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Müllheim ringt um seine neue Schulanlage

Der Architekturwettbewerb der Schule für den Neubau «Allzweck Wiel» ist seit April gestoppt. Im Oktober entscheiden die Schulbürger, allenfalls auf ein Planerwahlverfahren zu wechseln.
Stefan Hilzinger
Die in die Jahre gekommene Wielhalle will die Schulbehörde im Zuge des Neubaus ersetzen. (Bild: Nana do Carmo)

Die in die Jahre gekommene Wielhalle will die Schulbehörde im Zuge des Neubaus ersetzen. (Bild: Nana do Carmo)

Der Anlass hatte etwas von einem Fachseminar. «Ich weiss jetzt, worum es geht», sagten zum Schluss einige Teilnehmer. «Es war schon etwas einseitig», meinte jemand anderer. Im Brennpunkt stand die Wahl des Projektierungsverfahrens für den geplanten Neubau «Allzweck Wiel» (Schulhaus, Kindergarten und Mehrzweckhalle). Rund hundert Interessierte waren in die Wielhalle nach Müllheim gekommen, um sich zu informieren. Auf dem Podium waren Mitglieder der Schulbehörde, Juristen und Baufachleute. Sogar der Thurgauer Kantonsingenieur Erol Doguoglu meldete sich zu Wort.

Vorerst kein Preisgeld für einen Wettbewerb

Im März dieses Jahres stoppte eine Mehrheit der Schulbürger den von der Behörde schon aufgegleisten Architekturwettbewerb. Zwölf Büros hatte eine Jury im Rahmen einer sogenannten Präqualifikation ausgewählt, die nun hätten ihre Projekte ausarbeiten und anonym einreichen sollen. Allein, es fehlte noch der Kredit von 160000 Franken für die Preisgelder. Diesem Kredit verweigerte die Versammlung im März die Zustimmung.

«Es war unser Fehler, diesen Kredit erst einzuholen, nachdem der Wettbewerb bereits gestartet war»,

Pius Nauer. (Bild: Andreas Taverner)

Pius Nauer. (Bild: Andreas Taverner)

räumte Pius Nauer ein, der Ressortleiter Immobilien in der Schulbehörde. Mit dem Nein zum Kredit bekam die Behörde den Auftrag, statt eines Wettbewerbs ein sogenanntes Planerwahlverfahren als alternativen Weg zu prüfen.
Seitens der Behörde und auch der referierenden Fachleute bleibt der Architekturwettbewerb weiterhin das Mittel der Wahl, so der Tenor der Redner auf dem Podium.

  • Ein Wettbewerbsverfahren nach Regeln der Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereinigung (SIA) ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, wie der Frauenfelder Jurist Simon Ulrich ausführte. «Doch es ist ein europaweit geschätztes und etabliertes Verfahren.» Dank eines Architekturwettbewerbs erhalte die Bauherrschaft eine Auswahl an möglichen Lösungen für eine komplexe planerische und architektonische Aufgabenstellung.
  • Am Ende eines Planerwahlverfahrens erhalte die Bauherrschaft einen günstigen Planer als Partner, ohne aber zu wissen, was denn die beste Lösung der Aufgabenstellung sei. «Und in Müllheim ist die Aufgabenstellung extrem komplex», sagte Jurist Ulrich. «Der Wettbewerb eignet sich am besten und liefert auch wirtschaftlich Resultate», sagte auch Hanspeter Woodtli vom St. Galler Planungsbüro Strittmatter & Partner, das die Schulgemeinde berät.

«Nach Wettbewerben wird teurer gebaut»

Heinz Fehlmann (Bild: Reto Martin)

Heinz Fehlmann (Bild: Reto Martin)

Genau dies bestreitet der Müllheimer Unternehmer und ehemalige Gemeinderat Heinz Fehlmann. Als Folge von Architekturwettbewerben seien die Kosten von Bauprojekten gestiegen, sodass an den Vorhaben zu Lasten der Benutzer Abstriche hätten gemacht werden müssen. «Das Architekturhonorar ist im Vorfeld nie ein Thema», sagte Fehlmann. Er verwies etwa auf das Schulbauprojekt in Islikon, wo die Tiefgarage aus dem Bauprogramm gefallen sei.
Auf der anderen Seite habe die Schulgemeinde Hüttwilen mit einem Planerwahlverfahren gut und günstig gebaut. Dort sei die Ausgangslage viel weniger komplex gewesen als hier in Müllheim, hielten die Experten dagegen. Auch ein Wettbewerb müsse sich an der Wirtschaftlichkeit orientierten. «Ich will ja auch nicht plötzlich erklären müssen, das Projekt koste nun 30 statt 24 Millionen Franken», sagte Behördenmitglied Nauer.

Schulgemeindeversammlung am 3. Oktober

Jedenfalls legt die Schulbehörde nun an einer ausserordentlichen Versammlung am 3. Oktober beide Varianten zur Auswahl vor: entweder eine Fortsetzung des Wettbewerbs für 160000 Franken oder den Wechsel auf ein Planerwahlverfahren für 261000 Franken.

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