Pfyner Budgetgemeinde steht fest: Der Winterdienst setzt neu auf Sole

Pfyn verwendet ab dem Winter 2020/21 in Wasser gelöstes Salz – aus ökologischen und ökonomischen Gründen

Christof Lampart
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Ein Pfyner Stimmenzähler sammelt beim Traktandum Einbürgerung die Stimmzettel ein.

Ein Pfyner Stimmenzähler sammelt beim Traktandum Einbürgerung die Stimmzettel ein.

Bild: Christof Lampart
Jacqueline Müller, Gemeindepräsidentin Pfyn.

Jacqueline Müller, Gemeindepräsidentin Pfyn.

Bild: Andrea Stalder

Salz oder Sole? Das war die Frage, auf die der Pfyner Souverän am Donnerstagabend an der Budgetgemeinde 2020 eine Antwort finden musste. Und diese fiel schliesslich deutlich aus, sprachen sich doch von den 93 Stimmberechtigten in der Trotte nur vier gegen den Kreditantrag aus. Nun stellt die Gemeinde für 90'000 Franken den Winterdienst von Trockensalz auf Sole um. Zwar war die Tendenz «pro Sole» schon in der Diskussion herauszuhören gewesen – die Deutlichkeit überraschte aufgrund der zuvor kontrovers geführten Diskussion dennoch. Gemeindepräsidentin Jacqueline Müller verwies darauf, dass der Werkhof für den Einsatz von Sole sei. Zwar seien die Investitionen für die Umrüstung der Traktoren und der Anschaffung eines Soletanks «relativ hoch», doch langfristig gesehen dürften Natur und Gemeindekasse von der Umstellung profitieren, da im Winterdienst viel weniger Sole als Salz ausgebracht werden müsse.

Das Potenzial von Naturstrom nützen

Gutgeheissen wurde auch ein Kredit über 128'600 Franken für eine Gemeinschaftssolaranlage auf dem Werkhofdach. Es sei, so Müller, eine Tatsache, dass Fragen des Energieverbrauchs und der Energieeffizienz gesellschaftlich immer wichtiger würden. Auch in der Versammlung herrschte, trotz einiger kritischer Stimmen, die Meinung vor, dass ein solches Projekt sinnvoll sei. Es helfe Gemeinde und Einwohnern, die Potenziale in der Produktion von erneuerbaren Energien auszuschöpfen. Insgesamt könnten 300 Quadratmeter Solarfläche zum Quadratmeterpreis von 280 Franken verkauft werden. Dafür werde der Käufer für 20 Jahre Mieter einer fixen Solarfläche, von deren Produktion ihm 60 Prozent vergütet würden. Das Projekt soll frühestens ab Frühjahr 2020 umgesetzt werden, sobald zwei Drittel der Fläche verkauft sind. Der Kreditantrag wurde grossmehrheitlich bei zwei Nein angenommen.

Baukredit für Mehrzweckhalle
um 400'000 Franken überschritten

Noch an der Einweihungsfeier der Mehrzweckhalle Bergli am 29. Juni 2019 hatte sich der Pfyner Primarschulpräsident Erich Schaffer wohlwollend und dankbar über die geglückte Zusammenarbeit mit den Architekten geäussert. Drei Jahre hatten Schule und Gemeinde an dem Projekt gearbeitet. In die Freude über den gelungenen Bau mischt sich nun eine gewisse Enttäuschung. Denn unter «Verschiedenes und Umfrage» an der Budgetgemeinde 2020 der Politischen Gemeinde Pfyn liess sich Schaffer wieder in Richtung Architekturbüro vernehmen. Er informierte darüber, dass man wegen teurer Innenausbauten den Baukredit deutlich überschreiten werde. Das stehe jetzt schon fest, obwohl das Architekturbüro erst eine provisorische Bauabrechnung herausgerückt habe. «Wir gehen von Baukosten in der Höhe von 8,34 Millionen Franken aus, was einer Kreditüberschreitung von 400'000 Franken oder fünf Prozent entspricht», sagte Schaffer. Weil noch Gelder von der Bürgergemeinde Pfyn (16'000 Franken), dem Sportfonds (30'000 Franken) und dem Kulturfonds (150'000 Franken) fliessen, werden die Pfyner Schulbürger wohl noch über einen Zusatzkredit von 202'000 Franken zu befinden haben. (art)

Wenig zu diskutieren gab das Budget 2020, das bei einem um drei Prozentpunkte gesenkten Steuerfuss von neu 66 Prozent mit einem geringen Verlust rechnet. Einige Votanten wünschten sich zwar eine Senkung um fünf oder zehn Punkte, doch wurden keine Anträge gestellt. Der Voranschlag 2020, der mit einem Aufwand von 6,27 Millionen Franken und einen Ertrag von 6,25 Millionen Franken rechnet, wurde grossmehrheitlich gutgeheissen. Auch die Verleihung des Pfyner Bürgerrechts an einen Schweizer geschah einstimmig.

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