Für das Hilfswerk Kirche in Not: Monsignore kommt nach Frauenfeld

Der nigerianische Priester Obiora Ike predigt bis 8. November im Thurgau.

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Monsignore Obiora Ike ist nigerianischer Priester und setzt sich für Verfolgte ein.

Monsignore Obiora Ike ist nigerianischer Priester und setzt sich für Verfolgte ein.

Bild: PD

«In Nigeria leben über 200 Millionen Menschen», schreibt das Hilfswerk Kirche in Not in seiner Medienmitteilung. «Das Land ist reich an Rohstoffen, doch von deren Verkauf profitiert nur eine kleine Elite. Zudem ist die Korruption weit verbreitet.»

Tausende von Opfern unter Christen und Muslimen gehen in Nigeria auf das Konto der radikalislamischen Gruppierung Boko Haram, die seit vielen Jahren Angst und Schrecken verbreitet. Die Gewalt gegen Christen betrifft vor allem den Norden des afrikanischen Staates. Dort leben mehrheitlich Muslime. Die Christen bilden im Norden eine Minderheit. Der Norden des Landes ist arm, trocken, sittenstreng und voller Vorbehalte gegen das Moderne. Der Süden dagegen boomt. Boko Haram passt diese Entwicklung im Süden nicht und strebt ein Kalifat an. Die radikale Gruppe verfolgt alle, die einen säkularen Staat und ein gleichwertiges Nebeneinander der Religionen unterstützen. Durch die grassierende Korruption bei den Ordnungshütern und in der Politik gelingt es der Polizei und dem Militär nicht, die Terroristen wirksam zu bekämpfen.

Der aus Nigeria stammende Monsignore Obiora Ike setzt sich vehement für die verfolgten Christinnen und Christen in seinem Land ein. Der Priester weilt nun vom 1. bis 8. November in der Schweiz. In verschiedenen Pfarreien wird er Gottesdienste feiern. Obiora Ike wird in den Predigten auf die äusserst schwierige Situation der Christen in seiner Heimat Nigeria eingehen.

Kollekte für verfolgte Christen

Die Kollekte in den Gottesdiensten wird für die Christen in Nigeria aufgenommen. Damit werden Projekte vor Ort finanziert. Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas bekennt sich knapp die Hälfte der Einwohner zum Christentum – die Mehrheit von ihnen lebt im Süden. Wenn ein Exodus der Christen aus dem Norden verhindert werden will, bedarf es ihrer Unterstützung.

Der 64-jährige Ike ist römisch-katholischer Geistlicher, Professor und Menschenrechtler. An der Universität Innsbruck machte er einen Abschluss in den Fächern Politikwissenschaften, Philosophie und Theologie. Im Jahr 1981 empfing er in Hohenems im österreichischen Vorarlberg die Priesterweihe. 1985 wurde ihm an der Universität Bonn der Doktortitel verliehen. Ein Jahr später habilitierte er sich in Sozialethik, Geschichte und Afrikanistik. Seit 2016 ist er Direktor der Stiftung Globethics.net mit Sitz in Genf. Am 3. Juli wurde er von der Stephanus-Stiftung, die sich für die verfolgten Christen einsetzt, als Preisträger ausgezeichnet. Ihm wurde der Preis für sein grosses Engagement für die verfolgten Christen in seiner Heimat, aber auch rund um die Welt, verliehen. (red)

Hinweis
Im Frauenfelder Pfarreizentrum Klösterli beginnt am Montag um 19 Uhr ein Austausch über Nigeria. Die Messe liest Ike am Dienstag um 9 Uhr in Gachnang. Die weiteren Termine finden sich unter www.kirche-in-not.ch.