Morricone, Piazzolla und Bizet in der Berlinger Kirche

«Akkordeon grenzenlos» heisst das Programm des Ensembles «quintAccordo». Das Kirchenkonzert unterhielt das Publikum mit lateinamerikanischen Klängen.

Judith Meyer
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Beim Stück «Gabriel’s Oboe» von Ennio Morricone begleitet Anita Felix die Akkordeonisten mit der Panflöte. (Bild: Judith Meyer)

Beim Stück «Gabriel’s Oboe» von Ennio Morricone begleitet Anita Felix die Akkordeonisten mit der Panflöte. (Bild: Judith Meyer)

Das Akkordeonensemble «quintAccordo» lud am Sonntagabend in die Kirche Berlingen zum musikalischen Hochgenuss «Akkordeon grenzenlos» ein. Die Kirche war gut mit Musikinteressierten gefüllt. Urs Wüst, einer der Akkordeonisten, führte durch den Abend und erzählte bei jedem Stück eine kleine passende Geschichte.
Den Anfang machte ein spanisches Stück «España cañi» von Pascual Marquina. Das Stück versetzte die Zuhörer direkt nach Spanien, und wie der Titel des Stückes sagt, mit einem Hauch von Tsigan-Musik. Der erste Applaus war gross und begleitet von zufriedenen Rufen des Publikums. «Der Abend steht ganz im Zeichen Spaniens, aber dennoch wird er abwechslungsreich werden», war sich Wüst sicher.

Latin-Melodien aus Film und Oper

Die kubanische Rumba von Luciano Fancell versetzte einen mit seinem Stück «Acquarelli Cubani» in eine elegante Strandbar mitten in die 50er-Jahren. Aus dem Film «The Mission» spielten die Musiker «Gabriel’s Oboe» von Altmeister Ennio Morricone. Anita Felix von «quintAccordo» begleitete die Akkordeons und verzauberte mit ihrem feinen und absolut akkuraten Panflötenspiel das Publikum. Ein Bandoneon ist ein Handzuginstrument. Ralph Heller glänzte damit beim Stück «Oblivion» von Astor Piazzolla. Nicht nur der Anblick des Spiels mit dem Instrument zog das Publikum in den Bann, sondern auch die ruhige, liebliche Melodie, die von Abschied erzählte.

Aus der «Habanera» aus Bizets «Carmen» machte Thomas Ott die «Sambanera», ein Stück, das langsam begann und sich dann schnell dem typischen Sambarhythmus anpasste. Jürg Wolf am Schlagzeug wechselte stückweise auf ein anderes Instrument, das Cajon – eine musikalische Holzkiste, die enormen Rhythmus verbreitete und mit seinen tiefen Tönen dem Bassakkordeon von Peter Rothenbacher Unterstützung gab.

Elf Stücke sind nicht genug

Marlies Häberlin war die einzige des Ensembles aus Berlingen. Sie sorgte mal für laute, mal für leise Töne aus dem Akkordeon, zu ihrer Freude sass ihre erste Akkordeon-Lehrerin im Publikum. Insgesamt elf Stücke spielte «quintAccordo», was dem Publikum nicht genügte. Nach einem grossen Applaus gab das Ensemble noch drei Zugabestücke und wurde mit einem noch grösseren Applaus verabschiedet.