Kommentar

Nach Freistellung von Frauenfelds Stadtschreiber: So drehen die Gerüchte um Thurgauer Wahlbetrug weiter

Die Spekulationen um den möglichen Zusammenhang zwischen der Freistellung von Frauenfelds Stadtschreiber Ralph Limoncelli und der Thurgauer Wahlmanipulation bei den Grossratswahlen vom 15. März reissen nicht ab. Auch weil bisher stichfeste Beweise fehlen.

David Angst
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Der Frauenfelder Stadtschreiber Ralph Limoncelli wurde freigestellt. Das wäre an und für sich nichts Aussergewöhnliches. Wenn ein hohes Kadermitglied in der Wirtschaft oder Verwaltung kündigt, so kann es das durchaus geben.

Dave Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung.

Dave Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung.

Bild: Ralph Ribi

Verdächtig ist jedoch, dass Stadtpräsident Anders Stokholm die Freistellung erst vier Wochen später einräumt, nachdem eine Einfache Anfrage im Gemeinderat eingereicht worden ist, und nachdem die «Thurgauer Zeitung» nachgebohrt hat.

Ausserdem spricht Stokholm von geheimnisvollen weiteren Gründen für die Freistellung, die er nicht nennen kann. Damit schürt er erst recht das Gerücht, an Limoncellis Kündigung sei etwas faul.

Es gibt politische Akteure im Thurgau, die hartnäckig verbreiten, Limoncelli trage Mitschuld am Wahlbetrug vom 15. März. Welche Motive sie haben, ist unklar. Es gibt keinen Beweis dafür, dass Limoncelli aktiv oder passiv am Wahlbetrug beteiligt war. Er selbst sagt, er halte die Gerüchte um seine Person aus. Solange Stokholm und er so zurückhaltend informieren, muss er wohl noch eine Weile mit ihnen leben.

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