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Millionen hier, Millionen dort - Münchwiler stimmen am Wochenende über zwei gewichtige Vorlagen ab

In Münchwilen kommen am Sonntag ein Landverkauf und ein Schulhausneubau an die Urne. Um Ersteres wird eine hitzige Debatte geführt, während es um Letzteres auffällig ruhig ist.
Olaf Kühne
Innenansicht des geplanten Schulhauses im Schulzentrum Oberhofen.

Innenansicht des geplanten Schulhauses im Schulzentrum Oberhofen.

Zumindest eine Prognose für die beiden Münchwiler Abstimmungen darf man wagen: Über mangelnde Stimmbeteiligung werden sich weder Gemeinderat noch Schulbehörde beklagen können.

Dies liegt einerseits an den eidgenössischen Wahlen vom kommenden Sonntag. Vor allem aber: Noch selten hat eine kommunale Vorlage in Münchwilen – und gar im Hinterthurgau – im Vorfeld derart Wellen geworfen wie der Verkauf der gemeindeeigenen Liegenschaften an der Waldeggstrasse.

Reihenweise Leserbriefe, Befürworter- und Gegner-Komitees, gespaltene Ortsparteien und nicht wenige Gehässigkeiten, welche schliesslich gar in der Rücktrittsankündigung des Gemeindepräsidenten gipfelten.

Rücktritt nach Gehässigkeiten

Münchwilens Gemeindepräsident Guido Grütter hat vor zwei Wochen seinen vorzeitigen Rücktritt per Ende Mai 2020 nicht nur wegen des intensiven Abstimmungskampfes um die Waldegg-Vorlage bekanntgegeben – aber schon auch.

«Von Einzelnen werden Gehässigkeiten gegenüber der Behörde und Einzelpersonen geäussert, aber keine konstruktive Kritik oder Vorschläge», sagte Grütter gegenüber unserer Zeitung. Und tatsächlich fällt auf, dass einige Leserbriefe teils offen, teils verklausuliert insbesondere auf den Gemeindepräsidenten, manchmal auch auf den Gesamtgemeinderat zielen, verpackt in Kritik an der Abstimmungsvorlage.

Das ist in Münchwilen kein neues Phänomen, sondern schon fast Tradition. Im laufenden Abstimmungskampf scheint es indes stärker aufzutreten als in der Vergangenheit, als beispielsweise die Einheitsgemeinde oder die umgestaltete Ortsdurchfahrt an der Urne ebenfalls nach – gelinde gesagt – intensiven Diskussionen an der Urne scheiterten.

Die Ersatzwahl ist auf den 9. Februar angesetzt. Bis jetzt bekannte einzig Gemeinderätin Nadja Stricker, dass sie sich eine Kandidatur überlege.


Ruhe um Schulhausneubau

Ob dieser Kaskade mag es erstaunen, dass im Schatten der Waldegg-Abstimmung die zweite Münchwiler Vorlage bis anhin nicht wenige, sondern gar keine Wellen warf. Geht es doch bei der Abstimmung über den Schulhausneubau im Schulzentrum Oberhofen um viel Geld: 9,78 Millionen Franken beträgt der Baukredit für den zweigeschossigen Bau zwischen Schul- und Urbanstrasse.

Führte der hierfür erforderliche Planungskredit an der Schulgemeindeversammlung vor einem Jahr noch zu intensiven Diskussionen, herrscht seither Funkstille. Vor zwei Wochen lockte ein Informationsanlass zur Vorlage nur gerade eine Handvoll Interessierter an. Ob diese Ruhe der Schulbehörde als gutes Omen dienen darf, wird sich indes erst am Sonntag zeigen.

Grüne und SVP dagegen

Um richtig viel Geld geht es auch bei der Waldegg-Vorlage. Allerdings soll sie, wird sie denn gutgeheissen, 3,4 Millionen Franken in die Gemeindekasse spülen. Für diese Summe will die Frauenfelder HRS Real Estate AG das Grundstück kaufen, die drei maroden Häuser darauf abreissen und anstelle ihre dreiteilige Überbauung «Riverenza» mit mindestens 30 Eigentumswohnungen realisieren. Der Gemeinderat wiederum will mit einem Teil des Verkaufserlöses einen neuen Werkhof realisieren.

Die Wohnüberbauung «Riverenza» soll dereinst an der Waldeggstrasse stehen.

Die Wohnüberbauung «Riverenza» soll dereinst an der Waldeggstrasse stehen.

Die Argumente von Befürwortern und Gegnern bilden nun einen bunten Strauss. Grüne, SVP sowie zahlreiche Private monieren beispielsweise prinzipiell den Verkauf von Landreserven, aber auch Details wie die Fassade oder die Architekturqualität der geplanten Überbauung.

Das eigens gebildete, parteiunabhängige Pro-Komitee wiederum lobt unter anderem die durch «Riverenza» vorangetriebene Entwicklung des Dorfzentrums wie auch den dadurch ermöglichten Weg entlang der Murg. Und nicht zuletzt natürlich die Millionen-Einnahmen per se.

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