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Mit einem Kaffee zu Visionen für die Frauenfelder Innenstadt

Es geht um knapp eine halbe Million Franken. Soviel will die Stadt laut jüngster Botschaft an den Gemeinderat in den nächsten vier Jahren aufwerfen, um die Innenstadt zu stärken.
Stefan Hilzinger
In einem «Café des Visions» in Aspern (Wien) notieren Passanten ihre Wünsche zur Stadtwicklung auf den Asphalt. (Bild: PD/Anna Graber)

In einem «Café des Visions» in Aspern (Wien) notieren Passanten ihre Wünsche zur Stadtwicklung auf den Asphalt. (Bild: PD/Anna Graber)

Der Anfang ist gemacht: mit Winzerfest, (unfertiger) Begegnungszone, Musikbox oder neuer Weihnachtsbeleuchtung. Die Innenstadt sei der «Schrittmacher» für die Quartiere und die Region schreibt der Stadtrat in seiner Botschaft für einen Nettokredit über 470'000 Franken zur Attraktivierung und Entwicklung der Innenstadt. Der Aufwärtstrend sei dank der Nutzungsstrategie 2014 spürbar, etwa bei der innerstädtischen Gastronomie.

Doch der Teufel liegt bekanntlich im Detail – im Detailhandel. Die Fachgeschäfte seien einerseits ein wichtiges Qualitäts- und Identifikationsmerkmal der Alt- und Vorstand, anderseits seien sie einem tiefgreifenden Strukturwandel unterworfen, heisst es in der Botschaft. Und hier will der Stadtrat mit neuen Projekten ansetzen, sofern er den Segen des Gemeinderats erhält. Als Partner im Boot ist die Interessengemeinschaft Frauenfelder Innenstadt (IG Fit) sowie Bund und Kanton, die das Vorhaben im Rahmen der neuen Regionalpolitik unterstützen und Beiträge zugesagt haben.

Resultate einer Studie zum Detailhandel fliessen ein

Um die Frage zu beantworten, wie der örtliche Detailhandel den Herausforderungen begegnen kann, stützt sich die Botschaft unter anderem auf eine grosse Studie zum Thema Detailhandel des Metropolitanraums Zürich mit der IG Detailhandel und der «Swiss Retail Federation». Deren Resultate sind im März veröffentlicht worden. Frauenfeld war eine der acht Fallstudiengemeinden, deren Detailhandel die Verfasser durchleuchtet haben. Die Studie attestiert der Frauenfeld Innenstadt etwa «attraktive städtebauliche Strukturen» oder «ausgeprägte Wohn- und Dienstleistungsfunktionen». Sie ortet aber auch Schwächen, etwa weil die Geschäfte stark mit dem Einkaufstourismus konkurrieren müssen.

770'000 Franken verteilt auf vier Jahre

Der Stadtrat hat an der Sitzung vom 7. Mai die «Botschaft für einen Nettokredit von 470'000 Franken zur Attraktivierung und Entwicklung der Frauenfelder Innenstadt für vier Jahre (2019 bis 2022)» verabschiedet. Da Bund und Kanton 200'000 Franken beisteuern und die IG Frauenfelder Innenstadt Eigenleistungen für 100'000 Franken erbringen will, beträgt die Projektsumme total 770'000 Franken – verteilt auf vier Jahre. Um die Innenstadt als Begegnungsort, Wirtschafts- und Wohnraum zu stärken, will die Stadt laut Botschaft in drei Teilbereichen und der Querschnittsfunktion «Kommunikation und Zusammenarbeit» Förderprojekte entwickeln und umsetzen:

Teilprojekt A: Kundenorientierung und Kundenbindung stärken. Dies soll unter anderem durch spezifische Weiterbildung für Detaillisten geschehen.
Teilprojekt B: Digitalisierung und Erreichbarkeit. Darunter fallen etwa Verbesserungen im Bereich der Logistik, beispielsweise der Aufbau eines gemeinschaftlichen Hauslieferdienstes.
Teilprojekt C: Räumliche Entwicklungsstrategien partizipativ erarbeiten und umsetzen. Hier geht es unter anderem darum herauszufinden, wie der Strassenraum künftig genutzt werden soll.

Eine «Koordinations- und Impulsstelle» mit einem 35-Prozent-Pensum für vier Jahre soll die Fäden zusammenhalten. Die Stelle ist beim Amt für Stadtentwicklung und Standortförderung angesiedelt und laut Stadtpräsident Anders Stokholm mit Pensenaufstockung beim bestehenden Personal sichergestellt. (hil)

Mit einem Stadtlabor Wünsche sammeln

«Dem Strukturwandel des Detailhandels ist mit innovativen Ideen zu begegnen und nicht mit protektionistischen Massnahmen», heisst es nun in der Botschaft des Stadtrats. Wie innovative Ideen aussehen können und was überhaupt erwünscht ist, will der Stadtrat diesen Sommer gemeinsam mit der Bevölkerung in einem sogenannten Stadtlabor herausfinden. Das Stadtentwicklungswerkzeug der Zürcher Künstlerin und Forscherin Anna Graber startet am Mitsommerfest im Juni mit einem «Café des Visions». Vergleichbares hat Graber schon in Zug oder in der Seestadt Aspern in Wien durchgeführt. «Café des Visions» werden im Laufe des Sommers auch auf öffentlichen Plätzen in den Quartieren stattfinden.

Die Frauenfelder Altstadt aus der Vogelperspektive. (Bild: Olaf Kühne)

Die Frauenfelder Altstadt aus der Vogelperspektive. (Bild: Olaf Kühne)

Ziel dieser Aktion ist es laut Botschaft, «implizites Wissen der Bevölkerung in ihrem unmittelbarem Lebensumfeld abzuholen und daraus eine sogenannte Wunschkarte zu erstellen». Die Resultate dieser direkten Mitwirkung sollen dazu dienen, die Ergebnisse von Umfragen und Erhebungen aus früheren Jahren «kritisch zu spiegeln».

Begegnungszone nicht vor 2020 fertiggestellt

Als konkretes Projekt noch offen für die Innenstadt ist die bauliche Umsetzung der Begegnungszone in der Freie Strasse. Hier hat der Stadtrat zugesagt, eine separate Projektbotschaft zu erarbeiten. Dies wird nun laut Botschaft zum neuen Innenstadt-Vierjahreskredit voraussichtlich 2020 erfolgen. Die sei sinnvoll, sagt Stadtpräsident Anders Stokholm, weil so auch Erkenntnisse aus dem Stadtlabor einfliessen können.

Vorerst befassen sich die vorberatenden Kommissionen sowie Parteien und Fraktionen mit der Botschaft. Laut Stokholm «ist eine Beratung im Gemeinderat gegen Ende Juni angepeilt».

Hinweis: Die Botschaft kann unter www.frauenfeld.ch heruntergeladen werden.

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