Nach Gemeindepräsident Beat Weibels Rücktritt sind die Bichelseer Parteipräsidenten gefordert

Vor einer Woche gab der langjährige Gemeindepräsident von Bichelsee-Balterswil, Beat Weibel, seinen Rücktritt per Ende 2020 bekannt. Die Ersatzwahl ist auf den 27. September angesetzt. Die Präsidenten der drei Ortsparteien CVP, FDP und SVP sind bereits mit der Kandidatensuche beschäftigt.

Olaf Kühne
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Bichelsee-Balterswil erhält im kommenden Jahr eine neue Gemeindepräsidentin oder einen neuen Gemeindepräsidenten.

Bichelsee-Balterswil erhält im kommenden Jahr eine neue Gemeindepräsidentin oder einen neuen Gemeindepräsidenten.

(Bild: Olaf Kühne)
Bruno HuldiFDP- und Gewerbepräsident

Bruno Huldi
FDP- und Gewerbepräsident

(Bild: ZVG)

«Beat Weibels Rücktritt hat uns vor den Kopf gestossen», sagt Bruno Huldi, Präsident der FDP Bichelsee-Balterswil. «Wir wurden davon völlig überrascht.» Dennoch hätten betreffend Weibels Nachfolge parteiintern bereits Gespräche mit möglicherweise valablen Personen stattgefunden. «Ihr Interesse hielt sich aber in Grenzen», sagt Bruno Huldi.

Der Bauunternehmer betont aber auch: «Als FDP würden wir natürlich gerne eine Kandidatur stellen. Viel wichtiger ist aber, dass die am besten geeignete Person in das Gemeindepräsidium gewählt wird. Jemand, der in der Gemeinde gut verankert und der Aufgabe auch gewachsen ist.» Und hierfür sei – auf Gemeindeebene – die Parteizugehörigkeit zweitrangig.

Bartel will kantonsweit werben

Ruedi BartelPräsident SVP Bichelsee-Balterswil

Ruedi Bartel
Präsident SVP Bichelsee-Balterswil

(Bild: Donato Caspari)

Sehr ähnlich tönt es von den weiteren Bichelseer Ortsparteipräsidenten: Ruedi Bartel (SVP) und Kilian Imhof (CVP). Die drei Parteivorsteher haben sich denn auch bereits getroffen, im März steht zudem das ordentliche Treffen der Interpartei Bichelsee-Balterswil in der Agenda. Obwohl Weibels Rücktritt per Ende 2020 seit einer Woche Dorfgespräch ist, will Kantonsrat und «Krone»-Wirt Ruedi Bartel die Vakanz breiter bekannt machen. «Ich bin dafür, dass die Interpartei Inserate schaltet», sagt er. «Und zwar in der Lokalzeitung ‹Regi Die Neue› wie auch in der ‹Thurgauer Zeitung›.»

So könne die durchaus attraktive und lukrative Stelle im ganzen Kanton bekannt gemacht werden. Zwar habe man durchaus sehr geeignete Personen in der Gemeinde. «Es gibt aber auch Wählerinnen und Wähler, die neue Kräfte bevorzugen», sagt Bartel und erinnert an die Gemeindepräsidiumswahlen 2015 in Eschlikon.

Damals bewarben sich mit Peter Meier (FDP) und Adrian Stutz (SVP) gleich zwei langjährige Gemeinderäte um die Nachfolge des zurückgetretenen Robert Meyer (GLP). Dennoch machte der bis dato in der Gemeinde fast unbekannte Hans Mäder (CVP) das Rennen und schaffte nur denkbar knapp nicht bereits im ersten Wahlgang das Absolute Mehr.

Mit einem möglichen zweiten Wahlgang rechnet Bartel auch in Bichelsee: «Wir werden im ersten Wahlgang vom 27. September vermutlich mehr als zwei Kandidatinnen und Kandidaten haben.» Ob darunter auch jemand aus den eigenen Reihen sein wird, sei aber noch offen. «Wir haben das Thema im Vorstand diskutiert, haben aber noch keine Kandidaten in Sicht.»

«Bisher hat noch niemand Nein gesagt.»
Kilian ImhofPräsident CVP Bichelsee-Balterswil

Kilian Imhof
Präsident CVP Bichelsee-Balterswil

(Bild: Olaf Kühne)

Zuversichtlicher tönt es da von CVP-Präsident und Kantonsrat Kilian Imhof. «Wir haben parteiintern schon mehrere Gespräche geführt. Bisher hat noch niemand Nein gesagt.»

Überhaupt spüre er in der Gemeinde «einen guten Groove», ausgelöst nicht zuletzt durch das CVP-Nachwuchsprogramm «Politisches Jugendprojekt 2020». «An der letzten Gemeindeversammlung hatten wir, ohne brisante Traktanden, über 140 Leute», schwärmt Imhof. Und an einen Parteianlass mit Bauernpräsident Markus Ritter seien jüngst auch über 100 Personen gekommen.

Gewerbeverein mischt sich nicht ein

FDP-Präsident Bruno Huldi ist in einem weiteren Amt auch Präsident des erst vergangenes Jahr gegründeten Gewerbevereins Bichelsee-Balterswil. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden will sich «sein» Gewerbeverein aber nicht an der Kandidatensuche beteiligen. «Wir sehen es nicht als unsere Aufgabe, uns aktiv in die Politik einzumischen», sagt Huldi. Wenn ein Thema das Gewerbe direkt betreffe, beziehe man natürlich Stellung, aber: «Wir wollen ein wichtiges Bindeglied zwischen Gewerbe und Politik sein, kein direkter politischer Akteur.»

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