Nach fast einem Jahr: Das Bichelseer «Landhaus» ist wieder geöffnet

Die Bichelseer können wieder im Restaurant Landhaus speisen. Die neue Wirtin Jael Lübbig hat eine thailändische Küche eingeführt und bietet seit Mittwoch ein Mittagsbuffet.

Roman Scherrer
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Stiefmutter und -tochter: Nishada und Jael Lübbig bieten ihren Gästen im «Landhaus» thailändische Küche.

Stiefmutter und -tochter: Nishada und Jael Lübbig bieten ihren Gästen im «Landhaus» thailändische Küche.

Bild: Roman Scherrer

Die Frage war nicht ob, sondern wann. Am Mittwoch war es so weit. Nach fast einem Jahr hatte das Restaurant Landhaus erstmals wieder geöffnet. «Wir planten eine stille Eröffnung, damit wir nicht überrannt werden», sagt Jael Lübbig. Die neue Wirtin hätte theoretisch schon Anfang Mai starten können (unsere Zeitung berichtete). Corona verhinderte das aber.

«Die letzten zwei Wochen waren happig», berichtet Lübbig und ergänzt:

«Mein Vater und ich arbeiteten rund 16 Stunden pro Tag.»

Denn eigentlich habe sie mit einem Monat Vorbereitung gerechnet. Weil sie aber mitbekommen hat, wie sehr die Bichelseer das «Landhaus» vermissten, hat sie den Plan angepasst. «Wir starten vorerst mit einem Mittagsbuffet», erklärt Lübbig, die im «Landhaus» thailändische Küche anbietet. Am Mittwochmittag konnten sich die Gäste erstmals vom gebratenen Reis oder dem roten Curry überzeugen.

Vergangene Woche startete Lübbig bereits ein Take-away-Angebot. «Einen Stammkunden habe ich bereits», sagt sie lachend. Allgemein erhielt Lübbig viele positive Signale aus dem Dorf:

«Die Leute freuen sich sehr, dass das ‹Landhaus› wieder geöffnet ist.»

Mit der Gemeinde – Eigentümerin der Liegenschaft – konnte Jael Lübbig hinsichtlich der Miete eine Vereinbarung treffen, die für die Dauer der Coronakrise gelten soll. «Ich bin sehr dankbar dafür.» Trotz der obligatorischen Abstände zwischen den Tischen bietet das «Landhaus» alleine im Innern Platz für rund 100 Personen.

Sanierung war Ursprung der Wechsel

Obwohl es lange nicht geöffnet war, ist in den vergangenen Monaten rund ums Restaurant Landhaus einiges geschehen: Nachdem die Familie Perera in der Liegenschaft rund zehn Jahre lang ihr Restaurant Smiling Elephant betrieben hatte, verlängerte sie den im Juli 2018 endenden Vertrag mit der Gemeinde nicht mehr.

Letztere hätte die bisherigen Mieter zwar gerne behalten, musste allerdings die Liegenschaft sanieren – vor allem die Restaurantküche und die Gebäudetechnik. Die Arbeiten hätten zudem ermöglichen sollen, dass die Gemeinde die lange Zeit leerstehende Wirtewohnung separat vermieten könnte. Im September 2018 hätten die Bichelseer Stimmbürger über einen Kredit von 1,4 Millionen Franken für die «Landhaus»-Sanierung befinden sollen.

Daraus wurde aber nichts. Denn das kantonale Amt für Denkmalpflege stellte Teile der geplanten Arbeiten in Frage – unter anderem eine neue Aussentreppe. Nach diversen Abklärungen entschied sich der Gemeinderat für eine minimale Sanierung. Und Ende 2018 fand er auch einen neuen Pächter. Dieser schloss das Restaurant aber im Juli 2019 bereits wieder, «aus gesundheitlichen Gründen», wie er sagte.

Die Arbeiten am Haus sind fast abgeschlossen. Im vergangenen Herbst sind der Sitzplatz und der Kellerabgang saniert worden. Als letzter Schritt sollen noch Malerarbeiten beim Sitzplatz ausgeführt werden.