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Münchwilen: SVP und Grüne sind gegen Verkauf der Waldeggstrasse-Liegenschaften

Die Münchwiler SVP und Grünen werben mit einem Flyer gegen den Verkauf der drei gemeindeeigenen Liegenschaften an der Waldeggstrasse.
Roman Scherrer
Die Münchwiler Stimmbürger befinden am 20. Oktober über den Verkauf von drei gemeindeeigenen Liegenschaften an der Waldeggstrasse – im Vordergrund der Werkhof. (Bild: Olaf Kühne, Oktober 2017)

Die Münchwiler Stimmbürger befinden am 20. Oktober über den Verkauf von drei gemeindeeigenen Liegenschaften an der Waldeggstrasse – im Vordergrund der Werkhof. (Bild: Olaf Kühne, Oktober 2017)

Bisher war er eher latent. Nun macht sich der Widerstand öffentlich bemerkbar. Und zwar gegen den geplanten Verkauf der drei Gemeindeliegenschaften an der Waldeggstrasse in Münchwilen, über den die Stimmbürger im Bezirkshauptort am 20. Oktober befinden werden. Mit einem Flyer werben die Münchwiler SVP und Grünen für ein Nein zur Abstimmungsvorlage.

«Wir haben an unserer vergangenen Parteiversammlung entschieden, dass wir mit dem Liegenschaften-Verkauf nicht einverstanden sind», sagt Priska Peter, Präsidentin der Münchwiler SVP-Ortspartei. Nach diesem Beschluss habe man sich umgehört, welche Parteien die gleiche Meinung vertreten. «So sind wir auf die Grünen gekommen. Deren Präsidentin Sibylle Stör und ich stehen in regem Kontakt in der Interpartei», erklärt Peter die Zusammenarbeit.

«Es geht hier nicht um Parteifarben, sondern um Münchwilen.»

Auf dem Flyer führen die Parteien mehrere Argumente auf, mit denen sie die Münchwiler Stimmbürger zu einem Nein bewegen wollen. Eines betrifft den Werkhof, welcher sich in einer der drei Liegenschaften befindet, die verkauft werden sollen. «Wir sind der Meinung, dass man nicht eine Hauruck-Übung machen und die Liegenschaften verkaufen sollte, obwohl derzeit noch keine tragbare Lösung für den Werkhof besteht», sagt Priska Peter.

In der Abstimmungsbotschaft erklärt der Gemeinderat, dass über den neuen Werkhof erst im zweiten Halbjahr 2020 abgestimmt werden soll. Dies, weil die Behörde unter anderem alternative Standorte zum Anbau an das bestehende Feuerwehrgebäude prüft.

Die Anbauvariante kommt für das Nein-Komitee nicht in Frage. Diese schliesse nämlich «eine künftige räumliche Entwicklung für die Stützpunktfeuerwehr aus», heisst es auf dem Flyer. «Wieso soll man dort die letzte Landreserve aufbrauchen? Man weiss ja nicht, wie es mit der Feuerwehr weitergeht», sagt Priska Peter. Zuletzt sei die Organisation gewachsen, da man die Bettwieser Feuerwehr integriert hatte. Eine Mietlösung für den Werkhof an der Murgtalstrasse – eine weitere Variante – würde «unzumutbaren Mehrverkehr für das Murgtalquartier» bringen, schreiben die Flyer-Verfasser.

Die dreiteilige Wohnüberbauung «Riverenza» zwischen Murg und Waldeggstrasse ist das Siegerprojekt des letztjährigen Investorenwettbewerbs. (Bild: PD/RLC Architekten AG)

Die dreiteilige Wohnüberbauung «Riverenza» zwischen Murg und Waldeggstrasse ist das Siegerprojekt des letztjährigen Investorenwettbewerbs. (Bild: PD/RLC Architekten AG)

Das Komitee äussert auch ökologische Bedenken hinsichtlich des Wettbewerb-Siegerprojekts «Riverenza», das eine Überbauung mit drei Mehrfamilienhäusern vorsieht. Grund dafür sind sogenannte Kompaktfassaden, die im Projektbeschrieb erwähnt seien. Diese würden «gegen Algen und Pilzbewuchs periodisch mit Bioziden behandelt». Die Flyer-Verfasser befürchten, dass die Biozide direkt an der Murg in die Umwelt gelangen. Grünen-Präsidentin Sibylle Stör sagt:

«Ich habe sowohl das Bauamt, den Gemeindepräsidenten wie auch den zuständigen Architekten der HRS darauf angesprochen. Niemand konnte uns aber versichern, dass die Befürchtungen unbegründet sind.»

Zudem stösst sich das Nein-Komitee daran, dass «Riverenza» im Wettbewerb nicht als bestes Projekt beurteilt wurde, aber dank des höchsten gebotenen Landkaufpreises von 3,4 Millionen Franken als Sieger hervorging. Der Kaufpreis war mit 50 Prozent das Kriterium mit der höchsten Gewichtung.

Gemeinderat wartet mit Stellungnahme

Der Münchwiler Gemeinderat hält sich mit einer Stellungnahme noch zurück. «Wir wollen nicht vorpreschen, sondern eine Meinungsbildung in der Stimmbürgerschaft zulassen», erklärt Vize-Gemeindepräsident Enrico Kämpf. Deshalb werde die Behörde erst zu einem späteren Zeitpunkt eine Stellungnahme abgeben. Laut Kämpf habe der Gemeinderat vernommen, dass sich auch ein Pro-Komitee gebildet hat, welches demnächst über die Argumente für den Liegenschaften-Verkauf informieren will.

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