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Nach Einsprachen gegen Bauprojekt in Anetswil: «Frohsinn»-Wirtin macht ihrem Unmut Luft

Weil ein Investor den «Frohsinn» in Anetswil kaufen und drei Mehrfamilienhäuser bauen will, haben Dorfbewohner Einsprachen eingelegt. Restaurant-Inhaberin Dorli Büchi ist enttäuscht über die Reaktionen.
Kurt Lichtensteiger
Wirtin Dorli Büchi und der Präsident von Gastro Thurgau, Ruedi Bartel, vor dem Restaurant Frohsinn in Anetswil. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Wirtin Dorli Büchi und der Präsident von Gastro Thurgau, Ruedi Bartel, vor dem Restaurant Frohsinn in Anetswil. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Sie zeigt sich empört. Und zwar über die Berichterstattung einer gratis Wochenzeitung zu den geplanten Mehrfamilienhäusern beim Restaurant Frohsinn in Anetswil. «Ich empfinde den Artikel als tendenziös und zum Teil als unsachgemäss. Zu Wort kamen Anwohner, die lieber gesehen hätten, ich würde noch weiter wirten als das Grundstück einem Wiler Architekten- und Ingenieurbüro zu verkaufen», sagt die «Frohsinn»-Wirtin Dorli Büchi.

Dass es so weit gekommen ist, liege an der wirtschaftlichen Lage, in der sich die Gastronomie derzeit befinde, erklärt Büchi, die ihr Pensionierungsalter längst überschritten hat. Ruedi Bartel, Kantonsrat und Präsident von Gastro Thurgau, sagt dazu: «Aus unserer Sicht werden in absehbarer Zeit noch mehr gutgehende Betriebe keine geeigneten Nachfolger finden und somit anderweitigen Nutzungen zugeführt.»

Keine Nachfolger gefunden

Der Entscheid der erfolgreichen Gastwirtin mag also durchaus nachvollziehbar sein. Weniger jedoch die aus dem Interessenkonflikt entstandene Aufruhr, zu der Dorli Büchi nun Stellung nehmen möchte: «Seit 45 Jahren wohne ich hier in Anetswil, wo ich vor 40 Jahren den «Frohsinn» von meinen Schwiegereltern abgekauft habe.» Die Schwiegereltern standen damals vor der Schliessung oder dem Ruin.

«Ich habe daraufhin all mein Herzblut in den Betrieb gelegt, die Liegenschaft im Schuss gehalten, gehegt und gepflegt», erzählt Büchi. Auch ihr Sohn wohne – heute mit seiner Familie – seit vier Jahrzehnten in Anetswil. Lange Zeit war Dorli Büchi auf der Suche nach einer Nachfolge. Leider erfolglos.

Mit der Einwohnerschaft von Anetswil habe sie stets ein gutes Einvernehmen angestrebt, diese zu Anlässen eingeladen und sich über deren Besuche gefreut.

«In der Annahme, sie sei mir wohlgesinnt. Leider habe ich mich – mit einigen Ausnahmen – diesbezüglich getäuscht, wie sich nach einer Orientierungsversammlung gezeigt hat.»

Die 33 eingereichten Einsprachen würden den Widerstand belegen. Erst im vergangenen Jahr habe sich eine Lösung abgezeichnet, nämlich der Verkauf an ein Wiler Architekten- und Ingenieurbüro. Diese Bauherrschaft ist für das ausgearbeitete Projekt zuständig. «Womit die Zukunft der Liegenschaft, die nicht unter Denkmalschutz steht, nicht mehr in meinen Händen liegt», sagt Büchi.

Zu Information eingeladen

Um allfälligen Gerüchten vorzugreifen, hat das Wiler Architekturbüro die Anwohner zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Das ist zwar nicht üblich, aber mein persönliches Anliegen», sagt Büchi. Rund 30 Interessierte seien gekommen.

«Über deren Reaktion bin ich sehr enttäuscht, zumal sich Behauptungen als falsch erwiesen.»

So beinhalte etwa der vorgesehene Bau nicht fünf, sondern drei Stockwerke und Estrich. Eine Tiefgarage sorge dafür, dass sich Lärmimmissionen in Grenzen halten. «Das Projekt entspricht im Übrigen den Vorschriften von Kanton und Gemeinde», sagt Dorli Büchi weiter.

«Leider hat auch kaum jemand aus Anetswil mit mir das Gespräch gesucht, was mich sehr enttäuscht hat.» Sie sei zwar auch eine Anetswilerin, überlege sich nun aber ernsthaft, ob sie hier noch wohnhaft bleiben möchte. Nicht minder enttäuscht sei sie von der Gratiszeitung. «Die Redaktion hat nie mit ihr Rücksprache genommen. Journalistische Sorgfaltspflicht sieht anders aus», sagt Büechi.

Trotz allem Ungemach ist sie gewillt, das von der Bevölkerung geschätzte Restaurant mit bestem Wissen und Gewissen bis Ende Jahr weiter zu führen. Der östlich von Wängi gelegene Weiler wird dann wohl nicht mehr der gleiche sein.

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