Glosse

Moströpfli: Die Thurgauer Parteien haben sich Vorsätze gegeben - ob sie eingelöst werden können, zeigt sich bei den Wahlen

Die Thurgauer Parteien wollen am 15. März alle wachsen. Doch der Grosse Rat wächst nicht. Er hat weiterhin 130 Sitze. Wie also vorgehen? 

Sebastian Keller
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Die SVP will trotz ihrer derzeitigen Stärke weiter wachsen.

Die SVP will trotz ihrer derzeitigen Stärke weiter wachsen. 

(Bild: Sebastian Keller)
Sebastian Keller, Redaktor«Thurgauer Zeitung».

Sebastian Keller, Redaktor«Thurgauer Zeitung».

(Bild: Reto Martin)

Neujahrsvorsätze wie der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten halten sich vielfach so lange wie der Nebel im Thurtal. Länger Bestand haben Vorsätze der politischen Parteien. Zulegen oder halten – das sind die einzigen Devisen, die für Parteien im Wahljahr zählen. Eine Ausnahme bildet die BDP. Sie ist froh, überhaupt in zwei Bezirken antreten zu können. Die Zwei-Sitze-Partei hofft nun, mit dem Slogan «Langweilig, aber gut» nur Kandidaten, nicht aber Wähler abgeschreckt zu haben.

Anders die SVP. Sie besetzt 44 von 130 Stühlen, will aber noch mehr. Man müsse sich auch als stärkste Partei Ziele setzten. Das sagte Präsident Ruedi Zbinden. Für eine Mehrheit fehlen 22 Sitze. Die Parteistrategen haben gerechnet. Auch wenn sich der Hype um die Klimaerwärmung bis im März abgekühlt, ist das Ziel nur mit einer Fusion zu erreichen. Doch wer steht zur Verfügung auf dem Heiratsmarkt der Thurgauer Parteilandschaft?

Die CVP winkt ab. Die Partei überlegt sich zwar, das C im Namen abzuschütteln und sich umzutaufen. Ihren Wertekanon will sie deshalb aber nicht beerdigen. Auch die FDP geht nicht auf die Avancen des bürgerlichen Partners ein. Nur weil Präsident David H. Bon im Sommer aufhört, wollen die Freisinnigen nicht gleich ihre gelebte Freiheit aufgeben.

Der Heiratsmarkt scheint ausgetrocknet wie ein Flussbett im Sommer. Deshalb besinnt sich die SVP auf ihre fotovoltaischen Stärken. Ihr Sünneli soll den SVP-Wählern – und nur diesen – Mitte März den Weg durch den Nebel an die Urne weisen.