Mit Esel, Geiss und Säuli per Du: Tier- und Naturspielgruppe in Mettendorf

Auf einem ehemaligen Bauernhof in Mettendorf nimmt nach den Sommerferien eine Tier- und Naturspielgruppe ihren Betrieb auf. Zwei Halbtage pro Woche sollen Kinder zukünftig die Natur spielerisch erleben können.

Salome Preiswerk Guhl
Merken
Drucken
Teilen
Michaela Brändle und Tanja Brunner mit Kind und Kegel und Tieren auf dem Brändle-Hof. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Michaela Brändle und Tanja Brunner mit Kind und Kegel und Tieren auf dem Brändle-Hof. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Das ist ja ein halber Zoo auf dem Land: Barock-Esel, Falabella-Pferdchen, Shropshire-Schafe, Appenzeller Geissen, originale Schweizer Hühner, Schweine und ein Bergamasker-Hund. Mit diesen Spielgenossen kommen Kinder ab drei Jahren in der neuen Tier- und Naturspielgruppe in Mettendorf voll auf ihre Kosten.

«Sie lernen spielerisch den liebevollen Umgang mit den Tieren, entdecken die Natur, erforschen den Wald und erleben die Jahreszeiten hautnah durch das Spielen in der Natur»

berichtet Michaela Brändle, gelernte Krankenschwester und Mutter von vier Kindern. Das neue Angebot startet nach den Sommerferien.

Michaela Brändle und Tanja Brunner, eine ausgebildete Kindergärtnerin sowie Naturpädagogin und Mutter von Zwillingen, bieten zukünftig am Dienstag- und Donnerstagvormittag von 8.45 bis 11 Uhr betreute Spielzeit an. Tanja Brunner meint dazu:

«Die Kinder werden bei der Tierpflege einbezogen. Sie lernen zu füttern, striegeln, streicheln, misten, reiten, Eier holen und können vielleicht auch mal eine Geburt miterleben.»

Im Vordergrund würden das Tier und die Natur stehen. Die ersten Anmeldungen für die Spielgruppe seien bereits eingegangen.

Sie säen, beobachten und ernten schliesslich

Die Kinder, die den Zugang zu Tieren nicht finden, können im Garten auf Entdeckungstour gehen. Michaela Brändle erzählt: «Wir säen, setzen und ernten. Dazwischen staunen wir mit den Kindern, was die Natur alles entstehen lässt.»

Brändle legt grossen Wert darauf, dass Kinder zusammen in der Gruppe auf «Forschungsreise» gehen. Dazu stehen kindergerechte Gartenwerkzeuge und verschiedene Trettraktoren bereit. Brändle und Brunner sind beide bodenständig sowie ländlich aufgewachsen und machen den Bezug zu Lebensmitteln sowie zum Tier für die Kinder mit allen Sinnen erlebbar.

Seltene Rassen auf dem Hof der Familie Brändle

Michaela Brändle und ihr Ehemann Thomas beherbergen auf ihrem Hof spezielle Tiere, meist seltene Rassen – zum Beispiel drei ungarisch-österreichische Barock-Esel. Sie sind weiss, haben blaue Augen und werden oft fälschlicherweise als Albino-Esel angeschaut. «Weltweit sind gerade mal 250 im Zuchtbuch eingetragen», weiss Michaela Brändle.

Von den Falabella-Pferdchen gebe es weltweit 450 im Zuchtbuch. Sie sind die kleinste Pferderasse und haben ein Stockmass von maximal 86 Zentimetern.

«Durch ihre Grösse sind sie auf Augenhöhe mit den Kindern»

sagt Michaela Brändle. Die Shropshire-Schafe, eine alte Hausschafrasse aus England, helfen den Brändles aufgrund ihrer Nadelunverträglichkeit für den ökologischen Ausgleich in ihren Christbaumkulturen mit rund 20000 Bäumen. «Diese Schafe sind fleissige Mitarbeiterinnen. Sie fressen das Gras in der Anlage und düngen gleichzeitig mit ihrem Mist, alles ökologisch und nachhaltig», meint Michaela Brändle und schmunzelt.

Auch die Appenzeller Geissen sind eine alte Rasse. «Wir haben einfach Freude an speziellen Tieren», sagt die Familienfrau. Und da würden natürlich auch die Appenzeller Spitzhaubenhühner dazugehören.