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Floorball Thurgau geht mit hohen Ansprüchen ins neue Jahr

Der Leader der NLB setzt am Sonntag im Tessin die Meisterschaft fort. Klares Ziel: Aufstieg in die NLA.

Peter Birrer
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Thurgaus 20-jähriger Topskorer Yannic Fitzi (rechts) enteilt den Gegenspielern. Er verbuchte schon 21 Tore und 19 Assists.

Thurgaus 20-jähriger Topskorer Yannic Fitzi (rechts) enteilt den Gegenspielern. Er verbuchte schon 21 Tore und 19 Assists.

Vor dem Saisonauftakt gibt Jukka Ruotsalainen die Richtung vor. «Unser Ziel ist der Aufstieg», sagt der finnische Trainer von Floorball Thurgau. Und:

«Wir haben die Voraussetzungen dafür geschaffen.»

16 Runden sind inzwischen vorbei, und die Tabelle sagt: Ruotsalainen ist mit seiner Mannschaft auf Kurs. Die Thurgauer sind führend, haben 13 Partien gewonnen und nicht weniger als 147 Tore erzielt. Das zeugt von enormer Offensivkraft und beeindruckender Konstanz, das liefert auch die Bestätigung dafür, dass der Klub bislang sehr vieles richtig gemacht hat.

Zu viele Coronafälle beim Gegner vom Samstag

Nun starten die Unihockeyaner am Sonntag ins neue Jahr – und nicht wie geplant am Samstag. Das Heimspiel gegen die Iron Marmots Davos-Klosters musste wegen zu vieler Coronafälle bei den Bündnern verschoben werden. Am Sonntag führt die Reise ins Tessin zu Regazzi Verbano UH Gordola. Und natürlich ist nicht auf einmal eine Zurückhaltung spürbar, im Gegenteil.

«Die Weichen sind gestellt», sagt Sportchef Daniel Costa, «wir sind so aufgestellt, dass wir den Schritt nach oben machen können. Die Zeit ist reif, um ab Sommer eine Liga höher zu spielen.» Ähnlich klingt es von Präsident Benjamin Kuhn: «Es wäre vermessen, bei so viel Qualität davon zu reden, dass wir uns mit dem Erreichen des Playoff-Halbfinals begnügen würden. Das wäre unglaubwürdig.»

Spürbarer Rückhalt in der Region

Der Klub hat die Professionalisierung auf verschiedenen Ebenen vorangetrieben und es auch geschafft, sich wirtschaftlich zu festigen. Das Budget beläuft sich mittlerweile auf 420000 Franken, dank neuer Sponsoren konnte es um 40000 Franken angehoben werden. Ein «markanter Schritt vorwärts» sei das, sagt Kuhn. Und:

«Wir spüren in der Region einen starken Rückhalt. Die Leute schenken unserem Projekt grosses Vertrauen.»

Wenn die Verantwortlichen betonen, dass bei Floorball Thurgau die Voraussetzungen ideal sind, meinen sie damit selbstredend auch die Substanz des Kaders. Da sind unerschrockene Junge wie der 20-jährige Yannic Fitzi, der mit 21 Toren und 19 Assists bislang erfolgreichster Thurgauer ist und in der Skorerliste der Liga auf Platz zwei geführt wird. Da ist die finnische Fraktion bestehend aus Iiro Lankinen, Niko Juhola, Tuukka Haudanlampi und Joonas Föhr, es sind Spieler, «die unser Team besser machen», wie es Präsident Kuhn formuliert.

Und da ist die geballte Ladung Kompetenz an der Bande. Jukka Ruotsalainen hat als Trainer einen klaren Plan. An seiner Seite hat Ruotsalainen mit Landsmann Eetu Vehanen seit dieser Saison einen ausgewiesenen Fachmann. «Jukka ist der Baumeister, der dem Team ein Gesicht gibt», sagt Kuhn. Und:

«Eetu könnte mit seinen Fähigkeiten bei manchem Klub auch in der NLA Headcoach sein.»

Sportchef Costa, einst selber Trainer der Thurgauer, sieht trotz Spitzenposition der Mannschaft weiterhin Steigerungsmöglichkeiten. Er wünscht sich noch mehr Dominanz bei Ballbesitz – und mehr Stabilität in der Defensive: «Wir hätten den einen oder anderen Gegentreffer vermeiden können.»

Corona beunruhigt den Sportchef

Gewiss, Costa und Kuhn beschäftigen sich intensiv mit dem Tagesgeschäft. Aber sie planen auch langfristig – und bemühen sich laufend um Optimierungen. Falls der Aufstieg in die NLA Tatsache wird, soll Floorball Thurgau in der höchsten Spielklasse nicht die Rolle des Punktelieferanten übernehmen. «Wir denken bereits weiter», sagt Präsident Kuhn. Und:

«Wenn wir in der NLA dabei sind, haben wir den Ehrgeiz, um einen Playoff-Platz zu kämpfen.»

So positiv die Grundstimmung ist: Eine Sorge hat Sportchef Costa doch. Corona ist ein Dauerthema, die rasant steigenden Fallzahlen könnten auch für den Spielbetrieb eine Bedrohung werden.

Die NLB wird zwar als semiprofessionell eingestuft, die Meisterschaft darf fortgeführt werden. Vorerst. Ein neuerlicher Abbruch wie in der vergangenen Saison lässt sich nicht ausschliessen. «Die Angst davor kann ich nicht wegdiskutieren», sagt Costa, «wir können nur hoffen, dass wir das Programm durchziehen können und sportlich das erreichen, was wir uns vorgenommen haben.»

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