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Der Kanton Thurgau baut einen modernen Stall auf dem Arenenberg

Der Grosse Rat lässt den Baukredit für den Kuhstall auf dem Arenenberg im Budget. Damit soll das landwirtschaftliche Ausbildungszentrum in der Konkurrenz bestehen können. Offen ist der Bau eines Kuhtunnels.
Thomas Wunderlin
Der Kuhstall des Ausbildungszentrums Arenenberg entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. (Bild: Reto Martin)

Der Kuhstall des Ausbildungszentrums Arenenberg entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. (Bild: Reto Martin)

Dem landwirtschaftlichen Beratungszentrum Arenenberg bleibt der Stallgeruch erhalten. Denn der Grosse Rat hat am Mittwoch mit grossem Mehr einen Antrag von Vico Zahnd (SVP, Weingarten) abgelehnt, den Kredit von 2,43 Millionen Franken für einen neuen Milchviehstall aus dem Budget 2019 zu streichen. Mit 110 Ja zu 6 Nein genehmigte der Rat anschliessend das gesamte Hochbauprogramm inklusive Stall.

Der 1959 erstellte und 1990 erweiterte bestehende Stall bietet Platz für 19 Milchkühe, Jungtiere und 50 Schafe. Im neuen Stall können 52 Milchkühe und 9 Kälber untergebracht werden. Zentrales Element der Anlage ist ein automatisches Melksystem. Damit die Kühe möglichst viel weiden können, sollen sie zwischen der Weide, dem Melkroboter und dem Stall frei zirkulieren können. Dafür ist eine 250000 Franken teure Unterführung unter der Lochstrasse vorgesehen. Auf diese könnte verzichtet werden, wenn der Kuhweg über die Gemeindestrasse geführt wird, wofür in die Fahrbahn Roste eingelegt werden müssten. Der Kanton steht laut CVP-Regierungsrätin Carmen Haag deswegen in Verhandlung mit der Gemeinde Salenstein.

Neubau anstelle des alten Stalls von 1959

Ursprünglich war ein Standort in der Landwirtschaftszone vorgesehen. Auf Einwand des Amts für Raumentwicklung wurde beschlossen, den neuen Stall anstelle des alten zu bauen. Damit wird im benachbarten Beratungsgebäude weiterhin Stallgeruch wehen, was ihm laut Josef Gemperle (CVP, Fischingen) gut tut. Eine Investition in den Arenenberg stärke zugleich die Agroscope in Tänikon.

Daniel Vetterli (SVP, Rheinklingen) bekannte, dass er den Stall lieber auf der grünen Wiese gebaut hätte, weil dort mehr Platz gewesen wäre. Er warb dennoch für den Bau: «Geben Sie unsern Kindern, unserm Nachwuchs, das Werkzeug, das sie für ihre Ausbildung brauchen.»

Der Kanton übernehme eine Vorbildfunktion, sagte Urs Schär (SVP, Eggethof), der wie Gemperle und Vetterli zur Bauernlobby gehört. Die Schüler sollen im nahe gelegenen Stall umsetzen, was sie in der Schule gelernt haben. «Die angehenden Landwirte können das Herdenmanagement erleben», erklärte Andreas Guhl (BDP, Oppikon), ebenfalls ein Bauer.

Junge Landwirte können ausweichen

Trotz seinem «unterdurchschnittlichen Sachverstands in landwirtschaftlichen Fragen» machte sich Rechtsanwalt Beat Rüedi (FDP, Kreuzlingen) für den Standort Arenenberg stark. Das landwirtschaftliche Ausbildungszentrum stehe in Konkurrenz zu andern Institutionen wie dem Zürcher Strickhof. Auch FDP-Regierungsrat Walter Schönholzer fürchtete, die jungen Landwirte würden sonst in andere Kantone ausweichen.

Toni Kappeler (GP, Münchwilen) freute sich über die Holzbauweise und das vorbildliche Energiekonzept. Auf einen Kuhtunnel sei zu verzichten.

Üblicherweise würden Lehrlinge Praxiserfahrung in ihren Lehrbetrieben sammeln, begründete Zahnd seinen Streichungsantrag. Da der neue Stall eine Besucherplattform erhalten soll, fand Walter Knöpfli (SVP, Kesswil), «der Tourismus» solle den Bau finanzieren.

Laut Regierungsrätin Haag zahlt weder die Landwirtschaft noch der Tourismus, sondern das Hochbauamt: «Am Ende ist es das Kantonskässeli.»

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