Nach 17 Jahren tritt die Leiterin des Aadorfer Ferienspasses zurück

Der Aadorfer Ferienspass ist eine Erfolgsgeschichte geprägt von Sandra Sax. Sie war bereits Gründungsmitglied und übergibt nun ihr Freiwilligenamt einer Nachfolgerin.

Kurt Lichtensteiger
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Sandra Sax bereicherte die Frühjahrsferien vieler Kinder.

Sandra Sax bereicherte die Frühjahrsferien vieler Kinder.

(Bild: Kurt Lichtensteiger)

Schon seit Jahren gedachte die Aadorferin Sandra Sax, die ­Organisation des Aadorfer ­Ferienspasses in andere Hände zu übergeben. Doch die Nachfolgeregelung scheiterte an möglichen Interessenten. So gingen die Jahre dahin, bis sich nun Tina Fisch als Nachfolgerin für das Freiwilligenamt finden liess.

Ein letzter Kraftakt stellte sich Sandra Sax im vergangenen Frühjahr. Denn die getätigten Vorbereitungsarbeiten für die Kursorganisation 2020 waren vergeblich. Der Anlass Anfang April musste coronabedingt abgesagt werden. Man hätte sich an der Elternforumsgeneral­versammlung für die Verabschiedung der teilberuflichen SBB-Mitarbeiterin idealere Vorzeichen gewünscht. Sax selber sagt:

«In Erinnerung bleiben mir insbesondere die Freude über strahlende Kinderaugen und die Dankbarkeit der Eltern.»

2003 hat sie an der ersten OK-Sitzung unter der Leitung von Monika Thalmann teilgenommen. Das Powertrio, zusammen mit Imelda Rupper, konnte ein zehnköpfiges Frauenteam für die Mitarbeit gewinnen.

Im Frühjahr 2004 startete die Organisation. Ab 2010 übernahm Sandra Sax den alleinigen Lead mit der Unterstützung von elf Frauen. Mangels Personalressourcen kündigte sich 2013 das Ende des Aadorfer Ferienspasses an. Doch so weit kam es nicht.

Schliesslich waren auch dieses Jahr bei 154 Kursen über 500 Kinder angemeldet. Diese stammten in den Anfangsjahren nur aus Aadorf. Mit der Zeit stiessen Kinder aus Ettenhausen, Guntershausen, Häuslenen und Wittenwil dazu. Seit 2013 steht das Ferienangebot zudem Teilnehmenden aus der Oberstufe offen.

Auf Unterstützung von Sponsoren angewiesen

Leicht vorstellbar, dass Organisation und Verantwortung kein Pappenstiel sind, zumal das vielfältige Angebot zu anderen Gemeinden keine Vergleiche zu scheuen braucht. Diesbezügliches Lob gab es von verschiedenen Seiten, sei es im Hinblick auf die Logistik oder die Kursinhalte. Weil der Ferienspass weitgehend selbsttragend sein muss, war man auf die Unterstützung von Sponsorenbeiträgen angewiesen. An diesen beteiligte sich auch die Gemeinde.

Wenn Not an der Frau war, sprang auch Sandra Sax ein: «Ein zehnjähriges Kind erschien nicht am Kursort.» Dessen Mutter sei arbeiten gegangen und das Kind alleine zu Hause geblieben. «Ich holte das weinende Mädchen mit meinem Auto ab und brachte es zum Rösslikurs auf dem Oberhof, wo sich ihre Augen beim Anblick der Pferde gleich wieder aufhellten.»

Keine Kosten für den Ferienspass verursachte die Administration. Auch nicht Sandra Sax, die übers Jahr gerechnet einen Tag pro Woche aufwendete, was einem Arbeitspensum von 20 Prozent entspricht. Allein der Beitrag für ein jährliches Nachtessen im Wert von 25 Franken war der materielle Lohn.

Ideell sei dieser aber weit grösser einzuschätzen. «Ich hörte von Kindern, die nicht in die Ferien verreisen wollten, weil sie die Teilnahme am Ferienspass nicht verpassen wollten», sagte die Mutter zweier erwachsener Söhne. Eine Aussage, die stellvertretend für viele Kinder gelten dürfte.