Münchwilen
Weniger Stau dank Warteräumen: Frauenfeld-Wil-Bahn saniert Bahnübergang und spannt mit Kanton zusammen

Die Frauenfeld-Wil-Bahn saniert in Münchwilen den Übergang Eschlikonerstrasse. Im gleichen Projekt saniert der Kanton die gesamte Kreuzung. Dafür mussten vier Parteien Land abtreten.

Roman Scherrer
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Das Gleis der Frauenfeld-Wil-Bahn führt in Münchwilen über die Kreuzung Frauenfelder-/Eschlikonerstrasse.

Das Gleis der Frauenfeld-Wil-Bahn führt in Münchwilen über die Kreuzung Frauenfelder-/Eschlikonerstrasse.

Bild: Olaf Kühne

Sie sind im Bezirkshauptort gleichermassen bekannt wie unbeliebt: die Blechlawinen zu Stosszeiten. Ein Grund, weshalb es im Zentrum von Münchwilen regelmässig staut, ist die Kreuzung Frauenfelder-/Eschlikonerstrasse. Wollen Autofahrer nämlich – aus dem Dorfzentrum kommend – nach Eschlikon abbiegen, während die Frauenfeld-Wil-Bahn durchfährt, müssen sie warten. Und die Lenker hinter ihnen müssen es ihnen gleichtun, weil sie nicht vorbeikommen.

Das soll sich in absehbarer Zeit aber ändern. Denn die Frauenfeld-Wil-Bahn AG saniert den Bahnübergang Eschlikonerstrasse. Dazu ist sie aufgrund des Eisenbahngesetzes verpflichtet. Neu soll der Übergang mit einer Schranke gesichert werden. Das gesamte Projekt ist aber noch viel grösser, denn auch der Kanton ist daran beteiligt. Er saniert gleich die gesamte Kreuzung Frauenfelder-/Eschlikonerstrasse und stattet sie mit einer Lichtsignalanlage aus.

Separate Spuren dienen als Warteraum

Gregor KretzLeiter Amt für Bau und Umwelt bei der Gemeinde Münchwilen

Gregor Kretz
Leiter Amt für Bau und Umwelt bei der Gemeinde Münchwilen

Bild: PD

«Für den besseren Verkehrsfluss werden zudem aus allen Richtungen Aufspurungen erstellt», sagt Gregor Kretz, Leiter Amt für Bau und Umwelt bei der Gemeinde Münchwilen. Das heisst, es entstehen zusätzliche Fahrspuren fürs Abbiegen. Wenn also ein Lenker künftig von der Frauenfelder- in die Eschlikonerstrasse abbiegen will, kann er dafür in eine separate Spur fahren– quasi in einen Warteraum. Fahrer hinter ihm können dadurch problemlos an ihm vorbei, wenn sie geradeaus weiterfahren wollen. Kretz sagt:

«Es ist eine Art Puffer, durch den weniger Rückstau entsteht.»

Die Kreuzung benötigt dadurch aber auch mehr Platz, weshalb der Kanton Land erwerben musste. «Das war auf allen vier Seiten nötig», erklärt Kretz. Land veräussert haben demnach der Verein Villa Sutter, die Post, die Raiffeisenbank und der Eigentümer von «Ali’s Kebab House». «Mit allen Parteien konnte eine Einigung erzielt werden», berichtet Gregor Kretz. Die Raiffeisenbank hat auch für die Verlängerung des bestehenden Rad- und Gehwegs an der Frauenfelderstrasse Land verkauft. «Der Weg wird neu durchgehend sein, bis zur Eschlikonerstrasse», sagt Kretz.

An der Kreuzung Frauenfelder-/Eschlikonerstrasse entsteht zu Stosszeiten regelmässig Stau.

An der Kreuzung Frauenfelder-/Eschlikonerstrasse entsteht zu Stosszeiten regelmässig Stau.

Bild: Roman Scherrer (21. September 2018)

Gemeinde kommt vergleichsweise günstig davon

Diese Verlängerung ist ebenfalls Teil des Kreuzungs- und Bahnübergangsprojektes, bei dem die Gemeinde Münchwilen vergleichsweise günstig davonkommt. «Wir rechnen mit einem Kostenanteil von 440'000 Franken», sagt Kretz. Günstig deshalb, weil die Gemeinde diesen Betrag ursprünglich ohnehin für die Erweiterung des Rad- und Gehwegs vorgesehen hatte, welche nun aber in das Projekt der Frauenfeld-Wil-Bahn integriert wurde, wie Kretz weiter erklärt.

Parallel zu all diesen Massnahmen ergänzt die Gemeinde das Trottoir am Alfred-Sutter-Park, damit es durchgehend bis in die Murgtalstrasse verlaufen wird. «Das ist ein separates Projekt der Gemeinde, das aber im gleichen Zeitraum wie die Sanierung des Bahnübergangs umgesetzt wird», sagt Kretz.

Das Projekt der Frauenfeld-Wil-Bahn liegt noch bis zum 13. Dezember im Münchwiler Gemeindehaus auf. «Wir gehen davon aus, dass 2022 gebaut werden kann», sagt Gregor Kretz. Möglich sei theoretisch ein Baubeginn Ende 2021. «Das wäre aber sehr sportlich und nur ohne Einsprachen machbar.»

Zwei Sanierungsprojekte für Übergänge sind noch offen


Die Frauenfeld-Wil-Bahn ist durch das Eisenbahngesetz verpflichtet, Bahnübergänge zu sanieren, die nicht den aktuellen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Laut Mediensprecherin Erika Egger seien derzeit noch «zwei massgebende Umbauprojekte an Bahnübergängen offen». Nebst dem Bahnübergang Eschlikonerstrasse in Münchwilen ist es derjenige über die Stettfurterstrasse in Matzingen.
Beide seien zeitlich beeinflusst worden, schreibt Egger. Der Münchwiler, weil er mit dem Strassenprojekt zusammenhängt, der Matzinger wegen eines mittlerweile abgeschlossenen Beschwerdeverfahrens. «Die Frauenfeld-Wil-Bahn rechnet damit, beide Projekte im Jahr 2022 ausführen zu können», schreibt Egger weiter. (rsc)