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Nach der wilden Nacht vor dem Club in Bürglen: Beschuldigten tut es vor Gericht leid

Zweiter Tag am Bezirksgericht Weinfelden im Prozess gegen zwei Rheintaler. Es geht vor allem um die Frage, wie gross war die Gefahr durch den Revolver?
Ida Sandl
An der Bahnhofstrasse 12 in Weinfelden befindet sich das Bezirksgericht. Hier fand der Prozess um die beiden Rheintaler statt. (Bild: Reto Martin)

An der Bahnhofstrasse 12 in Weinfelden befindet sich das Bezirksgericht. Hier fand der Prozess um die beiden Rheintaler statt. (Bild: Reto Martin)

Zum Schluss die Reue: «Es tut mir leid» und «ich entschuldige mich bei allen Betroffenen». Das sagen die Beschuldigten am Ende der Verhandlung vor dem Bezirksgericht Weinfelden. Nach dem Rauswurf aus einem Club in Bürglen Ende April 2017 haben ein 28- und ein 27-jähriger Rheintaler bei einem Kollegen einen Revolver geholt, um den Türstehern Angst einzujagen. Der Kollege, ein 28-jähriger Thurgauer, ist angeklagt, weil er die Waffe ausgehändigt hat.

Die Staatsanwältin will die beiden Haupttäter für 8 beziehungsweise 4,5 Jahre hinter Gitter schicken. Der Mann, dem die Waffe gehörte, soll für 30 Monate in Haft. Die Verteidiger plädieren für Geldstrafen, in zwei Fällen bedingt.

War der Finger am Abzug der Schusswaffe?

Am zweiten Verhandlungstag geht es auch um die Frage, wie gefährlich die Situation für die Sicherheitsleute des Clubs war. Der Hauptbeschuldigte ist ihnen mit geladener Waffe nachgerannt, hat gerufen «jetzt gibt es ein Massaker» und hat einmal geschossen. Sein Verteidiger sagt: «Es bestand objektiv keine Lebensgefahr.» Die Distanz zum Security-Mann sei zu gross gewesen. Sein Mandant habe den Lauf des Revolvers nicht auf den Körper des Sicherheitsmannes gerichtet und den Finger nicht am Abzug gehabt.

«Ein Schuss hätte sich nicht einfach so lösen können.»

Der Anwalt eines der beiden Sicherheitsmänner, die im Prozess als Zivilkläger auftreten, sieht das anders. Wenn mit einer geladenen und schussbereiten Waffe gedroht werde, sei der Strafbestand «Gefährdung des Lebens» erfüllt. «Der Finger muss nicht am Abzug sein.» Denn es könne sich jederzeit ein Schuss lösen. Die Kugel könne von einer Wand abprallen und jemanden verletzen.

Der Verteidiger des jüngeren Beschuldigten bestreitet, dass der Taxifahrer von den Rheintalern entführt worden sei, wie die Anklage behauptet. Er hätte wegfahren können als der Haupttäter die Waffe holte und sein Mandant ausgestiegen sei, um sich zu übergeben. Dem Verteidiger ist klar, warum der Chauffeur geblieben sei:

«Er wollte sein Fahrgeld.»

Für die Anwältin des Taxifahrers ist dies blanker Hohn. Ihr Klient leide noch immer unter den Geschehnissen dieser Nacht. Sobald Betrunkene nachts in sein Auto stiegen, fürchte er, es könne wieder passieren. Ausserdem habe der zweite Beschuldigte das Taxi gar nicht verlassen, sondern lediglich die Tür geöffnet, um sich zu übergeben. Als er kurz eingenickt sei, hat der Chauffeur die Gelegenheit benutzt und einem Kollegen eine Whatsapp-Nachricht geschickt: «Ich habe zwei Psychos im Auto.» Man solle die Polizei verständigen.

Die Rheintaler kamen zu gut an bei den Frauen

Gegensätzlicher Meinung sind Verteidiger und Staatsanwaltschaft auch, was die Prügelei vor dem Rauswurf angeht. Die Aggression sei von den Sicherheitsleuten ausgegangen, weil die Rheintaler bei den Frauen im Club so gut angekommen seien, sagen die Verteidiger. Das habe den Lokalmatadoren nicht gepasst. Der Hauptangeklagte hat seinerseits Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Die Staatsanwältin hält dagegen: «Fakt ist, dass die Beschuldigten den Gästen unangenehm aufgefallen sind.» So sei der Hauptbeschuldigte Oben-ohne herum gelaufen und habe den Whisky eines Gastes verschüttet.

Das Gericht wird sein Urteil am 23. September verkünden.

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