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Moderner Autostopp: In der Region Frauenfeld gibt's ab sofort «Mitenand-Fahrbänkli»

In der Region Frauenfeld starten mehrere Gemeinden eine Versuchsphase mit sogenannten «Mitenand-Fahrbänkli». Die Vorteile für die Initianten sind klar: kostenlos, zeitsparend, umweltschonend und gut für soziale Kontakte.
Samuel Koch
Fünf Gemeindevertreter weihen das erste «Mitenand-Fahrbänkli» beim Frauenfelder Rosenegg-Kreisel ein: Margrith Wigholm (Neunforn), Matthias Tschanz (Uesslingen-Buch), Christoph Isenring und Evelyne Hagen (Hüttwilen) sowie Franz Weber (Herdern). (Bild: Donato Caspari)

Fünf Gemeindevertreter weihen das erste «Mitenand-Fahrbänkli» beim Frauenfelder Rosenegg-Kreisel ein: Margrith Wigholm (Neunforn), Matthias Tschanz (Uesslingen-Buch), Christoph Isenring und Evelyne Hagen (Hüttwilen) sowie Franz Weber (Herdern). (Bild: Donato Caspari)

Daumen hoch für Autostopp war gestern. Heute müssen sich temporäre Tramper nur auf eine Bank setzen und bei der Wegweiser-Stange dahinter den gewünschten Zielort auswählen. Hält ein Auto an, sprechen sich Fahrer und Mitfahrer ab, wohin es gehen soll und ob sie sich gegenseitig vertrauen – quasi eine Art moderner Autostopp. Seit Dienstag sind in der Region Frauenfeld sogenannte «Mitenand-Fahrbänkli» in Betrieb. Initiantin Evelyne Hagen, Gemeinderätin in Hüttwilen, sagt:

«Mitnehmen und mitgenommen werden kostet fast keine Zeit und kein Geld, ist gut für die Kommunikation und für die Umwelt.»

Entstanden ist die Idee auf Anregung einer Einwohnerin an einem Workshop vor zwei Jahren. «Wir haben uns gedacht, was als Mitfahrbank in Ulm und München funktioniert, sollte auch in unserer Region möglich sein», meint Hagen.

Für weniger Verkehr und mehr soziale Kontakte

Evelyne Hagen, Initiantin «Mitenand-Fahrbänkli». (Bild: Rahel Haag)

Evelyne Hagen, Initiantin «Mitenand-Fahrbänkli». (Bild: Rahel Haag)

Gesagt, getan. Nur integrierten die Initianten bewusst das Wort «mitenand», um eben soziale Kontakte zu fördern. «Es soll ein Treffpunkt in den Dörfern entstehen, wo man sich für Fahrgemeinschaften trifft», sagt Hagen. Verpasst jemand den Bus, könne er eine Mitfahrgelegenheit suchen und erst noch ins Gespräch kommen.

Oder falls eine Mutter ihr Kind zum Turnen fährt, könne sie gleich noch andere Kinder mittransportieren. «So entsteht weniger Verkehr in den Dörfern und dafür mehr Zusammengehörigkeit in der Region», meint Hagen.

Mit Stolz auf die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit haben die anwesenden Gemeindevertreter am Dienstagnachmittag das «Mitenand-Fahrbänkli» beim Rosenegg-Kreisel in Frauenfeld eingeweiht. Zwei stehen in Hüttwilen, je eines in Nussbaumen, Uesslingen, Buch, Nieder- und Oberneunforn, die aus Frauenfeld alle über dieselbe Ausfahrtsstrasse zu erreichen sind. Zudem sind weitere Bänkli in Warth-Weiningen und Herdern in Planung.

Überkommunal organisiert bei Regio Frauenfeld

Ursprünglich kam die Initiative zwar aus dem Seebachtal. Mittlerweile aber ist die Aktion über den Verein Regio Frauenfeld organisiert, der mit 5000 Franken eine Anschubfinanzierung für den anderthalbjährigen Probebetrieb mit einem Bänkli, allen Wegweisern, Logos und Montagen leistete. Für jede Gemeinde fallen zusätzlich etwa 800 Franken für ihr Bänkli und den Unterhalt an.

«Für uns war von Anfang an klar, dass wir mitmachen wollen», sagt Matthias Tschanz, Gemeinderat in Uesslingen-Buch. «Mitenand-Fahrbänkli» sei eine tolle Sache und spreche auch Jüngere an. Margrith Wigholm, Gemeinderätin in Neunforn, sieht das Bänkli als Ergänzung zum ÖV. «Darum richten wir in Wilen allenfalls bald ein weiteres ein», meint sie.

Einzige Schwierigkeit beim «Mitenand-Fahrbänkli» bleibt die Messbarkeit, wie oft und wo es tatsächlich genutzt wird. «Wir machen Notizen aus Beobachtungen», sagt Hagen. Vielleicht melden sich ja moderne Tramper, ob ihre Mitfahrgelegenheit geklappt hat – mit Platz nehmen und ohne Daumen hoch.

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