Mit Joghurt, Tannzapfen und Honig: Drei Balterswiler Frauen stellen handgemachte Seifen her

Ein halbes Jahr haben sich Karin Meier, Claudia Klaus und Kathrin Martin Zeit für die Produktentwicklung genommen. Für ihre Seifenkreationen verwenden sie Produkte aus dem Hinterthurgau.

Maya Heizmann
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Claudia Klaus und Karin Meier stehen hinter dem Projekt, Seifen von Hand herzustellen.

Claudia Klaus und Karin Meier stehen hinter dem Projekt, Seifen von Hand herzustellen.

Bild: Maya Heizmann

Als Kathrin Martin in einem Heft einen Artikel über Seifenherstellung entdeckte, gab es für sie kein Halten mehr. Sie fand, dass Claudia Klaus und Karin Meier genau die Richtigen wären, um mitzumachen und die zwei Frauen sagten zu. Im Februar 2020 gründeten die drei Frauen, Karin Meier, Claudia Klaus und Kathrin Martin ihr eigenes Geschäft: handgemacht- Seifenmanufaktur.

«Das Herstellen von Seifen ist spannend und auch eine kleine Wissenschaft», sagen die drei Seifenfrauen. Ein halbes Jahr haben sie sich Zeit für ihre Produktentwicklung genommen. Rechtliche Abklärungen, Verpackung, Grafik, Design, Website und vieles mehr wurden in wöchentlichen Sitzungen besprochen. Karin Meier ist diplomierte Naturkosmetikerin und brachte Fachwissen mit.

Im August erfolgte der offizielle Start

Karin Meier und Kathrin Martin tüfteln an Rezepten und produzieren die Seifen. Zudem ist Kathrin Martin für Verpackung, Design und Internetauftritt zuständig. Claudia Klaus ist für Buchhaltung, Einkauf, Verkauf und Lagerbewirtschaftung verantwortlich. Alle unterstützen und ergänzen sich gegenseitig. Im August haben die drei Initiantinnen ihre Idee von einer Seifenmanufaktur öffentlich gemacht. Sie sagen:

«Wir lieben es, zu pröbeln, es macht Spass und es ist alles handgemacht.»

Wenn möglich verwenden die Seifenfrauen lokale Produkte, wie Joghurt, Tannnadeln, Most oder Honig aus dem Tannzapfenland, dem Hinterthurgau. Sie verzichten auf Palmöl und tierische Fette. Ausgangspunkt für die Seifenherstellung sind hochwertige Öle und Fette. Sie verwenden für ihre Seifen ausschliesslich Pflanzenfette.

Seifen sind die Salze dieser Fettsäuren. Mit Hilfe einer Lauge auf Natriumbasis werden die Salze aus den Fettsäuren gebildet, es entsteht eine Mischung aus Seife und Glycerin.

Dieser Vorgang heisst Verseifung. Die drei Frauen bevorzugen anstelle der klassischen Heissverseifung, das kalte Verfahren, das länger dauert, aber besonders milde Seifen produziert. Bei Naturseifen wird das Glycerin in der Seife belassen. Weil Glycerin viel Wasser bindet, macht es die Naturseifen zu hochwertigen Pflegeprodukten.

Verkauf vor Ort und online

Das Geschäft ist gut angelaufen, ob Online-Bestellungen, Direktverkauf oder der Verkauf in den Volg-Filialen Eschlikon, Dussnang und Balterswil. Die Seifen wurden bisher privat von Karin Meier und Kathrin Martin produziert, doch der Raum wird langsam zu eng.

Deshalb suchen die drei Seifenfrauen einen günstigen Raum für das Lager und die Produktion. In der Orchideen Gärtnerei von Roland Amsler in Sirnach werden am Weihnachtsmarkt «Winterläbe» ihre Produkte vom 13. Bis 15. November zu kaufen sein.