Müllheim
Auf einen Schlag verabschieden sich drei Vorstandsmitglieder aus dem Verein Offene Jugendarbeit Müllheim

Nach einem schwierigen Vereinsjahr aufgrund der Pandemie verlässt ein Mitarbeiter des Jugendtreffs sowie drei Vorstandsmitglieder den Verein. Nachfolger sind bereits gefunden. Unter anderen dabei ist Gemeinderat Kurt Lauper.

Christof Lampart
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Der Vorstand der Offenen Jugendarbeit Müllheim sowie das Team des Jugendtreffs.

Der Vorstand der Offenen Jugendarbeit Müllheim sowie das Team des Jugendtreffs.

Bild: Christof Lampart

Das vergangene Jahr war für die Offene Jugendarbeit Müllheim nicht nur bezüglich der Coronapandemie eine Herausforderung, brachte es doch für den Verein auch allerlei personelle Veränderungen mit sich. Nachdem sich Ende 2020 nach neun Jahren der Jugendtreffmitarbeiter Jonathan Trüeb beruflich veränderte, traten nun an der Jahresversammlung vom Mittwochabend im evangelischen Kirchgemeindehaus Müllheim mit Präsidentin Iris Oehninger, Kassiererin Melanie Güttinger und Vizepräsidentin sowie Betriebskommissionsmitglied Heidi Niederer drei Vorstandsmitglieder zurück.

Bald ein «Toni Vescoli» in Müllheim?

Kurt Lauper, Gemeinderat und neu auch Vorstandsmitglied des Vereins Offene Jugendarbeit Müllheim.

Kurt Lauper, Gemeinderat und neu auch Vorstandsmitglied des Vereins Offene Jugendarbeit Müllheim.

Bild: Christof Lampart

Oehninger, welche aus beruflichen Gründen demissionierte, zeigte sich jedoch sehr zufrieden, dass die Lücken erfolgreich geschlossen werden konnten. Denn zum einen wurde Trüeb bereits durch Angela Clavuat ersetzt, und zum anderen das Mitarbeiterteam durch Patrick Blättler als Betreuungsassistent in Stunden temporär verstärkt. Was den Vorstand betrifft, so konnte mit dem Müllheimer Gemeinderat Kurt Lauper, verantwortlich für das Ressort Kultur und Vereine, ein Mann mit viel eigener Jugendtreff-Erfahrung gewonnen werden. Er sagt:

«Ich war selbst einmal Teamleiter.»

Lauper selbst habe früher in seiner Jugend im Kanton Zürich sogar im dortigen Jugendtreff Konzerte mit Toni Vescoli und Les Sauterelles veranstaltet, «und dabei immer Gewinn gemacht», schwärmte der 70-Jährige enthusiastisch, welcher zusammen mit dem ebenfalls neu kandidierenden Willy Weber einstimmig in den Vorstand gewählt wurde. Ebenso wurden alle bisherigen Vorstandsmitglieder im Amt bestätigt. Die Posten Finanzen und Betriebskommission sind noch vakant.

Gemeinde Müllheim wollte nicht zahlen

Während des Coronajahrs 2020 setzte die Arbeit des Teams der Offenen Jugendarbeit-Team nicht aus – anstatt des lange geschlossenen Jugendtreffs wurden viele Beratungen online, per E-Mail oder in Einzelgesprächen durchgeführt. Allerdings setzten die Finanzen im gleichen Zeitraum zum Sinkflug an. Die Finanzverantwortliche Melanie Güttinger machte zwei Umstände dafür verantwortlich. Zum einen habe man den Jugendtreff nicht oder nur reduziert öffnen können. Sie sagt:

«Wir hatten keine Events, somit auch nicht viele Besucherinnen und Besucher und konnten dementsprechend nichts verkaufen.»

Und zum anderen beschloss der Verein Offene Jugendtreff im Mai 2020 den beiden Treffleitern Jonathan Trüeb und Ivana Garza rückwirkend und in Absprache mit dem kantonalen Personalamt die freiwillige Familienzulage nachzuzahlen. Der Vereinsvorstand hatte zuvor keine Kenntnis davon gehabt, dass die Politische Gemeinde Müllheim entgegen den kommunalen Angestellten, den Stelleninhabern des Vereins Offene Jugendarbeit Müllheim keine freiwillige Familienzulage ausbezahlte. Da der Gemeinderat ein Gesuch auf Nachzahlung durch die Politische Gemeinde Müllheim ablehnte, entschloss sich der Verein Offene Jugendarbeit dazu, die Zahlungen selbst zu leisten, womit am Ende des Jahres in der Rechnung ein Verlust von über 11'900 Franken resultierte.

Gemeindepräsident Urs Forster verabschiedet Iris Oehninger, die zurücktretende Präsidentin des Vereins Offene Jugendarbeit.

Gemeindepräsident Urs Forster verabschiedet Iris Oehninger, die zurücktretende Präsidentin des Vereins Offene Jugendarbeit.

Bild: Christof Lampart

«Mit Iris geht eine Pionierin»

Im Rahmen der offiziellen Verabschiedungen würdigte Gemeindepräsident Urs Forster die zurücktretende Präsidentin der Offenen Jugendarbeit, Iris Oehninger, als eine Person, die ehrenamtlich sehr viel für die Kinder und Jugendlichen aus Müllheim und Umgebung geleistet habe. «Mit Iris geht eine Pionierin. Pionierarbeit ist stets eine strenge Arbeit, denn man macht alles immer das erste Mal. Dafür braucht es auch viele Leute, die alle am gleichen Strang ziehen», erklärt Forster unter dem Beifall der Versammelten.

Er fügt an, dass Oehninger es zusammen mit dem Vorstand geschafft habe, die Offene Jugendarbeit Müllheim als einen Leuchtturm in der Region Frauenfeld zu etablieren. Dabei sei sie stets sehr verständnisvoll vorgegangen und habe, besonders zu Beginn ihrer Arbeit, um Verständnis für die Jugendlichen gebeten. Forster beendet seine an Oehninger gerichtete Rede mit:

«Alles, was du getan hast, hast du für die Jugendlichen in Müllheim gemacht. Und du hast es sehr gerne und sehr gut gemacht. Dafür möchten wir dir herzlich danken.»

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