Musizieren vor 300 Autos: Pepe Lienhard ist sicher, dass das ein ungewohntes Erlebnis ist.

Mit 74 Jahren fühlt sich der Thurgauer Bandleader Pepe Lienhard überhaupt nicht alt. Wegen des Coronavirus plötzlich zu einer Risikogruppe zu gehören, war für ihn ungewohnt.

Sophie Ade
Drucken
Teilen
Bandleader Pepe Lienhard freut sich auf das am 19. Juli stattfindende spezielle Konzert. (Bild: Picasa)

Bandleader Pepe Lienhard freut sich auf das am 19. Juli stattfindende spezielle Konzert. (Bild: Picasa)

Mit 74 Jahren zählen Sie zur Risikogruppe betreffend Coronavirus. Wie hat der Umstand ihr Leben in den letzten Monaten beeinflusst?

Pepe Lienhard: Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich realisiert, dass ich zur älteren Garde gehöre. Ich empfinde mich nicht als alt, fühle mich fit und habe noch viele Pläne. Plötzlich zur Risikogruppe zu gehören, mit all den Empfehlungen dies und jenes nicht zu tun, hat mich schon sehr beschäftigt.

Mit Big Band und Show Orchester sind Sie gewöhnlich gut gebucht. Hat Ihr Einkommen stark unter den Folgen des Virus gelitten?

Meine Band musste auf eine ganze Reihe Konzerte und Galas verzichten. Das Virus hat die Veranstaltungsbranche extrem getroffen. Dazu gehören nicht nur die Künstler, sondern auch Techniker, Caterer und Veranstalter. Es ist für alle prekär.

Ist das Open Air auf dem Parking P17 des Flughafen Kloten ein Lichtblick für Sie?

Die elf Musiker, die Sängerin und die zwei Sänger freuen sich extrem auf den Auftritt vom 19. Juli. Es ist grossartig, dass die Veranstalter und alle Partner sich so ins Zeug gelegt und das Festival auf die Beine gestellt haben. Es geht darum, nach vorne zu schauen, Zeichen zu setzen und nicht stillzustehen.

Gab es Vorgaben?

Normalerweise stehen die Musiker bei einem Auftritt näher zusammen. Es wird ungewohnt sein, mit dem nötigen Abstand zwischen allen zu spielen.

Was für ein Gefühl wird es sein, am 19. Juli vor 300 Autos zu spielen?

Das wird eine neue Erfahrung für alle. Wir werden auf der Bühne aber alles geben, um eine gute Atmosphäre zu schaffen.

Finden Sie es schade, dass Ihre Band über das Autoradio angehört wird?

Die Musik ist live; die kommt nicht vom Tonband. Ich bin mir sicher, dass der Funken springen wird, auch wenn das Erlebnis anders ist. Natürlich ist es toll, die Reaktion des Publikums unmittelbar zu sehen und zu hören. Trotzdem freue ich mich sehr auf das Experiment. Vielleicht geben uns die Leute über die sozialen Medien oder E-Mails ein Feedback. Das wäre schön.

Mehr zum Thema