Münchwilen
Undichte Fenster und Sicherheitslücke: Deshalb soll das Gemeindehaus saniert werden

Die Münchwiler Bevölkerung kann am 13. Juni abstimmen, ob das Gemeindehaus für etwas mehr als 2 Millionen Franken saniert werden soll. Die Verantwortlichen erklären, warum das notwendig ist.

Francesca Stemer
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Die Projektverantwortlichen: Gemeindepräsidentin Nadja Stricker und Cyrill Zahnd, verantwortlich für Hochbau und Gesundheit.

Die Projektverantwortlichen: Gemeindepräsidentin Nadja Stricker und Cyrill Zahnd, verantwortlich für Hochbau und Gesundheit.

Bild: Francesca Stemer

«Warum ist eine Sanierung nötig? Das Gemeindehaus sieht doch noch tipptopp aus?» Diese Fragen hört die Münchwiler Gemeindepräsidentin Nadja Stricker öfter, wenn sie über die anstehende Sanierung des Gemeindehauses spricht. Stricker stimmt dem grundsätzlich zu, doch macht sie an der Medienkonferenz vom Dienstagvormittag darauf aufmerksam, dass der Schein trügt.

Stricker und Cyrill Zahnd, Gemeinderat Hochbau und Gesundheit, führen durch das Gemeindehaus. Zahnd erklärt, dass die letzte grössere Renovierung sechs Jahre zurückliegt. Dabei wurden Anpassungen im Erdgeschoss durchgeführt. An der Gebäudehülle wurden seit der Einweihung, vor 39 Jahren, keine Renovationsarbeiten mehr gemacht. Langsam werde das sichtbar.

Die Gemeindepräsidentin deutet auf ein Fenster, darunter stehen Pflanzen. Sie erklärt, dass viele Fenster im Gebäude nicht mehr dicht seien, bei vielen dringt Wasser durch die Fensterrahmen. «Immerhin, hier werden die Pflanzen gleich mitgetränkt.» Die Fenster sollen auch schalldichter gemacht werden. Denn der Strassenlärm ist für die Mitarbeitenden in den Büros unüberhörbar.

Und die Mitarbeitenden haben mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Wärme. Dazu erklärt Cyrill Zahnd, dass bereits Anfang Mai in einigen Büros 27 Grad gemessen wurde. Eine Klimaanlage soll dem Problem Abhilfe schaffen. Der Strom dazu würde von einer geplanten Fotovoltaikanlage produziert werden. Im Dachgeschoss soll zudem eine zusätzliche Wärmedämmung eingebaut werden.

Weiter ist die Erneuerung des Fahrstuhls und der Küche im Gemeindehaus geplant. Auch der Bereich Brandschutz würde ausgebaut werden.

Mehr Sicherheit für die Mitarbeitenden

Ein weiter Punkt ist die Investition in die Sicherheit der Mitarbeitenden. Denn wenn heute Besuchende das Gemeindehaus betreten, können sie sich – absichtlich oder auch nicht – in die Büroräume der Angestellten verlaufen. Es fehlen klare Abgrenzungen. Ab und zu, so erzählt Stricker, komme es vor, dass Personen auf der Suche nach Toiletten im Gemeindehaus umherirren. Zwar machen Schilder an gewissen Orten darauf aufmerksam, dass Unbefugte dort keinen Zutritt haben. Mit der Sanierung sollen die Zutritte zu den Büros aber besser geschützt und eine neue Schliessanlage eingebaut werden.

Unabhängig vom Wahlergebnis werden die Sozialen Dienste im nächsten Jahr zurück ins Gemeindehaus ziehen. Aktuell befinden sich diese an der Frauenfelderstrasse 18. Stricker betont, dieser Umzug wirke sich positiv auf die Teambildung, die Erreichbarkeit und die Sicherheit der Mitarbeitenden aus. Die Sozialen Dienste werden ihre Büroräume im Obergeschoss erhalten. Aktuell befinden sich dort noch Untermieter der Gemeinde. Dabei werden einzig die Genossenschaft EW Münchwilen und die Pro Senectute eingemietet bleiben. Die übrigen Mieter wurden informiert, dass ihre Räume an die Sozialen Dienste übergehen und ihre Verträge fristgerecht gekündigt werden.

Die Kosten für die Sanierung belaufen sich plus/minus 15 Prozent auf 2'105'000 Franken. Für die Sanierung wurde von der Gemeinde bereits in Vorjahren eine Vorfinanzierung von einer Million Franken angelegt. An der kommenden Gemeindeversammlung vom 31. Mai werden die Verantwortlichen die Abstimmungsvorlage vorstellen. Die Bürgerinnen und Bürger können dann auch über eine weitere Einlage von 800'000 Franken entscheiden. Sollte die Sanierung des Gemeindehauses an der Urne abgelehnt werden, fliesst die Vorfinanzierung in das Eigenkapital der Gemeinde.

Bei einer Annahme wird die Gemeinde die Ausschreibung für Architekturbüros erlassen – sofern keine Einsprachen erhoben werden. Ab dem ersten Quartal des kommenden Jahres wird die Bauphase starten.

Die Pläne für die geplanten Umbauten liegen zur Einsicht im Gemeindehaus auf oder können online unter: www.muenchwilen-tg.ch angesehen werden.