Münchwiler Käsesommelière schreibt Buch über regionale Produkte: «Wollte die ganze Vielfalt an Käsesorten aufzeigen»

Das Thema Käse zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Gabriela Frei. Soeben hat die Münchwilerin ein bebildertes Buch zum Thema herausgebracht.

Adrian Zeller
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Buchautorin Gabriela Frei freut sich über die Veröffentlichung ihres 195-seitigen Erstlings.

Buchautorin Gabriela Frei freut sich über die Veröffentlichung ihres 195-seitigen Erstlings.

(Bild: Adrian Zeller)

Beim Besuch dieser Zeitung hält Gabriela Frei ihr Buch sozusagen frisch ab Druckerpresse in den Händen. Sie habe mit dem üppig bebilderten Buch «Chäs!» die ganze Vielfalt an Käsesorten aufzeigen wollen, betont die Mutter zweier erwachsener Töchter. Zusammen mit ihrem Mann lebt die einstige Münchwiler Schulpräsidentin in St. Margarethen.

Doppelten Grund zur Freude

Durch ein Portrait über sie in einer Zeitung wurde ein Verlag auf sie aufmerksam und fragte sie für die Realisierung des Buchprojektes an. Die 55-Jährige sagt:

«So ein Buch zu schreiben, war für mich eine völlig neue Erfahrung, die mir sehr gefallen hat.»

Sie hat in diesem wegen Corona herausfordernden Jahr gleich doppelt Grund zur Freude, im Frühling kam ihr erstes Enkelkind zur Welt.

Das Buch von Gabriela Frei zeigt auf 195 Seiten die Vorzüge des Schweizer Käses.

Das Buch von Gabriela Frei zeigt auf 195 Seiten die Vorzüge des Schweizer Käses.

(Bild: ZVG)

Der Verlag habe ihr beim Schreiben viel freie Hand gelassen, betont sie. Zusammen mit dem Berufsfotografen Winfried Heinze besuchte sie zwischen Oktober 2019 und Mai 2020 acht Käsereien im Thurgau, in St. Gallen, in Schwyz sowie in weiteren Kantonen. Sie stellen Hartkäse, Halbhartkäse, Blauschimmelkäse und weitere Sorten her.

Das Buch umfasst 195 Seiten

«Bei der Auswahl der Betriebe habe ich darauf geachtet, dass sie bereits mit einem Preis ausgezeichnet wurden und damit ein gewisses Qualitätsniveau garantiert ist», erzählt Autorin Frei. Eine Foodstylistin kochte zusätzlich aus jeder Käsesorte einige Speisen, die anschliessend im Studio fotografiert und zusammen mit den Rezepten in das 195-seitige Buch aufgenommen wurden.

Mit dem textlichen wie mit dem visuellen Ergebnis ist Gabriela Frei sehr zufrieden, es seien sehr authentische Portraits geworden, an denen das Verlagslektorat lediglich einzelne Satzstellungen oder Wörter ersetzt hat.

Mit 18 auf den Käse gekommen

Das Thema Käse lässt Gabriela Frei seit ihrem 18. Lebensjahr nicht mehr los. Damals lernte sie ihren heutigen Mann, einen Käser, kennen. Durch ihn wuchs die ausgebildete Handarbeits- und Sportlehrerin immer mehr ins Thema hinein. 

Durch eine Schulung zur Käsesommelière eignete sie sich das fachliche Rüstzeug für ihre Passion an. Sie empfand diesen Lehrgang als ausbaufähig und rief mit zwei Partnern einen eigenen Kurs ins Leben. Das Angebot stösst auf Interesse, diesen Herbst ist die zweite Durchführung mit 11 Teilnehmenden gestartet.

«Es haben sich Frauen und Männer mit sehr unterschiedlichen Lebenshintergründen und Zugängen zum Thema angemeldet, dies führt zu sehr interessanten Gesprächen», erklärt die Ausbildungsleiterin. Auf einer weiteren Ebene spielt das Thema Käse eine bedeutsame Rolle im Alltag von Gabriela Frei: 2007 übernahm sie zusammen mit ihrem Mann die Aktienmehrheit an einer mittelgrossen Käserei in Giswil OW, die unter anderem einen siebenfach ausgezeichneten Raclettekäse herstellt. 

Ihr Fachwissen zum Thema Käse war auch bei der Entwicklung der Chääswelt Toggenburg gefragt. Dort war sie beim Aufbau der Kurse beratend tätig. Mit dem Ergebnis ist sie sehr zufrieden: «Ich finde die Chääswelt Toggenburg ein geniales Projekt, das auch für andere Regionen Vorbildcharakter hat.» Besonders lobend hebt sie hervor, dass sich die Angebote nicht auf Käse alleine beschränken, sondern auch weitere lokale Spezialitäten einbeziehen. (aze)