«Mit 5G schmort die Welt wie in einer Mikrowelle»: In Frauenfeld versammelten sich 5G-Gegner

Rund 70 Personen haben am Samstag auf den Rathausplatz in Frauenfeld gegen 5G protestiert.

Samuel Koch
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Die 5G-Gegner protestieren auf dem Rathausplatz. Auf der kleinen Bühne steht Andreas Fröhlich.

Die 5G-Gegner protestieren auf dem Rathausplatz. Auf der kleinen Bühne steht Andreas Fröhlich.

(Bild: Samuel Koch)

«Selbstmordgesellschaft», steht auf einem Transparent. «5G tötet!» auf einem anderen. Und auf einer Tafel, die ein Mädchen in den Händen hält, steht: «Mit 5G schmort die Welt wie in einer Mikrowelle.» Ein anderer Besucher trägt einen Bauhelm mit der Aufschrift «Stop», in dem ein Messer steckt, auf dem «5G» zu lesen ist.

Ein 5G-Gegner macht seinem Ärger Luft.

Ein 5G-Gegner macht seinem Ärger Luft.

(Bild: Samuel Koch)

Am Samstag kurz vor Mittag haben sich auf dem Rathausplatz in Frauenfeld rund 70 Personen zu einer Standaktion des Vereins Schutz vor Strahlung getroffen, um sich gegen die neue Mobilfunktechnologie 5G zu wehren. Eine Kundgebung, wie sie zeitgleich in 14 weiteren Schweizer Städten und 30 Ländern weltweit stattfand, hatte die Stadt wegen des zu kurzfristig eingereichten Gesuchs nicht bewilligt. Trotzdem ging die Veranstaltung ohne Zwischenfälle über die Bühne.

«Man versucht, uns für dumm zu verkaufen»

Mit Jost Rüegg wohnte der Aktion auch ein Kantonsrat (Grüne/Kreuzlingen) bei, der sich laut eigenen Angaben seit zehn Jahren gegen den Bau von Mobilfunkanlagen im Siedlungsgebiet einsetzt. «Mobilfunkvertreter sind nicht vertrauenswürdig», sagte er und bezeichnete deren Verhalten bei Rechtsfällen als inakzeptabel.

Jost Rüegg, Kantonsrat (Grüne/Kreuzlingen)

Jost Rüegg, Kantonsrat (Grüne/Kreuzlingen)

(Bild: PD)

Der Bund kassiere mit verkauften Konzessionen Geld und sei befangen, weshalb übergeordnetes Recht in diesem Fall nicht mehr zähle.

«Man versucht, uns für dumm zu verkaufen»

sagte Rüegg auf einer kleinen, provisorischen Bühne. Für musikalische Unterhaltung sorgte 5G-Gegner Andreas Fröhlich. «5Geee, 5Geee. Wer weiss wirklich, wem nützt’s, und wem tut’s weh?», lautet der Refrain seines Lieds.

«5G, Ade» propagieren diese beiden in Frauenfeld.

«5G, Ade» propagieren diese beiden in Frauenfeld.

(Bild: Samuel Koch)

Die Opposition gegen die neue Mobilfunktechnologie erhält mit der Aktion im Thurgau ein Gesicht. Im Kanton keimt seit Wochen und Monaten Widerstand gegen 5G auf. In etlichen Gemeinden setzt sich die Bevölkerung gegen den Ausbau bestehender Antennen auf 5G oder den Bau neuer Mobilfunkanlagen zur Wehr. Laut einer Mitteilung des Amtes für Umwelt erhöhte sich die Anzahl von mit 5G strahlenden Mobilfunkanlagen im Thurgau bis Ende des letzten Jahres von 28 auf 70.