Mit dem Lift zur Ausstellung: Die Sanierungsarbeiten im Greuterhof Islikon sind abgeschlossen

Was im Lockdown begann ist nun nach fünf Monaten fertig. Der Greuterhof ist frisch saniert und neu auch rollstuhlgerecht. Dazu wurde weniger Budget verbraucht als eingeplant.

Claudia Koch
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Stiftungspräsident Andreas Jäger und Stifter Armin Jossi vor dem neuen Lift des Greuterhofs.

Stiftungspräsident Andreas Jäger und Stifter Armin Jossi vor dem neuen Lift des Greuterhofs.

(Bild: Donato Caspari)

Mit einem nur gerade fünf Monate langem Zeitfenster für die Sanierungsarbeiten im Greuterhof-Geviert hatten sich Verein und Stiftung ein sportliches Ziel gesetzt. Umso mehr freut es Stiftungsratspräsident Andreas Jäger, dass diese ambitionierte Herausforderung eingehalten werden konnte. Jäger sagt:

«Der grösste Dank gebührt den minutiös planenden Architekten, der umsichtigen Bauleitung und den einsatzfreudigen Handwerkern»

Dabei war der Start der umfassenden Sanierungsarbeiten alles andere als einfach. Dieser war für April geplant, also mitten im Lockdown. Mit einem Konzept, das die Arbeiten in verschiedene Sektoren aufteilte, konnte dennoch pünktlich gestartet werden. Der substanzielle Zustand des Gebäudes sei gut und glücklicherweise sei nichts Unerwartetes aufgetaucht, das die Arbeiten verlängerte, führt Jäger weiter aus.

Professionell Hand angelegt wurde am Dach, das komplett renoviert wurde, wie auch an der Aussenfassade und an den Sandsteinelementen. Zudem wurden in der Südseite Nasszellen eingebaut. Die Fenster sind jetzt ebenfalls auf dem neuesten Stand.

Jäger erhält viele positive Rückmeldungen zum «neuen» Greuterhof. Etwa von Leuten, die dort seit September die neu renovierten Seminarräume nutzten. Leider seien diese Anfragen wegen der verschärften Massnahmen des Bundes wieder zurückgegangen. Aber Jäger ist zuversichtlich, dass die teils grosszügigen Räume weiterhin genutzt werden können.

Die Kosten schliessen unter dem Voranschlag ab

Zufrieden ist Jäger auch mit den Kosten für die Sanierung. Diese belaufen sich auf 2,6 Millionen Franken und schliessen unter dem Kostenvoranschlag ab. Eine weitere, im Masterplan festgehaltene Massnahme ist die behindertengerechte Erschliessung des Greuterhofs. Jäger sagt dazu:

«Wir konnten mittlerweile 70 Prozent dieser Vorgaben umsetzen. Die Südseite erhielt einen Personenlift und vom Hof aus kann die neu erstellte Cafeteria mittels eines Scherenlifts erreicht werden."

«Auch im Nordtrakt soll zu einem späteren Zeitpunkt ein Lift eingebaut werden», sagt Jäger. Dieses zügige Vorwärtskommen war dank einer Spende der Familie Jossi möglich. Die Brüder Armin und Heinz Jossi kamen von sich aus auf Jäger zu und baten ihn, das Baukonzept vorzustellen.

Stiftung und Verein sind daher sehr dankbar für die grosszügige Spende, durch die die Familie Jossi eine Familientradition für den Greuterhof weiterführt. Denn Vater Hans Jossi war es, der 1979 den Greuterhof vor dem Abriss rettete. Freude am Personenlift hat auch das Telefonmuseum Telephonica, das seine Besucher nun mühelos in die Ausstellung bringt.

Einweihungsfest verschoben

«Dass wir Geld für Lifte gespendet haben, liegt auf der Hand, da mein Mann Armin seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt», sagt Flavia Jossi auf Anfrage. Der Gedanke, dass sie künftig ohne Kraftakt an Veranstaltungen im Greuterhof teilnehmen könnten, sei besonders schön. Das geplante Einweihungsfest Mitte November wird verschoben. Denn Jäger möchte allen Beteiligten, darunter auch die Denkmalpflege und die Gemeinde, für die Zusammenarbeit für den «frischen» Greuterhof danken.