Nach Coronaimpfung im Thurgau nimmt der südafrikanische Milliardär Stellung: «Es war ein Fehler, aber es war legal»

Die Impfung des südafrikanischen Milliardärs im Thurgau hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Jetzt äussert sich Johann Rupert in der «Sonntagszeitung» und gibt zu, dass es falsch war.

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Johann Rupert ist der wohl prominenteste Impftourist.

Johann Rupert ist der wohl prominenteste Impftourist.

Bild: Getty

(red.) Johann Rupert ist der reichste Mann Südafrikas mit einem Vermögen von rund acht Milliarden Dollar. Er flog vor Weihnachten in die Schweiz, um sich hier gegen Covid-19 impfen zu lassen. Nachdem er es erst erfolglos in einer Klinik in Luzern versucht hatte, wurde er kurz vor dem offiziellen Impfstart im Thurgau geimpft. Dies im Rahmen einer Pilotimpfung an insgesamt zwölf Testpersonen, durchgeführt von der Hirslanden-Gruppe. Die Hirslanden-Gruppe musste sich daraufhin einige Fragen gefallen lassen. Insbesondere, da der 70-Jährige über ein Firmengeflecht im Besitz der Spitalgruppe ist und die Impfdosen prinzipiell für Hochrisikopersonen über 75 Jahre vorgesehen sind.

Jetzt nimmt der Milliardär Johann Rupert, der in Genf einen Wohnsitz hat, selbst Stellung. In einem Interview mit der «Sonntagszeitung» sagt er:

«Es war ein Fehler, aber es war legal.»

Bevor er in die Schweiz geflogen sei, habe er in Südafrika einen PCR-Test gemacht. Er habe sich sofort in Quarantäne begeben, nachdem er am 23. Dezember in Genf angekommen sei und habe – ausser seine drei Angestellten, zu denen er Abstand hielt – niemanden getroffen. «Ich bin sehr vorsichtig», sagt er und erklärt, dass er wegen Corona schon viele Freunde verloren habe.

Er wollte ein Vorbild sein

Auf die Frage, warum er es mit der Coronaimpfung derart eilig gehabt habe, antwortet Rupert, dass die Personalabteilung seines Unternehmens vorgeschlagen habe, dass sich die Führungskräfte möglichst bald impfen lassen sollen, um so ein gutes Beispiel für die Belegschaft abzugeben, damit diese sich auch möglichst rasch impfen liesse. Also stieg er am 11. Januar ins Auto und fuhr dreieinhalb Stunden in den Thurgau für seine Coronaimpfung.

Rupert zeigt sich im Interview überzeugt davon, dass er als Südafrikaner Anrecht auf eine Impfung in der Schweiz habe. Er begründet:

«Ich bin seit 31 Jahren in der Schweiz, zahle meine Steuern und meine Krankenkasse hier.»

Ausserdem habe er den Hauptsitz seiner Firma Richemont von Zug nach Genf verlegt. Weiter erklärt er, dass es in Südafrika fast keinen Impfstoff gebe. Er habe sich dort nicht impfen lassen wollen, damit es nicht heisse, er dränge sich vor oder kaufe sich die Impfung.

Wie er aber nun zur zweiten nötigen Impfung komme und ob er dafür erneut in den Thurgau reise, lässt der Milliardär offen. Man suche noch nach einer Lösung, erklärt er.