Mit Cowboyhut und Holzfällerhemd ans 14. Thurgauer Country Festival in Frauenfeld

Am Wochenende haben sich die Cowgirls und Cowboys in der Rüegerholzhalle am Thurgauer Country Festival zum Tanzen, Essen und Feiern getroffen. Es kamen allerdings weniger Besucher als in vergangenen Jahren.

Florian Beer
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Frauenfeld TG - Thurgauer Countryfestival 2019 in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.

Frauenfeld TG - Thurgauer Countryfestival 2019 in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld.

«Country bedeutet für mich Freiheit.» Diese Antwort hörte man am Samstagabend oft auf die Frage, was einem denn an dieser Musikrichtung aus den USA gefalle. Diese Freiheit feierten leidenschaftliche Thurgauer Cowgirls und Cowboys zum 14. Mal in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld. Viele kamen mit Westernhut und trugen dazu Karohemden und manchmal auch eine Fransen-Weste darüber.

Diejenigen, deren Kleiderschrank weniger auf Wilden Westen ausgerichtet war, konnten sich an Verkaufsständen noch mit der passenden Kleidung eindecken. Und wer vom Linedancing hungrig wurde, auf den warteten an den Essensständen amerikanische Klassiker wie Steak oder Donuts, aber auch Schweizer Spezialitäten wie Hörnlisalat. Die kulinarischen Verkaufsschlager am Samstag waren Hamburger und Bier.

Cadillac De Ville in rot, weiss und rosa

Fürs amerikanische Flair wurden in der Festhalle drei Cadillac De Ville in rot, weiss und rosa ausgestellt sowie US- und kanadische Flaggen aufgehängt. Viele Augen blieben an der Südstaatenflagge hängen, der sogenannten Rebellenflagge aus dem Bürgerkrieg im 19. Jahrhundert.

16 Bilder

Daniel Hofstetter, ein Urgestein und eine feste Grösse in der Ostschweizer Country-Szene, betreibt seit 23 Jahren den Western-Saloon Bonanza in Amlikon. Vor 14 Jahren hat er das Thurgauer Country-Festival gegründet und veranstaltet es seitdem jedes Jahr. Er sagt:

«Das Event ist von der Grösse her immer etwa gleich geblieben, nur dieses Jahr sind es leider etwas weniger Leute als sonst.»

Woran das liege, wisse er nicht. Es sei aber schwierig einen Termin zu finden, der sich nicht mit zu vielen anderen Events überschneide. «Ich lebe wie ein Cowboy, das ist mein Leben», sagt Hofstetter. Auch er verbindet mit dem Country Freiheit und reist jeden Sommer in die USA, um in Nashville das grösste Country-Festival der Welt zu besuchen.

Jenes im Thurgau kann damit zwar grössenmässig nicht mithalten, dafür sei aber die Schweizer Country-Szene die grösste ausserhalb der Vereinigten Staaten. «Vermutlich, weil wir hier vergleichsmässig freier leben als anderswo», philosophiert der Cowboy.

Frauen leisten Überzeugungsarbeit

Teil dieser Szene sind auch Silvia Fehr und Ursi Scherrer aus Schaffhausen. «Ich bin Fan, seit ich mit 14 Jahren Country per Zufall das erste Mal im Radio gehört habe», sagt Fehr. Ihr gefalle einfach die Musik und die Atmosphäre in dieser Szene.

Die Frauen stecken die Herren mit dem Country-Fieber an: Silvia Fehr, Sandro Gridelli sowie Raphael und Ursi Scherrer.

Die Frauen stecken die Herren mit dem Country-Fieber an: Silvia Fehr, Sandro Gridelli sowie Raphael und Ursi Scherrer.

Auch Ursi Scherrer ist schon lange eine begeisterte Country-Liebhaberin und besucht ab und zu Konzerte.

«Diese Events sind eine tolle Gelegenheit für die Szene, sich zu treffen und gemeinsam unsere Leidenschaft zu teilen.»

Sandro Gridelli und Raphael Scherrer sind noch Country-Neulinge. «Meine Mutter hat mich mitgebracht», gibt Scherrer zu. Es gefalle ihm bis jetzt sehr gut, vor allem die Gemütlichkeit. Auch für Yolanda Frey und Daniel Wolff ist es die Premiere am Festival. «Mein Freund muss noch ein bisschen vom Country überzeugt werden, aber das schaffe ich schon», meint sie. Das Festival hat dabei bestimmt geholfen.

Für beide ist der Besuch Premiere am Thurgauer Country-Festival: Yolanda Frey und Daniel Wolff.

Für beide ist der Besuch Premiere am Thurgauer Country-Festival: Yolanda Frey und Daniel Wolff.