Mosttröpfli: Wähle ein Geschenk

Thurgauer Regierungsräte könnten Schoggitaler, Äpfel oder Spielzeugautos verteilen, um sich ihre Wiederwahl zu sichern.

Christian Kamm
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Möglicherweise kommt der nächste Schoggitaler vom Finanzdirektor statt vom Heimatschutz. (Bild: Susann Basler)

Möglicherweise kommt der nächste Schoggitaler vom Finanzdirektor statt vom Heimatschutz. (Bild: Susann Basler)


Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft – auch vor Wahlen. Nicht von ungefähr pflegen die Parteien in Wahlzeiten das Stimmvolk mit Give-Aways bei Laune zu halten. Kugelschreiber, die nach zwei Sätzen bereits den Geist aufgeben. Oder Nastücher, die kratzen. Oder der Thurgauer Klassiker: Äpfel in verschiedenen Aggregatzuständen.

Christian Kamm. (Bild: Urs Jaudas)

Christian Kamm. (Bild: Urs Jaudas)

Ködern die Parteien die Wählerschaft mit kleinen Geschenken, halten sich im Thurgau Regierungsräte bis anhin auffallend zurück. Wenn’s nur an den Ideen liegt, wir können helfen. Am einfachsten wäre der Fall bei Finanzdirektor Jakob Stark. Ein Finanzchef, der nicht mit Schoggitalern um sich wirft und die Kraft der süssen Versuchung für sich werben lässt, dem wäre selbst mit einer Steuererhöhung nicht mehr zu helfen.

Baudirektorin Carmen Haag könnte, wenn sie schon die Bodensee-Thurtalstrasse (noch) nicht ins Rollen gebracht hat, wenigstens Spielzeugautos unter dem Wahlvolk verteilen. Für die Kleinen zu Hause, die eines Tages ebenfalls Wähler sein werden. Schliesslich muss früh genug üben, wer einmal als schnittiger Autofahrer den Kanton auf der BTS durchqueren will. Vielleicht ist die Strasse bis dann ja tatsächlich gebaut.

Schulministerin Monika Knill kommt definitiv nicht um ihn herum: Bei ihr ist er am besten aufgehoben, der traditionelle Thurgauer Pausenapfel. Der tut auch bei Wählerinnen und Wählern auf Marktplätzen zuverlässig seinen Dienst.

Polizeidirektorin Cornelia Komposch könnte – ja, was wohl? Sie sollte im kommenden Wahlkampf als gute Fee aller Thurgauer Strassenverkehrssünder und personifizierte Bussen-Liquidatorin durch die Dörfer ziehen. Jede Busse weniger – ein Wähler mehr.

Und Wirtschaftsminister Walter Schönholzer? Okay, das wird schwierig. Gratis-Wienerli zu verteilen, taugt nach dem Tierschutzskandal in Hefenhofen zur Wählermobilisierung definitiv nicht mehr. Als Alternative empfehlen wir Soja- Würstchen. Die sind garantiert vegetarisch.