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Münchwiler Stimmbürger streichen Jagdhaus-Sanierung aus Budget

Der Verein Villa Sutter blitzte vor der Münchwiler Gemeindeversammlung mit seinem Sanierungsprojekt ab. Dafür genehmigte der Souverän den Projektierungskredit für einen Schulhaus-Neubau im Zentrum Oberhofen.
Roman Scherrer
Das Jagdhaus auf dem Areal der Villa Sutter befindet sich in schlechtem Zustand. (Bild: Christoph Heer)

Das Jagdhaus auf dem Areal der Villa Sutter befindet sich in schlechtem Zustand. (Bild: Christoph Heer)

Mit so vielen Teilnehmern an ihrer Versammlung hat die Politische Gemeinde Münchwilen nicht gerechnet. Das zeigte sich bei der Abstimmung über das Einbürgerungsgesuch eines italienischen Ehepaars.

Dabei reichten die vorbereiteten lila Stimmzettel nicht für die 214 Stimmbürger, die sich am Mittwochabend in der Turnhalle Oberhofen eingefunden hatten. So kamen weisse «Notfallzettel», wie sie Gemeindepräsident Guido Grütter nannte, zum Einsatz. Dem Antrag zur Einbürgerung stimmten die Münchwilerinnen und Münchwiler mit grosser Mehrheit zu.

Die Versammlung war geprägt von regen Diskussionen. Nicht zuletzt, weil zwei Anträge zum Budget vorgebracht wurden. Einer davon betraf die Investition von 100'000 Franken als Beitrag zur Sanierung des Jagdhauses der Villa Sutter. Die Präsidentin der Münchwiler SVP, Priska Peter, beantragte im Namen ihrer Partei, den Betrag aus der Investitionsrechnung zu streichen.

Vermietung des Häuschens geplant

Zuvor erklärte Ueli Bohnenblust, Verantwortlicher Liegenschaften im Verein Villa Sutter, dass das Jagdhaus in schlechtem Zustand sei und an vielen Stellen Risse aufweise. «Das Fundament ist nichts wert. Das Häuschen hat sich schon mehr als sechs Zentimeter gesenkt und bewegt sich weiter», sagte Bohnenblust.

Nun wolle man eine «Flucht nach vorne» wagen. Es bringe nichts, das vom Denkmalschutz als wertvoll eingestufte Jagdhaus teuer zu sanieren, wenn man es dann nicht nutzen könne, so Bohnenblust weiter. Der Vereinsvorstand beabsichtigte deshalb etwa, eine Toilette einzubauen. «So wäre es möglich, das Häuschen für Anlässe zu vermieten.»

Ueli BohnenblustVorstandsmitglied Verein Villa Sutter

Ueli Bohnenblust
Vorstandsmitglied Verein Villa Sutter

Insgesamt beläuft sich die Kostenschätzung für dieses Vorhaben auf 220'000 Franken. Sollte die Gemeinde den Beitrag von 100'000 Franken leisten, würde die «Alfred und Anneliese Sutter-Stöttner Stiftung» 90'000 Franken leisten. Die Denkmalpflege hat 10000 Franken zugesichert. Die restlichen 20'000 Franken will der Verein Villa Sutter selber tragen. SVP-Präsidentin sagte:

«Das vorliegende Projekt scheint uns klar überdimensioniert. Die SVP lehnt den Budget-Posten deshalb ab.»

Weitere Voten stützten diese Meinung. Die FDP vermisste «wichtige Informationen» zur Sanierung, weshalb Parteipräsident Roland Aeby vorschlug, den Posten ein Jahr zurückzustellen. Mit 171 Ja- zu 37 Nein-Stimmen zum SVP-Antrag strich die Versammlung den Jagdhausposten deutlich aus dem Budget.

Weniger klar fiel das Abstimmungsresultat beim Antrag der FDP aus. Die Freisinnigen wollten das vorgesehene 50-Prozent-Pensum für einen eigenen Jugendsozialarbeiter streichen. Die Stimmbürger lehnten den Antrag aber mit 117 Nein- zu 72 Ja-Stimmen ab.

45'000 Franken für Spielplatz

Nach dem gestrichenen Jagdhaus-Posten sieht das Budget bei Einnahmen von gut 11,6 Millionen Franken ein Defizit von 270'000 Franken vor. Der Voranschlag mit gleichbleibendem Steuerfuss von 61 Prozent wurde klar genehmigt.

So erhielten die Initianten für einen öffentlichen Spielplatz im Bezirkshauptort 45'000 Franken zugesprochen. Vertreter der Interessengruppe stellten zuvor das Projekt vor, welches bei der evangelischen Kirche realisiert werden soll.

Weiter hatten die Münchwiler über ein «sehr spezielles Traktandum», wie es Gemeindepräsident Grütter bezeichnete, zu befinden. Und zwar über einen Nachtragskredit von 146'000 Franken für die Erweiterung der Garderoben in der Schul- und Sportanlage Waldegg.

Vor Jahresfrist genehmigte die Gemeindeversammlung für die Erweiterung einen Kredit über 996'000 Franken. Bei den Bauarbeiten erkannten die Planer aber, dass bestehende Wasserleitungen ausgetauscht werden müssen, um eine ausreichende Wasserzufuhr zu gewährleisten. Der Nachtragskredit wurde mit 163 Ja- zu 14 Nein-Stimmen angenommen.

«Baloo» geht in Planung

Da Münchwilens Schulpräsident Lukas Weinhappl am Mittwochabend an einer militärischen Schlussübung weilte, führte sein Vize, Daniel Lüthi, durch die Versammlung der Volksschulgemeinde. Da einige Münchwilerinnen und Münchwiler nach der Versammlung der Politischen Gemeinde den Heimweg angetreten hatten, befanden noch 172 Stimmbürger über die Schultraktanden.

Die Schulbehörde budgetierte einen Gewinn von knapp 85'000 Franken. Dies bei Ausgaben von insgesamt rund 13,4 Millionen Franken. Der Voranschlag mit einem gleich bleibenden Steuerfuss von 95 Prozent sorgte für wenig Diskussionen und wurde denn auch von einer grossen Mehrheit der Stimmbürger gutgeheissen.

Das Siegerprojekt «Baloo» sieht einen Neubau zwischen der Schul- und der Urbanstrasse vor. (Bilder: PD / Allemann Bauer Eigenmann Architekten AG)

Das Siegerprojekt «Baloo» sieht einen Neubau zwischen der Schul- und der Urbanstrasse vor. (Bilder: PD / Allemann Bauer Eigenmann Architekten AG)

Eine längere Diskussion entspann sich indes um den Projektierungs- und Planungskredit über 585'000 Franken für neuen Schulraum im Zentrum Oberhofen. Das Projekt «Baloo» des Zürcher Architekturbüros Allemann Bauer Eigenmann ging aus dem dafür durchgeführten Wettbewerb als Sieger hervor.

Sonderpädagogik im «Schulhaus 2» vorgesehen

Eine Stimmbürgerin wies darauf hin, dass 2003 in Münchwilen 51 Kinder mehr zur Schule gingen als 2017 und im Kastanienhof ein neues Schulhaus mit sechs Zimmern eingeweiht wurde. Die Votantin fragte deshalb nach einer Erklärung, weshalb man nun wieder ein neues Schulhaus plant.

Oberhofen-Schulleiter Rolf Thalmann erklärte, dass man vier Klassen aus dem «Schulhaus 2», dessen Räume für die Sonderpädagogik benötigt würden, in den Neubau verlegen will. Zudem rechne man mit je einer weiteren Klasse im Kindergarten und in der Primarschule. Thalmann sprach dann die Votantin persönlich an:

«Ich glaube in einer Schulgemeinde, die weiter vorausschaut, passiert nicht etwas wie in der Schulgemeinde, in der du arbeitest, wo teure Provisorien erstellt werden müssen.»

Eine weitere Votantin bezweifelte, ob es sinnvoll ist, drei Kindergärten im gleichen Bau unterzubringen. Sie sieht dadurch einen zu hohen Lärmpegel für die Primarschüler im Obergeschoss.

Architekt Patric Allemann erklärte, dass das Erdgeschoss grösser sei als die Etage darüber und so als Lärm- und Sichtbarriere diene. Schliesslich akzeptierten die Stimmbürger den Kredit mit 91 Ja- zu 54 Nein-Stimmen. In knapp einem Jahr sollen sie dann an der Urne über den Baukredit abstimmen können.

Zudem genehmigte die Versammlung einen Kredit über 196'000 Franken für «Sicherheits- und Infrastrukturinvestitionen» in allen Münchwiler Schulzentren.

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