Mit einer baulichen Sanierung ihrer Heimat wollen die Steckborner Schützen ihre Schusslinie halten – und sie steuern sogar 150'000 Franken dazu bei

Das Unterseestädtchen Steckborn entscheidet bald über einen 700'000-Franken-Kredit für die Erneuerung des Schützenhauses.

Samuel Koch
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Das Steckborner Schützenhaus heute: Vom Obergeschoss wird auf 300 Meter gezielt, vom Erdgeschoss auf 50 Meter. (Bild: Reto Martin)

Das Steckborner Schützenhaus heute: Vom Obergeschoss wird auf 300 Meter gezielt, vom Erdgeschoss auf 50 Meter. (Bild: Reto Martin)

Die ganze Wahrheit. Diese wollen die Steckborner Schützen auf die Zielscheibe bringen. Denn an der Gemeindeversammlung entscheiden die Stimmberechtigten im Rahmen des Budgets 2020 auch über Investitionen in Höhe von rund 2,26 Millionen Franken. Bei einem Ja fliesst mit knapp 700'000 Franken ein Grossteil in den Umbau des Schützenhauses.

«Unserem Verein ist es wichtig, dass das Stimmvolk weiss, wie sich die Kosten zusammensetzen.»

Das meint Schützenvereinspräsident Daniel Aguilar. So steuern die Schützen etwa einen Beitrag von 100'000 Franken bei. Zudem erfolgt der Ausbau der Schützenstube als Eigenleistung. «Das kostet uns weitere rund 50'000 Franken», sagt Aguilar.

Daniel Aguilar, Präsident Schützenverein. (Bild: PD)

Daniel Aguilar, Präsident Schützenverein. (Bild: PD)

Der selbst bezeichnete Heimweh-Steckborner wohnt mittlerweile in Homburg, präsidiert die Schützen am Untersee mit aktuell knapp 45 Mitgliedern aber schon seit sechs Jahren. «Es ist schon ungewöhnlich, dass wir uns finanziell mit einem solchen Betrag an einer Anlage beteiligen, die uns nicht einmal gehört», sagt Aguilar. Denn das Schützenhaus an der dazu passenden Schützenhausstrasse gehört seit jeher der politischen Gemeinde.

Jugendförderung und Sicherheit im Fokus

Laut Aguilar waren Schützenvereine zuletzt in der Öffentlichkeit oft Kritik ausgesetzt. Deshalb möchte er sich starkmachen für seinen Verein, dessen Gründung von 1543 datiert. Zudem setzen sich Aguilar und seine Schützenkollegen für den richtigen Umgang mit Waffen und für die Sicherheit ein.

«Und falls wir das Schützenhaus umbauen können, werden wir uns auch vermehrt in der Jugendförderung engagieren.»

Das sagt Aguilar. Neun Mitglieder sind ausgebildete Pistolen-Schützenmeister, die darauf achten, dass sämtliche Sicherheitsregeln eingehalten werden. Aguilar wünscht sich, dass sich die Bevölkerung lieber einmal vor Ort selbst ein Bild macht, statt den Schiesssport im Allgemeinen ohne Wissen zu vorverurteilen.

Das Schützenhaus in Steckborn. (Bild: Reto Martin)

Das Schützenhaus in Steckborn. (Bild: Reto Martin)

Sollte der Baukredit vom Stimmvolk genehmigt werden, stehen fürs zweistöckige Schützenhaus grosse Veränderungen ins Haus. Nebst dem Ausbau der Schützenstube soll eine 25-Meter-Schiessanlage gebaut werden. Die heutige 300-Meter-Anlage im Obergeschoss soll ausser Betrieb genommen und die bestehende 50-Meter-Anlage auf die Ebene der heutigen 300-Meter-Anlage angehoben werden. Die 25-Meter-Anlage wiederum käme an den Platz der heutigen 50-Meter-Anlage. Er sagt:

«So bleibt die stetig wachsende Pistolensektion auf einer modernen, zweckmässigen Anlage.»

Denn seit längerem ist bekannt, dass die Stadt Steckborn ihre 300-Meter-Schützen für obligatorische Bundesprogramme oder freiwillige Übungen des Vereins nach Mammern entsendet. Gesetzlich ist jede Gemeinde für die Zuweisung und Einrichtung von 300-Meter-Schiessanlagen zuständig, die der Stadtrat nun über eine Vereinbarung mit der Nachbargemeinde ohne Entgelt nach Mammern schickt.

Die Anlage oberhalb von Steckborn. (Bild: Reto Martin)

Die Anlage oberhalb von Steckborn. (Bild: Reto Martin)

Altlasten im Kugelfang müssen bald beseitigt sein

Ebenso in den Projektplänen ersichtlich ist, dass in Steckborn in Absprache mit dem kantonalen Amt für Umwelt der alte Pistolen-Kugelfang saniert und die Altlasten entsorgt werden müssen. «Die Zeit drängt», sagt Daniel Aguilar. Wegen Altlasten im Erdreich und zum Schutz der Umwelt müssen die Rückstände wie Blei bis spätestens Ende 2020 abgetragen sein. Auch deshalb hofft Aguilar auf die Zustimmung der Stimmberechtigten.

«Wir wollen in Steckborn weiterhin ein Schützenhaus betreiben, wo sich die Leute treffen, sportlich betätigen und austauschen können.»

Das sagt Aguilar. Genehmigt die Gemeindeversammlung den Baukredit, soll möglichst im Frühling die Baueingabe erfolgen. «Der Umbau soll dann im Spätherbst 2020 über die Bühne gehen und im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein, damit mit Trainings für die neue Saison begonnen werden kann», sagt Aguilar. Um sich ein richtiges Bild des Schützenvereins zu machen, stünden die Türen zum Schützenhaus während Trainings stets offen – vor oder sicher auch nach dem Umbau.

Die Gemeindeversammlung Steckborn findet nächsten Mittwoch, 5. Dezember, um 20 Uhr in der Feldbachhalle statt.