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Münchwiler Schützen wollen weiterhin im Dorf schiessen - Stimmbürger lehnen ab

An der Versammlung der Politischen und der Schulgemeinde sorgten die ordentlichen Traktanden kaum für Diskussionen. Vielmehr war ein Schiessstand das Thema des Abends.
Roman Scherrer
Gemeindepräsident Guido Grütter verweist an der Versammlung auf die Botschaft. (Bild: Roman Scherrer)

Gemeindepräsident Guido Grütter verweist an der Versammlung auf die Botschaft. (Bild: Roman Scherrer)

Es sah zuerst so aus, als ob die Versammlungen der Politischen und der Schulgemeinde am Mittwochabend nach etwas mehr als einer Stunde bereits abgeschlossen wären. Dann meldete sich aber ein Vertreter des Münchwiler Schützenvereins zu Wort – und fragte an, einen Antrag stellen zu dürfen. "Wir sind überrascht, aber Anträge können immer gestellt werden", antwortete der Münchwiler Gemeindepräsident Guido Grütter.

Der Schützenverein beantragte, weiterhin beim Schützenstand über 300 Meter in Oberhofen schiessen zu dürfen. Dies entgegen dem Entscheid des Gemeinderats aus dem vergangenen Jahr, diesen Schützenstand mit der anstehenden Bodensanierung im kommenden Herbst zu schliessen.

Verein wollte Kosten übernehmen

Der Sprecher des Schützenvereins betonte, man würde auf eigene Kosten die Kugelfänge sanieren. Zudem erspare man der Gemeinde Kosten, welche entstünden, wenn die 300-Meter-Schützen auswärts schiessen müssten. Grütter entgegnete: "Wer denkt, die Sanierung der Kugelfänge würde die Gemeinde nichts kosten, liegt falsch." Alleine die neuen Kugelfanganlagen, welche man heutzutage benötige, würden pro Stück 10000 Franken kosten. Insgesamt brauche man zwölf solcher Anlagen. Und die Kugelfänge seien nur ein Teil von allem, so Grütter. "Auch jährliche Betriebskosten würden auf die Gemeinde zukommen." Die Schützenvereine Eschlikon, Sirnach und Wängi hätten sich zudem bereit erklärt, die Münchwiler 300-Meter-Schützen bei sich aufzunehmen. Vonseiten des Schützenvereins wurde entgegnet, dass man nicht vorhabe, weiterhin auf zwölf Scheiben zu schiessen.

Gemeinderat Enrico Kämpf, welcher die Sanierung der Schiessanlage in seinem Ressort verantwortet, führte ebenfalls aus, weshalb er den Antrag nicht gutheissen kann: "Die ganzen Planungsarbeiten sind bereits ausgeführt und haben Geld gekostet." Zudem sei die Eingabe an Kanton und Bund erfolgt, mit der Auflage, dass der 300-Meter-Stand nicht weiter betrieben werde. "Wenn der Antrag nun angenommen würde, müssten wir zurück auf Feld eins. Und wir müssten wieder ganz hinten anstehen, was die Unterstützungsbeiträge des Bundes betrifft." Er sei nicht sicher, ob man dann überhaupt noch mit Bundesgeldern rechnen könne, so Kämpf. Dieses und weitere Argumente im Namen des Gemeinderats schienen die 97 anwesenden Stimmbürger überzeugt zu haben. Mit 72 Nein-Stimmen haben sie den Antrag des Schützenvereins abgelehnt. Da nur vier der elf Aktiv-Vereinsmitglieder in der Gemeinde Münchwilen wohnen, dürfte es für die Schützen schwierig gewesen sein, für ihr Anliegen zu mobilisieren. "Der Gemeinderat wird sich um eine Anschlusslösung für die 300-Meter-Schützen kümmern", sagte Enrico Kämpf nach Bekanntgabe des Resultats.

Gewinn dank höherer Steuereinnahmen

Die Rechnung 2017 der Politischen Gemeinde sorgte für keinerlei Diskussionen. Sie schliesst trotz eines budgetierten Defizits von rund 110000 Franken mit knapp 200000 Franken im Plus. Die Besserstellung sei laut der für die Finanzen verantwortlichen Gemeinderätin Nadja Stricker vor allem auf höhere Einnahmen bei den Steuern von natürlichen Personen und der Grundstückgewinnsteuer zurückzuführen. Die Nettoinvestitionen liegen hingegen mit über zwei Millionen Franken rund 160000 Franken über dem budgetierten Betrag. "Unter anderem konnten Investitionen aus dem Vorjahr erst im vergangenen Jahr abgeschlossen werden", erklärte Stricker. Die Stimmberechtigten hiessen die Rechnung einstimmig gut und stimmten auch den vier Einbürgerungsgesuchen grossmehrheitlich zu.

Auch die Rechnung der Volksschulgemeinde segneten die anwesenden Münchwiler diskussionslos ab. Bei Gesamteinnahmen von rund 11,4 Millionen weist diese ein Minus von knapp 104000 Franken aus, welches dem Eigenkapital belastet wird. Die Versammlung stimmte ausserdem vier Abrechnungen der Schule zu: für die Erweiterung des Schulzentrums Kastanienhof, eine Studie zu Schulraum und Mehrzweckhalle Oberhofen sowie Anschaffungen von Informatik und Mobiliar. Mit Ausnahme der Letzteren fielen alle Abrechnungen tiefer aus als die dafür beantragten Kredite.

Schulpräsident Lukas Weinhappl informierte an dieser Stelle über den Projektstand zur Erweiterung des Schulzentrums Oberhofen: "Für den Schulraum im südlichen Perimeter läuft aktuell der Projektwettbewerb. Das Interesse ist erfreulich gross." Im nördlichen Bereich hat die Schule keinen akuten Bedarf am Neubau einer Mehrzweckhalle. "Wir werden nun aber den Vereinen die Möglichkeit geben, uns ihre Bedürfnisse im Zentrum Oberhofen darzulegen", so Weinhappl. Sollte der Bedarf an einem Neubau bestehen, würde die Schule die finanziellen Konsequenzen aufzeigen.

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