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Johannes Eiholzer, CH-Kandidat für Frauenfelder Stadtrat, ist ein mittiger Typ aus linkem Umfeld

Johannes Eiholzer nimmt für «Chrampfe & Hirne» einen Stadtratssitz ins Visier. Aufgewachsen ist er in einem mikrodemokratischen Kosmos. Er sei ein Schaffer, der sich für Kompromisse einsetzt, meint der 28-Jährige.
Samuel Koch
Johannes Eiholzer im Gespräch in seinem Wahllokal an der Freie Strasse. (Bild: Donato Caspari)

Johannes Eiholzer im Gespräch in seinem Wahllokal an der Freie Strasse. (Bild: Donato Caspari)

Er ist jung, seit Jahren politisch aktiv und weiss, wie die Verwaltung funktioniert. Seine fehlende Mandatserfahrung kann er nicht negieren. «Jeder vermeintliche Nachteil kann aber auch ein Vorteil sein», meint Johannes Eiholzer. Deshalb sieht der 28-jährige Betriebsökonom keinen Hinderungsgrund, um nicht für «Chrampfe & Hirne» (CH) in den Frauenfelder Stadtrat einzuziehen: «Der Stimmbürger kann ja gerade so gut meinen, dass ich noch nicht so verdorben bin.»

Johannes Eiholzer drückt sich eloquent aus, hört aber auch gerne zu, wie in seinem Wahllokal «Säg’s em Joh» an der Freie Strasse, in welchem er seit der Bekanntgabe seiner Kandidatur Ende Oktober die Bevölkerung zum Dialog einlädt. «Ich habe viel Interessantes erfahren und mich in viele Themen einarbeiten können», meint er, der die Stadt als ambivalent, vielfältig und progressiv wahrnimmt.

Heterogen, anders und undogmatisch

In Berührung mit dem politischen Geschehen kam Johannes Eiholzer schon früh, aufgewachsen ist er als Einzelkind in der Genossenschaft Eisenwerk. «Das ist quasi ein mikrodemokratischer Kosmos», meint er, inklusive Ämtliplan oder Mietersitzungen. «Da war ich schon früh immer in einen stetig lösungsorientierten Prozess involviert», sagt er. Als einzige Wahrheit will er genossenschaftliches Wohnen nicht sehen.

«Es braucht aber mehr gesellschaftliche Interaktion, ein Miteinander.»

Bei der Gruppierung CH, in dessen Kreisen er sich auch dank Marianne Sax schon früh einordnen konnte, fühlt sich Eiholzer wohl. «Auch, wenn es vielleicht anders wirkt, CH ist ein heterogenes Gebilde, anders, undogmatisch.» Die Themenvielfalt sei um einiges grösser als in einer nationalen Partei, «es geht vielmehr um die Sache».

Seit zwei Jahren nun sitzt Eiholzer in der CH-Kerngruppe und nahm, obwohl vom Stimmvolk gewählt, nur wegen seiner Arbeit im Amt für Kultur nicht im Gemeinderat Einsitz. Jetzt kandidiert er lieber gleich für die Exekutive, weil er sich als Manager, als Schaffer und Macher sieht.

«Obwohl ich aus einem linken Umfeld komme, bin ich eher der mittige Typ», meint Eiholzer, «einer der versucht, mit Empathie Synergien und Kompromisse zu finden» – wie etwa bei seinen langjährigen Engagements für die Kulturarbeit für Frauenfeld (Kaff) oder fürs Freiluftkulturfestival Out in the Green Garden.

Kritik an fehlendem Dialog in der Öffentlichkeit

Mit der Frauenfelder Politik der vergangenen Jahre zeigt sich Eiholzer überwiegend zufrieden. «Es ist Dynamik drin, und die Verwaltung erfüllt keine Beamten-Klischees», sagt er. Was ihn hingegen stört, ist mangelhafte Transparenz und der fehlende öffentliche Diskurs. Er spricht etwa die Liegenschaftsstrategie im Hinblick auf die Landverkauf-Abstimmung an Twerenbold oder die Zukunft der Rüegerholzhalle an und meint:

«Es gibt keine grundsätzliche Diskussion und keinen stetigen Dialog darüber, wo die Stadt hinwill. Aus Angst, Projekte schon früh zu gefährden, informiert der Stadtrat im Zweifel lieber nicht.»

Ein ungutes Gefühl erschleicht ihn auch mit Blick auf die Stadtfinanzen. Er ist der Meinung, dass die Steuern noch nicht reif seien für eine Erhöhung. «Die geplante Steuererhöhung resultierte hauptsächlich wegen der Vorfinanzierung für die Hallenbadsanierung», meint Eiholzer. Er sei zwar nicht gegen eine Sanierung. «Wir müssen aber wie bei einer Wunschliste mit klaren Preisetiketts genau wissen, wofür genau wir die Steuern erhöhen müssen», ergänzt er.

Kein Geheimnis macht Eiholzer um sein favorisiertes Departement Bau und Verkehr. Er müsste sich aber in einer ersten Phase vertieft einarbeiten. «Niemand ist allwissend, das geht auch meinen Mitstreitern so.» Zudem stünde er nach der Abgabe seiner Masterarbeit in Public und Nonprofit-Management komplett für das Stadtratsmandat zur Verfügung – vorausgesetzt, die Stimmbürger geben ihm das Vertrauen. Johannes Eiholzer:

«Die Stadt muss ihr Potenzial nutzen und gleichzeitig urban und ländlich sein.»

Wenn er sich gerade nicht mit Politik beschäftigt, steht er in der Küche oder ist draussen anzutreffen. «Ich koche gerne oder laufe zum Stählibuckturm.» Bei letzterem kommt ihm ganz sicher entgegen, dass er noch jung ist.

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