Musik
«Man kann nicht erwarten, dass alle eine internationale Musikerkarriere starten»: Kontakte knüpfen am Ostschweizer Solisten und Ensemble Wettbewerb

Aussergewöhnlich viele Musikerinnen und Musiker haben sich für den Ostschweizer Solisten und Ensemble Wettbewerb angemeldet. Musikpädagoge Daniel Jenzer sagt, dass der Event wichtig ist, um Kontakte zu knüpfen.

Christof Lampart
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Ein junger Musiker beim Ostschweizer Musik- und Ensemble Wettbewerb.

Ein junger Musiker beim Ostschweizer Musik- und Ensemble Wettbewerb.

Bild: Christof Lampart

Für ein Gesamtfazit nach einem Viertel des Gesamtprogramms war es am Samstagnachmittag eindeutig noch zu früh. Doch etwas konnte Verena Fehr, Geschäftsführerin des Ostschweizer Solisten und Ensemble Wettbewerbs (OSEW) schon sagen: «Wir sind über die diesjährigen Zahlen sehr erfreut.» Es gingen in diesem Jahr 640 Anmeldungen ein, was deutlich mehr sind als im Vorjahr. Und noch etwas freute die Organisatoren besonders: «Wir konnten bei allen Kategorien zulegen.»

An was dieser steile Anstieg gelegen haben mag, konnte jedoch niemand von den OSEW-Vorstandsmitgliedern genau sagen. Die Vermutung wurde geäussert, dass der virusbedingte Lockdown über den letzten Winter viele zu Hause zum Üben angestachelt haben könnte. Und als im Frühling 2021 wieder kleinere Ensembles hätten zusammen üben können, sei dies auch eine Befreiung gewesen.

Wertvolles «Zwischenstück»

Daniel Jenzer, Musikpädagoge und Dirigent

Daniel Jenzer, Musikpädagoge und Dirigent

Bild: Christof Lampart

Befreiend wirkte am Samstag auch die Atmosphäre rund ums Primarschulhaus Grünau, dass, wie auch in den vielen OSEW-Austragungen seit dem Jahr 2001, auch in diesem Jahr das Zentrum des Wettbewerbes war. Während hier die Holz- und Blechbläser ihr Bestes gaben, waren im Dreitannensaal die Perkussionisten und in den Räumen der Freien Evangelischen Gemeinde die Teilnehmer des Schweizerischen Studentenwettbewerbs für Klassisches Saxofon an der Reihe. Dort hielt sich am Samstagnachmittag auch der Musikpädagoge und Dirigent Daniel Jenzer aus Truttikon auf. Er steht seit drei Jahren der Musikkommission des OSEW vor. Dass der Schweizerische Studentenwettbewerb für Klassisches Saxofon in Sirnach stattgefunden hat, findet Jenzer sehr wertvoll, denn:

«Hier sieht man ein Zwischenstück zwischen einem Laienwettbewerb und einem Wettbewerb für Profimusiker. Solche Auftritts- und Vergleichsmöglichkeiten sind leider auf dieser Stufe selten.»

Ambitionierte Laien konnten für einmal mitverfolgen, was bezüglich Saxofon von Musikstudenten an den Hochschulen erwartet wird. Neun von 20 jungen Frauen und Männern, die aktuell in der Schweiz Klassischen Saxofon an einer Hochschule studieren, hatten sich für den Wettbewerb eingeschrieben, was Jenzer als höchst erfreulich wertete. Und zwar nicht nur für einaussagekräftiges Bild der musikalischen Leistungsfähigkeit, sondern auch, weil so «wertvolle Kontakte entstehen». Diese seien sehr wichtig, denn: «Man kann nicht erwarten, dass alle in Zukunft eine internationale Musikerkarriere starten. Aber was wir sicher brauchen, sind motivierte Saxofonisten, die ihr Können und Wissen als Lehrer weitergeben», so Jenzer.

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