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Acht Matzinger Kandidaten präsentieren sich mit der Eieruhr vor einer Rekordkulisse

Es kommt Bewegung ins Rennen um die Behördensitze in Matzingen. Zum Nebenschauplatz verkommen das Budget sowie der Dreikampf um den frei werdenden Gemeinderatssitz, denn Mario Maldini visiert nun das Präsidium an.
Samuel Koch
So präsentiert sich derzeit die Aussicht aufs Dorf vom Ruggenbühl her. (Bild: Andrea Stalder)

So präsentiert sich derzeit die Aussicht aufs Dorf vom Ruggenbühl her. (Bild: Andrea Stalder)

So grossen Zulauf verspürte eine Gemeindeversammlung noch nie, weder wenn man den vielen Lobgesängen im Saal noch den Begrüssungsworten von Gemeindepräsident Walter Hugentobler horchte. 136 Stimmberechtigte von total 1757 fanden am Dienstagabend den Weg ins Matzinger Mehrzweckgebäude. Bevor jedoch über nackte Zahlen diskutiert und befunden wurde, stellten sich die acht Kandidaten – sowohl bisherige als auch neue – für die fünf Sitze im Gemeinderat hinsichtlich der Gesamterneuerungswahlen vom 10. Februar vor.

Ja zur Pensumerhöhung fürs Gemeindepräsidium

Bei der ordentlichen Gemeindeversammlung am Dienstagabend stand das Budget 2019 im Fokus. Es schliesst bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 56 Prozent und Gesamtausgaben von rund 5,654 Millionen Franken mit einem Verlust von knapp 220'000 Franken ab.

Diskussionen löste vor allem die erstmals im neuen Rechnungslegungsmodell HRM2 ausgewiesene Budgetposition Löhne aus, die von 113'000 Franken auf 131'500 Franken erhöht werden soll und mit einer Pensumerhöhung des Gemeindepräsidiums von 60 auf 80 Prozent zusammenhängt. Ein Ordnungsantrag für geheime Abstimmung fand genügend Voten, bevor allerlei Fragen und Anregungen für oder gegen eine Pensumerhöhung folgten. Schliesslich genehmigten die Stimmbürger diese mit 82 Ja- gegenüber 54 Nein-Stimmen.

Ansonsten wesentliche Änderungen gegenüber dem Budget vom Vorjahr erfuhren die Mehrkosten für die Spitex (+ 68'000 Franken) und für zwölf neue Unterflurcontainer (+ 41'500) sowie die Mindereinnahmen bei Steuern von 137'000 Franken durch die Steuersenkung aufs laufende Jahr. «Dank des Wachstums im Dorf sinken sie aber nicht so stark», sagte Gemeindepräsident Walter Hugentobler.

In der Investitionsrechnung budgetiert die Gemeinde Ausgaben in Höhe von 2,348 Millionen Franken, wobei mehr als zwei Drittel in den Neubau Werkhof fliessen. Einstimmig genehmigten die Stimmberechtigten sowohl das Budget als auch den gleichbleibenden Steuerfuss.

Mario Maldini. Kandidiert neu fürs Gemeindepräsidium Matzingen, parteilos. (Bilder: Samuel Koch)

Mario Maldini. Kandidiert neu fürs Gemeindepräsidium Matzingen, parteilos. (Bilder: Samuel Koch)

Als Überraschung in der Vorstellungsrunde wartete die Kandidatur des parteilosen Mario Maldini fürs Gemeindepräsidium auf. Der 48-jährige Familienvater leitet seit vier Jahren als Kommissionspräsident die Werke und engagiert sich unter anderem für die Männerriege.

«Obwohl schon vieles läuft, möchte ich als verlängerter Arm der Bevölkerung noch mehr machen für die Gemeinde»

warb Maldini für seine Kandidatur. Er sei überzeugt, dass er zusammen mit dem Volk die richtigen Weichen stellen könne, sagte er, bevor sich die von Hans Isenegger und Rainer Bächler auf fünf Minuten eingestellte Eieruhr meldete.

Walter Hugentobler. Kandidiert als Bisheriger (seit 2011) fürs Gemeindepräsidium Matzingen, SP.

Walter Hugentobler. Kandidiert als Bisheriger (seit 2011) fürs Gemeindepräsidium Matzingen, SP.

Obwohl er seit 2011 als Gemeindepräsident fungiert, durfte sich den Anwesenden auch Walter Hugentobler vorstellen. Das SP-Mitglied wollte schon früh «mitdenken und Verantwortung übernehmen», weshalb er sich bereits 1995 im Gemeinderat und seit 18 Jahren im Grossen Rat engagiert. «In den letzten Jahren gab es im Dorf viele Bewegungen», meinte Hugentobler und hob etwa die Sanierung des Leuchtturms Mühli mit der Eröffnung der Ärztepraxis hervor.

«Ich bin motiviert, Projekte weiterzuführen, Projekte zu vollenden und Projekte in Angriff zu nehmen»

sagte der Vater zweier Kinder, ehe die Eieruhr klingelte und Gelächter die Runde machten.

Für den nach 17 Jahren nicht mehr kandidierenden SP-Gemeinderat Christian Koch haben sich mit Walter Lanz, Peter Schellenberg und Roger Wegmüller drei Kandidaten auf die offizielle Wahlliste eintragen lassen.

Zwei Parteilose und ein SVP-Mitglied

Der 56-jährige Familienvater Walter Lanz arbeitet als Leiter des Polizeipostens – noch in Matzingen und wegen der kantonalen Reorganisation bald in Aadorf. «Mit der Politik war ich zuletzt nicht nur zufrieden», sagte das SVP-Mitglied. Er wolle mit transparenter und bürgernaher Politik Gutes bewahren und Verbesserungen einbringen – mit dem Wohl der Bürger im Vordergrund.

Der 55-jährige Peter Schellenberg ist Vater von drei Kindern und engagiert sich nebst seinem Beruf bei einer Versicherungsgesellschaft etwa im Gewerbeverein, in der Männerriege oder als Revisor in der Rechnungsprüfungskommission. «Matzingen ist stark gewachsen und damit auch die Bedürfnisse», sagte der Parteilose, der sich selbst als umsetzungsvermögend bezeichnet.

Auch der 42-jährige Roger Wegmüller (parteilos) liebäugelt mit einem Sprung in den Gemeinderat. Der Vater von zwei kleinen Kindern arbeitet für ein Sägewerk in Gossau und sitzt in der Baukommission für den neuen Werkhof. «Ich habe Interesse mitzugestalten», sagte er. Er stehe für gesundes Wachstum, wolle aber auch ausgabenkritisch hinterfragen, wofür Steuergelder eingesetzt werden.

Bisherige bekommen ebenfalls Redeminuten

Zuvor bekamen auch die bisherigen Gemeinderäte fünf Redeminuten. «Ich habe in meinen bisher zwölf Jahren viele Verwaltungsbereiche gesehen und bin ein guter Part für neue Leute», sagte Kurt Fäh (SVP, Sicherheit, Gesundheit). «Ich stehe für lösungsorientierte und sachbezogene Politik mit einem offenen Ohr für Anliegen», sagte Renate Märki (CVP, Hochbau). Und auch Hanspeter Krähenbühl (SVP, Tiefbau und Verkehr) stellt sich für eine weitere Legislatur zur Verfügung: «Ich schätze die Zusammenarbeit im Gemeinderat sehr und will noch viele Ziele erreichen.»

Die Gesamterneuerungswahlen finden am 10. Februar 2019 statt.

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