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Nach 51 Dienstjahren ausgemustert: Zivilschutzanlage Neuhauserstrasse in Frauenfeld

Die Sanierung der Zivilschutzanlage Neuhauserstrasse in Frauenfeld kommt auf 1,27 Millionen Franken. In Zukunft liegt der Fokus aus der zivilen Nutzung, etwa als Unterkunft für Sportvereine.
Mathias Frei
Ganz in Blau: die Eingangstüre der Zivilschutzanlage Neuhauserstrasse. (Bild: Andrea Stalder)

Ganz in Blau: die Eingangstüre der Zivilschutzanlage Neuhauserstrasse. (Bild: Andrea Stalder)

Kalter Krieg war, als die Zivilschutzanlage Neuhauserstrasse aufging. 1968 war das. Mittlerweile ist die Baute «aufgrund ihres Alters in einem schlechten Zustand und bedarf einer Sanierung». So schreibt es der Stadtrat in einer Botschaft betreffend «Baukredit für die Sanierung der Zivilschutzanlage (ZSA) Neuhauserstrasse» an den Gemeinderat. Die Stadt ist als Besitzerin der Anlage Bauherrin, weshalb es im Antrag auch um einen Bruttokredit von 1,27 Millionen Franken geht. Netto beläuft sich der Kostenanteil der Stadt auf 271'500 Franken.

Die besagte Anlage an der Neuhauserstrasse war früher Ortskommandoposten, Standort für das Gemeindeführungsorgan und öffentlicher Schutzraum. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Armee (BABS) hat die Neuhauserstrasse aber zurückgestuft, von einer Schutzanlage zu einer Schutzbaute. Denn der neue Kommandoposten der Zivilschutzregion Frauenfeld ist in Matzingen. Die ZSA Neuhauserstrasse dient lediglich noch als öffentlicher Schutzraum. Zudem konnten und können sich Vereine in der ZSA einmieten, wenn sie zum Beispiel für ein mehrtägiges Trainingslager Übernachtungsmöglichkeiten benötigen (siehe Kasten).

An vier Standorten rund 290 Betten für Vereine

Nach der geplanten Sanierung hat es in der Zivilschutzanlage (ZSA) Neuhauserstrasse 84 Betten, die zivil genutzt werden können, also von Vereinen oder anderen Institutionen gemietet werden können. Für diese Vermietungen ist das städtische Quartieramt zuständig. Aktuell stehen gesamthaft 286 Betten in vier städtischen Unterkünften zur Verfügung. Derzeit noch für 100 Personen ist die ZSA Neuhauserstrasse ausgelegt. In der ZSA Kleine Allmend können für Trainingslager oder dergleichen 50 Personen unterkommen. Weitere 88 Betten stehen in der Unterkunft Hummerstrasse unter der Turnfabrik bereit. Für diese Gemeinschaftsunterkünfte gilt ein Tarif von zwölf Franken pro Nacht (Kinder/Jugendliche: sechs Franken). Leicht gehobeneren Standard bietet die Unterkunft beim Schulhaus Kurzdorf. Dort gibt es acht Sechs-Bett-Zimmer (mit Nordisch-Bettwäsche). Eine Übernachtung kostet pro Person 17 Franken. (ma)

Betrieb wird wohl kaum kostendeckend sein

Im Zentrum der zukünftigen Nutzung – nebst dem öffentlichen Schutzraum – stehen diese Vermietungen. Nach dem Rückbau blieben noch «rund 400 öffentliche Schutzplätze, wovon 84 Plätze für die zivile Nutzung vorgesehen sind». Damit die ZSA weiterhin für Vereine als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung gestellt werden könne, seien Investitionen in Bau und Infrastruktur notwendig, schreibt der Stadtrat. Zwischen 2014 und 2018 gab es 39 Vermietungen mit insgesamt 3345 Übernachtungen und Einnahmen von 24'000 Franken. Die Vermietungen seien aber in jüngerer Vergangenheit rückläufig gewesen, «da sich die Infrastruktur in einem schlechten Zustand befindet». Das betreffe vor allem die sanitären Anlagen und die Liegestellen.

«Mit der Sanierung können die Attraktivität und damit die Belegungszahlen wieder gesteigert werden. Dies war bereits in der Unterkunft Hummelstrasse der Fall, in welcher nach einer sanften Renovation die Belegungen wieder gestiegen sind.»

Heizwärme und Warmwasser kommen in der ZSA Neuhauserstrasse von der Kanti, die am Wärmering hängt. Die ganze Anlage wird rollstuhlgängig, Nasszellen und Küche werden total erneuert. In der Botschaft ist von «einfacher, aber zeitgemässer Infrastruktur» zu lesen.

Gewissermassen im Grünen: die Zivilschutzanlage Neuhauserstrasse. (Bild: Andrea Stalder)

Gewissermassen im Grünen: die Zivilschutzanlage Neuhauserstrasse. (Bild: Andrea Stalder)

Nach der Sanierung rechnet der Stadtrat mit Einnahmen von jährlich 8000 Franken. Gleichwohl werde der Betrieb «kaum je kostendeckend sein». Denn es wird mit einem jährlich Aufwand von durchschnittlich 10'900 Franken gerechnet, der sich aus den Abschreibungen und der Zinslast, hochgerechnet auf die Abschreibungsdauer von 33 Jahren, bildet. Diese Kosten seien vertretbar, im Sinne einer aktiven Wertschätzung der Vereinsarbeit.

Kostentechnisch geht der Rückbau zu Lasten des Bundes (216'000 Franken). Der Kanton kommt für die Erneuerung im Bereich der Zivilschutznutzung auf, die sich auf 783'000 Franken beläuft. Erneuerungen für die zivile Nutzung übernimmt die Stadt und rechnet mit 271'500 Franken.

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