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Die Thurgauer Regierung will auch in den Randstunden Direktzüge in den Oberthurgau

Die Bahnzukunft soll dank eines bahntechnischen Kniffs auch dem Oberthurgau Verbesserungen bringen. Doch in den Randstunden droht eine Verschlechterung. Dagegen wehrt sich die Regierung.
Sebastian Keller
Die heutigen Fernverkehrszüge sind für das Flügeln und Vereinigen nicht gerüstet. Hier ein Schnellzug am Bahnhof Weinfelden. (Bild: Donato Caspari)

Die heutigen Fernverkehrszüge sind für das Flügeln und Vereinigen nicht gerüstet. Hier ein Schnellzug am Bahnhof Weinfelden. (Bild: Donato Caspari)

Die Zukunftsmusik wird heute komponiert. Das gilt besonders für den öffentlichen Verkehr. Wohl im laufenden Jahr berät das Parlament, wo und wie die Bahninfrastruktur bis ins Jahr 2035 ausgebaut werden soll. Es geht um die beträchtliche Summe von fast 12 Milliarden Franken.

Die Kantonsräte David H. Bon (FDP, Romanshorn) und Martin Salvisberg (SVP, Amriswil) haben das dazugehörige Angebotskonzept genau studiert. Und sind darin auf Punkte gestossen, die ihnen nicht gefallen.

Sie befürchten, dass der Oberthurgau im Fernverkehr Verschlechterungen erfährt. Ihre Befürchtungen haben sie in einer Einfachen Anfrage artikuliert. Nun liegt die Antwort der Regierung vor.

Darin ist zu lesen, dass halbstündliche Direktverbindungen ab Zürich nach Romanshorn sowie nach Kreuzlingen/Konstanz geplant sind. Um das zu ermöglichen, wird ein bahntechnischer Trick angewendet.

Die Züge aus Zürich – bestehend aus zwei Kompositionen – sollen in Weinfelden getrennt werden. Flügeln, nennt der Bähnler diesen Vorgang. Danach soll der eine Zugteil nach Romanshorn, der andere nach Kreuzlingen/Konstanz fahren. In der Gegenrichtung würden die zwei Züge in Weinfelden zu einem vereint.

Direktverbindungen auch am Abend

Doch in den Randstunden, am Abend etwa, ist vorgesehen, dass von Zürich her nur eine Komposition anrollt, die in Weinfelden nicht getrennt werden kann. Endstation wäre Konstanz. Für Reisende nach Romanshorn hiesse das: Umsteigen in Weinfelden. «Mit diesem Randstundenkonzept ist der Regierungsrat nicht einverstanden», schreibt er.

Der Kanton muss dranbleiben

David H. Bon ist mit der Antwort der Regierung zufrieden. «Das Problem wurde erkannt», sagt der FDP-Kantonsrat aus Romanshorn. Nun erwarte er, dass die Regierung in dieser Sache dranbleibt. Wichtig sei für den Oberthurgau vor allem, dass auch künftig Direktverbindungen zum Flughafen Zürich angeboten werden. (seb.)

Er setzte sich dafür ein, dass auch in den Randstunden Direktzüge in den Oberthurgau fahren. «Mindestens einmal pro Stunde», betont Stefan Thalmann, Leiter der Abteilung Öffentlicher Verkehr beim Kanton. «So wie heute schon.»

Die beiden Kantonsräte fragten auch, ob das Flügeln und Vereinigen in Weinfelden möglich sei. Die Regierung antwortet: Dies sei technisch anspruchsvoll und für die Kunden gewöhnungsbedürftig. Mit den heutigen Fernverkehrszügen wäre dieser Vorgang «in der vorgegebenen Zeit nicht möglich». Bis 2035 seien die SBB-Züge aber fit dafür.

Die Vorteile dieser Variante

Die Regierung rühmt diese Variante: «Mit der Flügelung der Züge in Weinfelden kann eine erhebliche Kosteneinsparung erreicht und dennoch bis in die Randzeiten ein attraktives Angebot zur Verfügung gestellt werden.»

Thalmann sagt, dass «Flügeln und Vereinigen» im Fernverkehr heute nicht praktiziert werden. «Im Regionalverkehr gibt es das schon.» Deshalb sei es auch im Fernverkehr vorstellbar. Im Alltag müsste der Passagier sich darauf einstellen: Ein Pendler, der in Winterthur den Zug besteigt und nach Romanshorn will, sitzt bereits im Einsteigebahnhof in die richtige Komposition. Bis die Zukunftsmusik zur Begleitmusik des Alltags wird.

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