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Nach der Messerattacke erholt sich der Uttwiler Pastor Altendorfer

Nach dem Messerangriff versucht Pastor Patrick Altendorfer aus Uttwil das Geschehene zu verarbeiten. Der mutmassliche Auftraggeber T. Y. soll derweil im Gefängnis sitzen, was von seiner Gemeinde auf Facebook bestätigt wird.
Dinah Hauser
Patrick Altendorfer in einem Video gleich nach der Messerattacke. (Bild: PD)

Patrick Altendorfer in einem Video gleich nach der Messerattacke. (Bild: PD)

«Ich befinde mich auf dem Weg der Besserung», sagt Patrick Altendorfer. Der Pastor aus Uttwil ist vor rund zehn Tagen vor seiner Wohnung angegriffen und mit dem Messer mittelschwer verletzt worden. Neben einer Platzwunde am Kopf, trug er Stichverletzungen am Oberkörper und an der rechten Hand davon. Mittlerweile ist er aus dem Spital entlassen worden.

Nun versucht der Pastor einer brasilianisch-schweizerischen Gemeinde mit seiner Familie «die Geschehnisse, die noch frisch sind, so gut es geht zu verarbeiten». Seine 11-jährige Tochter habe einen schweren Schock erlitten. «Auch um sie zu schützen, haben wir sie eine Woche vor den Herbstferien aus der Schule genommen», sagt Patrick Altendorfer. Die ganze Familie habe Angst und bete viel. Altendorfer sagt:

«Wenn es dunkel wird, müssen wir Sicherheitsmassnahmen treffen. Weil wir nicht wissen, ob die Täter nochmals kommen.»

Sie müssten jeden Schritt bedenken, wenn sie aus dem Haus gingen oder wenn es dunkel wird.

Auf seine Frau kämen nun neben den Haushaltsarbeiten und der Kindererziehung auch noch Arbeiten für die Gemeinde zu. Altendorfer selbst könne seine Frau kaum unterstützen, da er noch «einarmig» und für mindesten drei Monate arbeitsunfähig sei. «Ich bin froh, dass ich eine sehr starke Frau habe», sagt der Pastor.

T. Y. soll in Spanien sein

Gemäss der Staatsanwaltschaft Thurgau sei die Täterschaft der Attacke noch Gegenstand der Ermittlungen. Aus ermittlungstaktischen Gründen kann sie deshalb keine Auskünfte geben. Altendorfer hofft, dass alles ans Licht kommt und die Ermittlungen bald abgeschlossen sind. Er vermutet den deutschen Prediger und Evangelisten T. Y. als Auftraggeber der Attacke. «Er selbst konnte es nicht sein, denn wie mir zu Ohren gekommen ist, sitzt er im Gefängnis in Valencia», sagt er zu «20 Minuten». Wann der Auftrag gegeben worden sei, wisse er nicht.

Tatsächlich findet sich auf der Facebook-Seite der christlichen Motorradgruppe True Life (Wahres Leben) von T. Y. ein etwas kryptischer Hinweis, dass dieser in Spanien weilt: «In der einen Minute sitzt Herr Y. im spanischen Gefängnis, abgeschottet wegen Terrorismus. In der anderen Minute ein organisierter Mafiaboss mit Mitteln ferner Realität.». Gemäss «20 Minuten» soll T. Y. mit drei weiteren Personen Ende August einen 23-Jährigen in Düsseldorf schwer verletzt haben und nach Spanien geflüchtet sein. Altendorfer wisse davon. «Von offizieller Seite ist dies aber noch nicht bestätigt», sagt der Pastor.

Mit Videos gegen einen Irrlehrer

Auf T. Y. ist der Uttwiler über die Videoplattform Youtube aufmerksam geworden. Der Pastor gibt an, dort Aufklärungsvideos gegen einen Irrlehrer gemacht zu haben. Dieser hinterliess einen Kommentar, in dem auch der Name von T. Y. gefallen ist. «Daraufhin haben mich viele Geschädigte angeschrieben und mich über verschiedene Missbräuche informiert», sagt Altendorfer. Da sei ihm klar geworden, dass er handeln müsse. Er stellte Video mit Beschuldigungen gegen T. Y. ins Netz. T. Y. klagte dann wegen Persönlichkeitsverletzung gegen den Schweizer.

Im Fall von den Missbräuchen konnte T. Y. im summarischen Zivilverfahren nichts nachgewiesen werden, weil da der Zeugenbeweis nicht möglich ist. Altendorfer musste deshalb vorläufig einige Videos löschen. Der Deutsche reichte in der Folge eine ordentliche Klageschrift beim Bezirksgericht Arbon ein. Damit das Verfahren fortgesetzt werden kann, muss T. Y. erst einen Kostenvorschuss leisten. Dieser ist laut dem Bezirksgericht noch nicht eingegangen.

Gemeinde von T. Y. weist Vorwürfe zurück

Derweil weist die deutsche Motorradgemeinde die Anschuldigungen der Attacke auf Altendorfer zurück. «Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir unsere Differenzen mit Herrn Altendorfer stets einzig und alleine auf dem Rechtswege geltend gemacht beziehungsweise durchgesetzt haben», schreibt ein Gemeindemitglied auf Anfrage dieser Zeitung. T. Y. stehe mit dem Vorfall in Uttwil in keinerlei Verbindung und lehne jegliche Form von Gewaltanwendung kategorisch ab.

Sieht man sich die Videos von T. Y. an, so entsteht jedoch ein ganz anderes Bild. In einem Video sagt T. Y.:

«Beleidigt diesen Mann so oft es geht.»

Die Ermittlungen würden ihm zu langsam dauern. So fordert er seine Leute auf «Straftaten zu begehen, sodass die Polizei gegen uns ermittelt». Damit wolle er erreichen, dass das Verfahren beschleunigt wird. In einem anderen Video droht der selbst ernannte Apostel T. Y. einem Unbekannten mit einer Ohrfeige. Im Christentum müsse man sich an die Regeln halten. Sie aber seien ausserhalb und deswegen unberechenbar.

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