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Mitdenken, mitreden, mitbestimmen. Edith Graf-Litscher ruft in Herdern zu mehr direkter Demokratie auf

Nationalrätin Edith Graf-Litscher appellierte am 1. August, unserem System Sorge zu tragen. Gefahr birgt aus Sicht der Sozialdemokratin auch der Wandel der Medien.
Evi Biedermann
Nationalrätin Edith Graf-Litscher spricht in Herdern. (Bild: Evi Biedermann)

Nationalrätin Edith Graf-Litscher spricht in Herdern. (Bild: Evi Biedermann)

Der Tisch war reich gedeckt in Herdern und die Becher fürs Wasser ungewohnt gross. Einen halben Liter Flüssigkeit fassten diese, man wusste ja, dass es heiss werden würde. Dennoch waren rund 220 Personen zum Brunch in Ammenhausen gekommen, nicht wenige mit dem Velo, wo die Gemeinde auf dem Hof der Familie Aeschbacher allen Einwohner ein urchiges Frühstückbuffet offerierte.

«Eine funktionierende Demokratie braucht keine populistischen Reden, sondern solche mit Sachverstand.»

Wasser war auch für Gastrednerin Edith Graf-Litscher ein Leitgedanke. «Was wir jeden Tag zur Verfügung haben, wird oft als selbstverständlich betrachtet.» Dazu zählte sie auch die Art und Weise, wie die Menschen in der Gemeinde, im Kanton und in der Schweiz miteinander umgehen. Herdern habe sich vor 20 Jahren demokratisch für die Bildung einer politischen Gemeinde entschieden. «Ein weitsichtiger Entscheid, weil wir gemeinsam stärker sind.» Umso mehr in einer Welt, die sich dauernd und immer schneller verändere. «Die einzige Konstante ist heute der Wandel.» Als Beispiel dafür pickte Graf-Litscher die rasanten Veränderungen der Mediensysteme hervor. «Wir sind ständig online und werden mit Informationen überflutet.» Das habe auch Auswirkung auf die direkte Demokratie. «Je weniger die Medien über lokale Politik berichteten, desto tiefer ist die Wahlbeteiligung in den Gemeinden.» Die Referentin berief sich dabei auf eine Studie der Universität Zürich. Auch sinke das Interesse, sich für ein Amt zur Verfügung zu stellen.

Zeitungsschwund bereitet Sorgen

Sorgen bereitet ihr auch, dass viele lokale und regionale Zeitungen verschwunden sind, weil dadurch die den Bürgern immer mehr die Informationen fehlten. Kommunikation über lokale Politik sei jedoch wichtig für eine lebendige Gemeinde. «Ist die lokale Demokratie in der Krise, wird sich das später auch auf der Ebene der Kantone und des Bundes negativ auswirken.»

Die Nationalrätin rief dazu auf, der direkten Demokratie Sorge zu tragen, sie weiterzuentwickeln und sich dabei zu fragen, welche Werte aufrecht bewahrt werden sollen. «Eine funktionierende Demokratie braucht keine populistischen Reden, sondern solche mit Sachverstand und Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern.»

Ebenso nötig erachtet die Politikerin den Austausch von Argumenten in den Medien, Parlamenten und an Gemeindeversammlungen. «Nehmen Sie Einfluss, denken Sie mit, reden Sie mit, bestimmen Sie mit», rief Edith Graf Litscher in die Menge. Dabei war sie durchaus auch selbstkritisch. «Verlassen Sie sich nicht blind auf die Politikerinnen und Politiker», lautete der letzte Satz ihrer flammenden Rede.

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