Nach einjähriger Findungsphase: Beim Thurgauer Jugendparlament soll nun die eigentliche Arbeit beginnen

Die Stimme der Jugend ist aufgewärmt: Das erste Jahr des Thurgauer Jugendparlaments diente der Findung. Am Samstagabend fand die erste Hauptversammlung statt.

Florian Beer
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Das Jugendparlament hat die Politiker Manuel Strupler und Ueli Fisch eingeladen.

Das Jugendparlament hat die Politiker Manuel Strupler und Ueli Fisch eingeladen.

Bild: Andrea Stalder

«Wir möchten uns langfristig gesehen in die kantonale Politik einbringen und mit dem Grossen Rat zusammenarbeiten.» Dieses Ziel formuliert Amara Cespedes, Vorstandsmitglied des Jugendparlaments Thurgau am Rande der ersten Hauptversammlung. Knapp ein Dutzend junge Menschen haben am Samstag an dieser teilgenommen. Vor über einem Jahr, im Dezember 2018, wurde das Jugendparlament von zehn politikinteressierten Personen im Alter zwischen 15 und 26 Jahren gegründet. Man wolle jungen Ideen in der Gesellschaft und in der Politik zum Durchbruch verhelfen, erklärte man damals die Motivation.

Marco Bortoluzzi, Vorstand, JSVP, 21-jährig.

Marco Bortoluzzi, Vorstand, JSVP, 21-jährig.

Bild: Florian Beer

Die Motivation ist nach einem Jahr noch immer die gleiche. Marco Bortoluzzi sagt:

«Mein Ziel mit dem Jugendparlament ist es, ein Interesse bei jungen Menschen im Thurgau für die Politik zu wecken und sie dafür zu mobilisieren.»

Der 21-Jährige von der Jungen SVP war eines der ersten Mitglieder des Jugendparlamentes.

Lokaler Einsatz ist wichtig

An der Hauptversammlung ziehen die jungen Erwachsenen eine erste Bilanz. «Das erste Jahr war eine Aufwärmrunde», erklärt Cespedes. Die 19-Jährige schliesst diesen Sommer die Matura ab und plant anschliessend ein Studium in Internationalen Beziehungen an der Universität in St.Gallen.

Amara Cespedes, Vorstand, parteilos, 19-jährig.

Amara Cespedes, Vorstand, parteilos, 19-jährig.

Bild: Florian Beer

Man habe versucht, weitere Mitglieder zu mobilisieren und habe an verschiedensten Diskussionspodien teilgenommen. Regelmässige Sitzungen finden nur im Vorstand statt. Eine formelle Mitgliedschaft gäbe es zwar noch nicht, das Offiziellste sei der Gruppenchat. 30 junge Menschen seien bereits in diesem Chat – Tendenz steigend. Cespedes sagt:

«Ich spüre auf jeden Fall, dass nicht nur auf der Seite der Jungen, sondern auch von den Politikern und Parteien im Kanton Thurgau ein Interesse an unserer Arbeit da ist.»

Ein Zeichen dieses Interesses ist der Auftritt von Nationalrat Manuel Strupler (SVP) und Kantonsrat sowie Regierungsratskandidat Ueli Fisch (GLP), die an der ersten Hauptversammlung den Jugendlichen Rede und Antwort zu ihrem Weg in die Politik und ihrem Engagement stehen.

Genau wie die etablierten Strupler und Fisch waren auch Cespedes und Bortoluzzi schon früh interessiert an politischen Themen und gewillt, sich dafür einzusetzen. «Es braucht den lokalen Einsatz», sagen die beiden Jungpolitiker.

Parteizugehörigkeit braucht es nicht

Während Bortoluzzi sich bereits einer Partei angeschlossen hat, ist Cespedes noch parteiunabhängig. «Ich sehe es momentan in meiner Funktion als Vorstandsmitglied als Vorteil, parteilos zu sein, um neutral bleiben zu können», sagt sie. Um im Jugendparlament Mitglied zu sein, brauche es keine Parteizugehörigkeit. Mit Blick auf die Zukunft wolle sie aber einer Partei beitreten. Welche das ist, wollte sie noch nicht verraten.

Bei den anstehenden Grossratswahlen sieht Cespedes durchaus Chancen für die Wahl von Jungpolitikern. Sie erklärt zuversichtlich:

«Der Thurgau ist bereit, junge Menschen in der Politik zu haben.»

Die beiden etablierten Politiker Strupler und Fisch geben im Frauenfelder «Brauhaus» Tipps, wie man sich erfolgreich in die Politik einbringen kann. Die Jugendlichen notieren diese eifrig.

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