Motocross-GP Frauenfeld in scharfem Gegenwind

Gegen das Baugesuch für eine Motocross-Rennstrecke bei Frauenfeld gingen bis Mittwoch 15 Einsprachen ein. Anwohner und die Umweltverbände VCS und Pro Natura wehren sich vehement gegen die Anlage.

Stefan Hilzinger
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Mitte August fanden die Läufe der Motocross-Weltmeisterschaft auf der Anlage in Niederwil bei Frauenfeld zu letzt statt. Die Organisatoren möchten eine befristete, baurechtliche Bewilligung der Anlage für die nächsten drei Jahre. (Bild: Donato Caspari)

Mitte August fanden die Läufe der Motocross-Weltmeisterschaft auf der Anlage in Niederwil bei Frauenfeld zu letzt statt. Die Organisatoren möchten eine befristete, baurechtliche Bewilligung der Anlage für die nächsten drei Jahre. (Bild: Donato Caspari)

Drei Mal noch möchte Willy Läderach, der enthusiastische OK-Präsident, die Motocross-Weltelite nach Frauenfeld holen. Doch eine polizeiliche Bewilligung für den MXGP of Switzerland, wie in den vergangenen drei Jahren, ist nicht mehr möglich. Eine befristete, baurechtliche Bewilligung für drei Jahre sollen der Anlage und dem Anlass juristisch die Existenz sichern, so die Absicht des OKs.

Es können noch mehr werden

Toni Kappeler, Präsident von Pro Natura Thurgau (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Toni Kappeler, Präsident von Pro Natura Thurgau
(Bild: Thi My Lien Nguyen)

Doch gegen die Baueingabe sind bei der Gachnanger Bauverwaltung bis gestern Mittwoch 15 Einsprachen eingegangen, präzisiert die kommunale Baubehörde eine Meldung von «toponline.ch». Der grösste Teil der Anlage liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Gachnang. Es können laut der dortigen Bauverwaltung bis Ende der Woche noch mehr Eingaben werden, weil für eine fristgerechte Einsprache das Datum des Poststempels (3.  Oktober) entscheidend ist.
Unter den Einsprechenden sind nebst Privaten auch die Thurgauer Sektionen der Umweltverbände VCS und Pro Natura. «Eigentlich wäre unsere Einsprache gar nicht notwendig», sagt Pro-Natura-Thurgau-Präsident Toni Kappeler und weiter:

«Denn die Anlage darf auf Landwirtschaftsland nicht bewilligt werden»,

Das habe das Thurgauer Amt für Raumentwicklung schon 2016 entschieden. Auch für den VCS ist die Ausgangslage klar: «Die Argumente sind die gleichen wie vor zwei Jahren: Die Anlage entzieht der Landwirtschaft Fruchtfolgefläche», heisst es beim VCS.

«Mehr italienische Grosszügigkeit»

Willy Läderach , Organisator MXGP Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)

Willy Läderach , Organisator MXGP Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)

«Ich kann das eigentlich nicht verstehen», sagt Willy Läderach. Sein OK habe mehrfach bewiesen, dass es auf die Anliegen von Umwelt und Anwohnern eingehe. «Unser Anlass im August war nicht lauter als 70 Dezibel», sagt er, da könne man nicht mehr von Lärm reden. Ökologischer Unsinn sei es gewesen, jeweils die Erdhügel der Piste zurückzubauen und das Material zu- und abführen zu müssen. Läderach kritisiert:

«Das ist Opposition um der Opposition Willen der sogenannten Umweltverbände durch ihren bekannten Weinfelder Anwalt.»

In Imola, wo er vergangenes Wochenende gewesen sei, finde der MXGP mitten in der Stadt statt, berichtet Läderach. «Ich wünsche mir hier mehr italienische Grosszügigkeit und Offenheit.»