Münchwilen

80-jährige Turnhalle Oberhofen soll erhalten bleiben: Petitionäre sammeln 246 Unterschriften

Am Donnerstagnachmittag haben drei Münchwiler Petitionäre Gemeindepräsidentin Nadja Stricker ihr Anliegen überreicht: Die denkmalgeschützte Mehrzweckhalle soll im kommunalen Schutzplan bleiben.

Olaf Kühne
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Auf der Treppe der alten Turnhalle Oberhofen: Petitionärin Marianne Meienberger überreicht Gemeindepräsidentin Nadja Stricker die 246 gesammelten Unterschriften.

Auf der Treppe der alten Turnhalle Oberhofen: Petitionärin Marianne Meienberger überreicht Gemeindepräsidentin Nadja Stricker die 246 gesammelten Unterschriften.

(Bild: Olaf Kühne)

«Das sind mehr als damals den Antrag der Vereine für erheblich geklärt haben», sagt Marianne Meienberger. Sie steht mit ihren Mitstreitern Esther Lauener und Peter Steudler vor der alten Mehrzweckhalle Oberhofen in Münchwilen. In ihrer Hand hält sie einen Kessel voll mit Unterschriftenbögen. 246 Münchwilerinnen und Münchwiler haben ihre Petition unterzeichnet. Ihr Anliegen: Die Entfernung der 80-jährigen Oberhofen-Halle aus dem kommunalen Schutzplan zu Gunsten des Neubaus einer Zweifachhalle soll verhindert werden. Ihr Adressat: der Münchwiler Gemeinderat.

Zwar ist die Schulgemeinde Eigentümerin der alten und Bauherrin der neuen Halle. Indes muss die Schulbehörde dem Gemeinderat die Entfernung des denkmalgeschützten Baus aus dem Schutzplan beantragen. An der Petitionsübergabe am Donnerstagnachmittag sind mit Gemeindepräsidentin Nadja Stricker und Schulbehördenmitglied Marlen Cerrone denn auch beide Gremien vertreten.

«Wir nehmen die Petition ernst und werden sie im Gemeinderat in unsere Überlegungen zum Antrag der Schulgemeinde einfliessen lassen», sagt Nadja Stricker. Nur ist der Antrag noch gar nicht gestellt. «Wir müssen noch weitere Abklärungen bezüglich des Neubauprojektes vornehmen, ehe wir den Antrag einreichen können», erklärt Marlen Cerrone. Wie lange das dauern wird, weiss sie noch nicht.

Die 80-jährige Turnhalle Oberhofen ist denkmalgeschützt, soll aber einem Neubau weichen.

Die 80-jährige Turnhalle Oberhofen ist denkmalgeschützt, soll aber einem Neubau weichen.

(Bild: Donato Caspari)

Beide Behördenvertreterinnen betonen gegenüber den Petitionären, dass man mit dem Bauvorhaben einen Auftrag des Souveräns ausführe – und meinen damit die besagte Gemeindeversammlung im Mai 2019, an welcher rund 180 Münchwiler den entsprechenden Antrag einstimmig für erheblich erklärt haben. Der geplante Neubau geht auf eine Initiative der Münchwiler Vereine zurück: 2018 bildete sich die «IG Neue Mehrzweckhalle und Vereinshaus Oberhofen». 41 Vereine wurden angeschrieben, 34 stellten sich hinter das Anliegen. Im Februar 2019 folgte ein entsprechender Antrag an Gemeinderat und Schulbehörde. Gefordert war eine Infrastruktur, welche mit Bestuhlung 400 Personen Platz bietet – darüber hinaus Geräte- und Duschräume, Garderoben, Bühne mit Licht und Technik, Catering-Infrastruktur, Foyer und natürlich Parkplätze.

Schulpräsident Lukas Weinhappl und der damalige Gemeindepräsident Guido Grütter nahmen das Anliegen auf und brachten es 2019 an ihren Gemeindeversammlungen vor. Mit Erfolg, denn bereits im November desselben Jahres konnte der Souverän einen Wettbewerbskredit über 270'000 Franken genehmigen.

Die Visualisierung des Siegerprojektes «Chäferfäscht» zeigt, wie die neue Mehrzweckhalle Oberhofen aussehen soll.

Die Visualisierung des Siegerprojektes «Chäferfäscht» zeigt, wie die neue Mehrzweckhalle Oberhofen aussehen soll.

(Bild: ZVG/Nightnurse Images)

Bis im Oktober 2020 entstand daraus das Siegerprojekt «Chäferfäscht» von der Allemann Bauer Eigenmann Architekten AG aus Zürich und der Arboner PR Landschaftsarchitektur GmbH. «Chäferfäscht» sieht einen Neubau mit Doppelturnhalle, Bühne und Mehrzweckräumen vor. Zudem beinhaltet es einen weiteren Neubau anstelle der heutigen Meilerscheune. Dieses Gebäude soll als sogenannter kultureller Sozialraum genutzt werden. Laut Schulpräsident Weinhappl könnte es beispielsweise durch die Spielgruppe, den Mittagstisch, die Ludothek oder von Jugendlichen genutzt werden.

Obwohl das Projekt laut der Wettbewerbsjury «gut ins Ortsbild passt», rief es im vergangenen November die Petitionäre Marianne Meienberger, Esther Lauener und Peter Steudler auf den Plan. Mit ihrer Unterschriftensammlung wehren sie sich für den Erhalt der alten und ihrer Meinung nach schützenswerten Mehrzweckhalle Oberhofen. Indes können sie auch dem geplanten Neubau wenig abgewinnen. «Die Vereine müssen ihre Anspruchshaltung überdenken», sagte Petitionärin Meienberger im Dezember im Gespräch mit unserer Zeitung. Die sich abzeichnende Krise sei schlicht der falsche Zeitpunkt für ein derartiges Wunschprojekt.

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